Leserbriefe

"Entscheidung mit fatalen Folgen"

Durch den von Merkel und ihrem Kabinett verursachten überstürzten und unsinnigen Ausstieg aus der Atomkraft - weltweit nicht akzeptiert und für unnötig gehalten - wird Deutschland immenser Schaden zugefügt. Die Grundlastsicherung kann durch andere Energieformen auf lange Sicht nicht ersetzt werden. Die jetzt folgende Verteuerung der Energie schädigt unsere Wirtschaft enorm und zerstört unsere Wettbewerbsfähigkeit und damit auch die Zukunft der jungen Generation in Deutschland. Erschreckend ist, dass dieser gegen jede Vernunft und nur taktisch ideologisch gefasste Beschluss von der Mehrheit im Bundestag mitgetragen wurde. Die CDU/CSU wird es mit dem Verlust von Stammwählern büßen müssen.

Herbert Gaiser, per E-Mail

In Deutschland sollen bis 2022 alle Kernkraftwerke abgeschaltet werden. Die Regierung beruft sich auf neue Erkenntnisse nach der Fukushima-Katastrophe. Welche sind das? Ein Erdbeben der Stärke 9 auf der Richterskala hat das Kernkraftwerk weitgehend zerstört, Radioaktivität ist ausgetreten. Tote durch das Erdbeben und den folgenden Tsunami, geschätzte 15 000 Opfer von radioaktiver Verstrahlung. Bislang nachgewiesen: wohl keines. Über welches Risiko reden wir? Jährlich sterben im Straßenverkehr weltweit etwa 1,2 Millionen Menschen. Durch die ausgetretene Radioaktivität in Fukushima starb wahrscheinlich niemand. Das Erdbeben hatte die Stärke 9. Mit jedem Punkt auf der Richterskala steigt die Stärke laut Expertenauskunft um etwa das Dreißigfache. Gegenüber der höchsten jemals im deutschen Rheingraben gemessenen Stärke von 4,8 ist die Stärke 9 also etwa eine Millionen Mal stärker. Über dieses Risiko reden wir.

Dr. E.M. v. Livonius, Geltow

Die Entscheidung des Bundestages ist höchst problematisch, von einer historischen Entscheidung kann keine Rede sein, im Gegenteil. Eine Fehlentscheidung mit fatalen Folgen für die Menschen und die Industrie. Mit dieser Entscheidung verabschiedet sich Deutschland als Industriestandort. Was soll aus den hoch qualifizierten Fachkräften in der Atom-Industrie werden? Welcher Student wird noch Kernphysik und Kerntechnik studieren, wenn er keine Berufschancen hat? Wer soll die Reaktoren abbauen, wo sollen die radioaktiven Komponenten hin? Wir haben bekanntlich kein Endlager, denn auch darum tobt ein heftiger politischer Streit. Sollen die in der Kerntechnik Beschäftigten mangels Nachwuchs so lange arbeiten, bis sie tot umfallen? Abgesehen davon ist die Entscheidung höchst fragwürdig zustande gekommen. Zum Beispiel gab es in der CDU keine Gelegenheit, das Thema auf einem Parteitag zu diskutieren. Vielleicht sollte man sich die Sache mit dem zu schnellen Atomausstieg noch mal durch den Kopf gehen lassen. Denn was soll aus den über 30 000 Arbeitsplätzen werden, wenn die kerntechnischen Anlagen stillgelegt werden.

Christian Lukner, per E-Mail

Mahnender Protest gegen sanktioniertes Unrecht

Zum Artikel: "Kardinal bezeichnet Abtreibung als Super-GAU" vom 30. Juni

Wenn es auch eine eher beiläufige Meldung ist, so ist sie doch von großer Wichtigkeit: Die Abtreibungspraxis in Deutschland ist ein Skandal. Der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner hat vollkommen recht, wenn er dies als Super-GAU bezeichnet. In einem der reichsten Länder der Erde, Deutschland, werden pro Jahr etwa 120 000 (die Zahlen schwanken) Abtreibungen vorgenommen. Diejenigen, die das mit dem Slogan "Mein Bauch gehört mir" propagiert und im Bundestag beschlossen haben, haben es ermöglicht, dass Unrecht zu Recht erklärt wird. Wenn aber permanent Straftaten als geltendes Recht anerkannt werden, verdreht sich unser Werte- und Rechtsgefüge. Dies wiederum führt zur weiteren Verharmlosung von Unrecht. Es wird höchste Zeit, dass die Politik sich dieses Themas annimmt. Wir haben uns schon zu lange an dieses Unrecht gewöhnt. Deshalb ist es wichtig, dass immer wieder daran erinnert wird.

Wolfgang Reichelt, per E-Mail

Der Preis für erfreuliche Sauberkeit

Zum Artikel: "Deutsche über Raststätten-Preise verärgert" vom 1. Juli

Ich zahle gerne 70 Cent für eine saubere Raststättentoilette, wovon ich ja 50 Cent wieder für einen Kaffee oder Ähnliches einsetzen kann. Wie sehen denn die Toiletten aus, für die nicht bezahlt werden muss: dreckig und versifft. Dem Bürger scheint man es wohl gar nicht mehr recht machen zu können, alles soll sauber und bestens sein, aber kosten darf es nichts. Wenn die Nutzer die Toiletten selbst ordentlich und sauber verlassen würden, würde es vielleicht kein Geld kosten.

B. Kammer, per E-Mail