Leserbriefe

"Stark sinkende Lebensqualität"

Tempelhof wurde geschlossen, und Tegel soll das gleiche Schicksal erleiden, damit die Bürger Berlins vom Fluglärm entlastet werden. Die Bürger von Berlin und Brandenburg werden nun ohne politische Gegenwehr dem Lärm und Dreck ausgesetzt, der von einem internationalen Drehkreuz in die Landschaft und über weite Teile von Berlin getragen wird. Wobei es bisher nur um die Starts der Flugzeuge, noch immer aber nicht auch um die Landeanflüge der Maschinen geht. Seriöse Fachleute haben errechnet, dass sich die bisherige Belastung durch Tegel bei der Berliner Bevölkerung nach Eröffnung des BER Schönefeld durch Lärm und Dreck um mehr als das Fünffache erhöhen wird, es werden künftig mehr als 1,2 Millionen Bewohner, allein in Berlin, betroffen sein. Und das alles verkauft uns die Politik im Vorfeld der Abgeordnetenhauswahlen als "Entlastung der Bürger".

Eberhard Stendel, per E-Mail

Seit 1976 wohne ich in Spandau in der Ein- und Ausflugschneise vom Flughafen Tegel und kann nicht behaupten, dass dies sehr angenehm ist und war. Besonders als die Flugzeuge noch viel lauter waren, haben wir darunter gelitten. Dennoch haben wir uns immer geweigert, an Unterschriftenaktionen gegen Tegel teilzunehmen, da wir der Überzeugung sind, dass Berlin einen gut funktionierenden Flughafen braucht.

Annelie Hoffmann, per E-Mail

Das Gebiet um den Müggelsee trug immer den Beinamen grüne Lunge Berlins, weil die Bewohner unserer Hauptstadt dort in ihrer Freizeit Entspannung finden können und weil dieses Gebiet für Frischluft im Innenstadtbereich sorgt. Wie schade, dass nun all das anders werden soll, wenn der Flughafen eröffnet wird

Familie Thilo, per E-Mail

Wir sind vor elf Jahren nach Stahnsdorf gezogen. Wie sich heute herausstellt, leider unter falschen Voraussetzungen. Schon damals wurde damit geworben, dass diese Region von dem neuen Flughafen in Schönefeld nicht betroffen sein wird. Unter diesem Aspekt haben Tausende Familien hier gebaut oder Eigentum erworben. Jetzt erfolgt eine üble Form der Enteignung. Wer steht denn jetzt für die Wertverluste der Immobilien gerade, die sich aus den neuen Beschlüssen ergeben? Wer will denn jetzt noch hier wohnen?

Wolfgang Kulus, per E-Mail

Unlängst sind unsere Kinder und Enkelkinder nach Friedrichshagen gezogen. Nun mussten wir erfahren, dass diese Gegend überraschend durch die Flugrouten ab 2012 intensiv verlärmt wird. Wie kann das sein? Ein Naherholungsgebiet und ein herrlicher Ort, um Kinder großzuziehen, wird über Nacht quasi vernichtet.

Siegrid und Günter Sonnenburg, Mitte

Wir sind entsetzt über die Pläne, dass startende Flugzeuge den Müggelsee überfliegen sollen. Der Müggelsee wird bei Ostwind in einer Höhe von nur 1000 Metern etwa 120 Mal am Tag überquert, also etwa alle fünf Minuten. Wir als junge Familie haben uns vor drei Jahren bewusst Friedrichshagen als Zuhause ausgesucht. Natur und Ruhe am Müggelsee und die frische Luft waren für uns Gründe, hierherzuziehen. Dass Friedrichshagen vom Fluglärm des BER betroffen sein wird, stand nie zur Diskussion und war im Planfeststellungsverfahren für den Flughafen nicht vorgesehen. Wie andere Familien in Friedrichshagen haben auch wir auf den Aussagen der Politik vertraut.

Stefanie Ihle, per E-Mail

Wenn der Verkehrsminister meint, die wirtschaftlichen Interessen und die Erwartungen der Bevölkerung seien mit den jetzigen Flugrouten getroffen worden, so ist das nicht nachvollziehbar und ein Hohn für diejenigen, die in Kleinmachnow und anderswo künftig betroffen sein werden.

Michael Knop, per E-Mail

Vor 50 Jahren sind wir ins Falkenhagener Feld (Spandau) gezogen. Wenig später wurde Tegel eröffnet. Die Flugzeuge waren damals deutlich lauter als heute und mussten auf Anweisung der Russen extrem tief fliegen. In der vergangenen Woche habe ich in einer Stunde 30 landende Maschinen gezählt. Bei allem Verständnis für die Betroffenen der neuen Flugrouten des BER in Schönefeld, Berlin ist kein Dorf, und ein großer Flughafen wird gebraucht.

Horst Winkler, Spandau