Leserbriefe

"Symbol wurde missbraucht"

Endlich einmal spricht Monika Grütters öffentlich für uns, darüber, was sehr viele Berliner bewegt, dass das Brandenburger Tor, ein so geschichtsträchtiger Ort, in den vergangenen Jahren für diverse Veranstaltungen missbraucht wurde. Warum unterstellt man diesen Platz nicht dem Bund, damit dort endlich Ruhe einkehrt. Empört hat uns, dass Frau Grütters, die den Senat offensichtlich schon mehrfach ersucht hat, diese Veranstaltungen an einen anderen Ort zu verlegen, auch mit Intervention der französischen Botschaft, nicht einmal eine Antwort erhalten hat. Das Anliegen wurde einfach ignoriert. Das Brandenburger Tor ist für uns immer noch ein Symbol der Freiheit, nicht der Freiheit, dort ungeniert alle möglichen Feste zu feiern oder Sportveranstaltungen zu begehen. Einzig das Fest der Einheit am 3. Oktober ist an diesem Ort angemessen. Es wird Zeit, dass sich viele Berliner dafür engagieren, damit dieser Ort geschützt wird.

Brigitte Emde, per E-Mail

Die Kritik von Monika Grütters ist zutreffend. Kann man sich vorstellen, dass Arc de Triomphe oder Buckingham-Palast freigegeben würden für unsere ganzen Karnevalsveranstaltungen? Wohl kaum. Fast nie kann man das Brandenburger Tor unverstellt fotografieren, immer befinden sich Sandhaufen, Fußbälle, Popsternchen, Demonstranten oder andere Albernheiten davor. Die AKW-Gegner haben sich sogar an dem Tor hochgehangelt. Dazu kommen die vielen Bauarbeiten, die nicht zu vermeiden sind, die aber das Promenieren auf den Linden ohnehin schwierig machen. Von einem würdevollen Umgang mit unserem Wahrzeichen kann keine Rede sein. Es ist Kasperletheater für Primitive.

Luzie Hilel, Westend

Ich stimme der Chefin der Stiftung Brandenburger Tor absolut zu. Ich bin viel am Brandenburger Tor und immer wieder entsetzt, wenn der Platz wegen Veranstaltungen verbaut ist. Man kann dann nicht geschichtlich träumen, weil ein Zelt oder Bühne aufgebaut ist. Wenn es um geschichtsträchtige Veranstaltungen ginge, wäre das ja in Ordnung. Es ist auch nicht nachzuvollziehen, was verkleidete Menschen (als Affe, Ente und vieles mehr) dort zu suchen haben. Das alles wird dem geschichtsträchtigen Platz überhaupt nicht gerecht. Wie sagt Wowereit so schön: "Zehn Jahre habe er hart daran gearbeitet, dass Berlin bei den Touristen aus aller Welt so angesagt ist." Es reicht nicht, hart zu arbeiten, wenn oft nichts Gescheites dabei herauskommt.

Klaus Okrafka, per E-Mail

Regierung und Parlament handeln verantwortungslos

Zum Artikel: "Die EU hilft nur Griechenlands Insolvenz" vom 4. Juli

Der Euro, ein Geburtsfehler der Währungsunion, gipfelt nunmehr in einem Jahrhundertbetrug. Statt einem Ende mit Schrecken kommt jetzt ein Schrecken ohne Ende. Mit dem nun weiter Griechenland zugeführten Geld wird dem Land nicht geholfen. Es verschuldet sich, auch trotz der Sparmaßnahmen, immer mehr bis hin zum endgültigen Bankrott, der dann auch mit dem Bankrott des Euro zusammenfällt. Nur eine radikale Umschuldung auf Kosten unverantwortlich handelnder Gläubiger und die Herausnahme Griechenlands aus dem Euro-Verbund könnte jetzt noch helfen. Den größten Schaden hat aber Deutschland, dessen unfähige Politiker in verblendeter Selbstüberschätzung den deutschen Beitrag am Euro-Schirm freiwillig in irrsinnige Höhen getrieben haben. Diese Bundesregierung und auch das Parlament in Berlin haben total versagt. Sie haben sich weit von der gesunden Meinung der Bevölkerung entfernt und ihre Existenzberechtigung verloren. Neuwahlen mit neuen Politikern der jungen Generation, um deren Zukunft es ja vor allem geht, sind jetzt erforderlich, bevor die derzeitigen Abgeordneten Deutschland ruinieren.

Herbert Gaiser, per E-Mail

Höhere Lohnabschlüsse wären die bessere Lösung

Zum Artikel: "Schwarz-Gelb einigt sich auf Steuersenkungen ab 2013" vom 4. Juli

Ich halte nichts von Steuersenkungen, denn schon jetzt sind Städte, Länder und Gemeinden in Deutschland hoch verschuldet und können ihre Aufgaben kaum noch richtig wahrnehmen. Der Service für den Bürger bei Ämtern und Behörden leidet, Schwimmbäder und Bibliotheken müssen geschlossen werden, und die Förderung sozialer Aufgaben für Jugendliche und Senioren wird zusammengestrichen. Da ist kein Spielraum mehr für Steuersenkungen, die ohnehin nur auf eine Wahlkampfhilfe für die FDP ausgerichtet sind. Man sollte lieber bei den Tarifverhandlungen höhere Lohnabschlüsse erzielen, damit auch der Normalbürger etwas vom Aufschwung abbekommt. Jetzt sind die Arbeitgeber gefordert.

Thomas Henschke, Waidmannslust