Leserbriefe

"Ein Alkoholverbot bringt nichts"

Ein strenges Alkoholverbot wäre eine vernünftige Sache, dazu gehörte auch ein Verkaufsverbot von Alkohol an Zeitungsständen und Ähnlichem. Leider haben die Politiker in unserer Stadt dafür nur wenig Verständnis, lehnen sie doch Regeln, mit denen Störer zu sozialem Verhalten gezwungen werden, ab. So dürfen wir uns weiter von Berlinern und Spaßtouristen terrorisieren lassen, die eine Admiralbrücke für eine Partymeile und die Verkehrsmittel für eine Kneipenlandschaft halten. Als ich jung war, ging man zum Feierabendbier in eine Einrichtung, die Eckkneipe genannt wurde. Heute trinken viele Berliner ihr Bier auf der Treppe vor dem nächsten Discountmarkt. Das sollte ein Ende haben.

Ralf Drescher, per E-Mail

Ein Alkoholverbot auf Bahnhöfen bringt genauso viel wie das Rauchverbot. Nämlich rein gar nichts. Wer meint, man könne mit einem Gesetz mehr erreichen als mit einer Zeile in der Hausordnung, irrt. Dass aus dem Rauchverbot auf Bahnhöfen ein Gesetz gemacht wurde, ist eher peinlich für Berlin, denn wer bitte hält sich daran? Für mich zählen keine Studien, sondern das, was ich jeden Tag zu sehen bekomme. Da rauchen nicht nur die Fahrgäste, sondern auch die Angestellten der Verkehrsbetriebe selbst. Vielleicht sollte eine Weltstadt wie Berlin zunächst anfangen, bestehende Gesetze hart durchzusetzen, anstatt ständig neue zu verabschieden.

Bendix Schneider, per E-Mail

Lobenswerte Pläne für die Zukunft des Tierparks

Zum Artikel: "Tierpark soll zur 'Erlebniswelt Galapagos' werden" vom 23. Juni

Eine Rahmenplanung liegt auf dem Tisch, kein detailliertes Konzept, aber das muss zum jetzigen Zeitpunkt auch überhaupt nicht sein. Diese Zukunftsplanung ist lobenswert und enthält viele interessante Komponenten! Dieses Konzept ist ein roter Faden, den es schrittweise umzusetzen gilt. Es macht wenig Sinn, wenn die Senatsverwaltung für Finanzen dieses Zukunftskonzept als zu sehr "ambitioniert und kostenintensiv" einstuft. Andere Städte haben es uns vorgemacht, wie man Zoos fit für die Zukunft macht. Leipzig und Hannover können hier als gute Beispiele benannt werden. Der geschätzte Finanzrahmen von 80 Millionen Euro ist eine realistische Schätzung für die kommenden zehn Jahre und keinesfalls zu kostenintensiv. Immerhin ist der Tierpark Berlin der flächenmäßig größte Zoo in Europa.

Christian Heidt, Charlottenburg

Ein Denkmal für Menschen mit Rückgrat ist wichtig

Zum Artikel: "Buschkowsky fordert ein Denkmal für Jugendrichterin Heisig" vom 26. Juni

Bravo, Herr Buschkowsky! Auch ich halte es für sehr wichtig, dass diese Stadt Menschen mit Rückgrat, von denen es in dieser Zeit wirklich sehr wenige gibt, nicht vergisst.

Richard Weiss, per E-Mail

Ingenieur bekommt keine neue Stelle vermittelt

Zum Artikel: "Frauen und Ältere sollen Fachkräftelücke füllen" vom 23. Juni

In letzter Zeit berichten viele Firmen, Ministerien und Wirtschaftsvertretungen von einem steigenden Fachkräftemangel in Deutschland. Zur Bekämpfung werden die unterschiedlichsten Konzepte von den unterschiedlichsten Stellen präsentiert und sogar Gesetze geändert. Als arbeitsloser Diplom-Ingenieur und gelernter Mechaniker habe ich mich nach elf Monaten Arbeitslosigkeit gefragt, warum ich trotz vieler Bewerbungen im ganzen Bundesgebiet bisher keine Stelle finden konnte und die Bundesagentur für Arbeit mir im Laufe von drei Jahren nur einen einzigen Vermittlungsvorschlag zusenden konnte, und dies bei bundesweiter Vermittlungsbereitschaft.

Kay Westphal, per E-Mail

Geld sollte in die Bildung der Kinder investiert werden

Zum Artikel: "Steuersenkung: Kauder fordert niedrigere Sozialabgaben" vom 25. Juni

Das Hickhack in der Steuerpolitik ist unerträglich. Ich verzichte gerne auf Steuersenkungen, ebenso auf die Senkung der Sozialbeiträge, wenn wir die Gelder in die Bildung unserer Kinder stecken. Auch Maßnahmen für arbeitssuchende Jugendliche sind sinnvoll. Das hat Zukunft, füllt die Rentenkasse und sichert Wirtschaftswachstum. Es gibt viele Familien in Deutschland, die knapp über den Hartz-IV-Einkommenssätzen liegen und keinen Anspruch auf das Bildungspaket haben. Schulen und Turnhallen sehen schrecklich aus. Hier sind die Gelder wirklich sinnvoll und zukunftsorientiert angelegt.

Lieselotte Hecker-Schmidt, per E-Mail