Leserbriefe

"Der Stresstest ist vernünftig"

Es ist zu begrüßen, dass der Stresstest nun endlich auch beim Forschungsreaktor des Helmholtz-Zentrums in Wannsee durchgeführt wird. Bei den Sicherheitsprüfungen der zu beachtenden Restrisiken und ihren Auswirkungen, die früher nur müde belächelt wurden, sollten nicht nur die Auswirkungen einer Kernschmelze mit ihren radioaktiven Strahlungen für den Luftraum, sondern auch für den Bodenbereich auf dem Prüfstand stehen. Bisher stand das nicht im Fokus der Diskussion. Dringt radioaktive Strahlung in den Boden, sind nicht nur das Grundwasser und mithin das Trinkwasser bedroht. Massiv radioaktiv bedroht ist auch über die Pflanzen die Ernährungskette. In Fukushima haben die radioaktiven Strahlungen aufgrund der Kernschmelze das Grundwasser mit den genannten Auswirkungen verseucht.

Dierk Stelzer, Wannsee

Es ist schon bezeichnend, wie jetzt alles plattgemacht werden soll. Bei dem Reaktor ist gar nichts passiert. Er dient ausschließlich Forschungs- und Ausbildungszwecken, denn wir müssen - trotz des Atomausstiegs oder gerade deswegen - das Know-how erhalten, jedenfalls noch über einige Jahre. Dieser Stresstest ist eine Willkürmaßnahme, die in keiner Weise in Ordnung ist. Wer sich bedroht fühlt, sollte einfach wegziehen!

Christian Lukner, per E-Mail

Dass der Wannsee-Reaktor einem zusätzlichen Stresstest unterzogen wird, halte ich für vernünftiger und ernst zu nehmender als das Wort selbst. Immerhin geht es um zusätzliche Maßnahmen, die alle ohnehin laufenden Kontrollen lediglich ergänzen. Gleichzeitig verstehe ich aber jede aufkommende Panik um die Sicherheit des Forschungsreaktors nicht. Und das auch, weil hier sehr wichtige Erkenntnis für die künftige Energiegewinnung außerhalb von Atomstrom gewonnen werden. Wenn es um die Sicherheit geht - der leicht hinkende Vergleich sei an dieser Stelle erlaubt -, müssten auch das Autofahren und jedes Flugzeug verboten werden. Verboten sollten allerdings Flugrouten werden, die über den Wannsee-Reaktor führen.

Siegfried Stahlberg, Zehlendorf

Betrugsfälle sind nur die Spitze des Eisberges

Zum Artikel: "Helios-Razzia: Senatorin fordert Konsequenzen" vom 23. Juni

Skandalös, diese ständigen Betrugsfälle von Ärzten und Kliniken. Und es ist davon auszugehen, dass dies nur die Spitze des Eisbergs ist. Auch die extensive Abrechnung gegenüber Privatpatienten müsste kontrolliert werden; die ist in vielen Fällen grenzwertig und Ursache für die ständig steigenden Beiträge. Nachzufragen traut sich kaum ein Patient. Auch was die in dieser Woche veröffentlichten Zahlen der Ärztefehler angeht, ist das nur die Spitze des Eisbergs. Angesichts der Odyssee vieler Patienten oder im Todesfall des Leides der Angehörigen scheuen die meisten eine Anzeige oder den Weg zu den Schlichtungsstellen.

Dr. Gabriele Wurzel, per E-Mail

Schulpolitik wird mit dem Rechenschieber gemacht

Zum Artikel: "Eltern meiden Gesundbrunnen und Wedding" vom 24. Juni

Auch unsere Schule, die Papageno-Grundschule in Mitte, musste kürzlich 49 Schüler abweisen, die bei der Schulplatzverlosung kein Glück hatten - obwohl sie mehrheitlich in der Nähe der Schule wohnen. Aber der kurze, sichere Schulweg ist leider kein vorrangiges Kriterium mehr für die Schulverwaltung. Keinen, weder Schulleitung noch Elternvertreter, hat die Sprengellösung überzeugen können, im Gegenteil, sie zerreißt Kinderherzen und soziale Gemeinschaften und sorgt durch die zugewiesenen längeren Wege auch zu entfernteren Grundschulen für noch mehr Schulweg-Unsicherheit. Mehrere Schulen - auch unsere - haben im letzten Jahr aus diesen Gründen gegen die Einführung der Sprengellösung votiert zugunsten einer Zuweisung nach drei klaren Kriterien: Wohnortnähe, soziale und Geschwisterbindungen. Aber wir fanden in der Schulverwaltung kein Gehör, und der Eindruck ist entstanden, dass dort eher mit dem Rechenschieber Schulpolitik betrieben wird als mit Kinderliebe.

Holger Kulick, Mitte

Hape Kerkeling wäre der ideale Nachfolger

Zum Artikel: "Kerkeling passt zum Format der Show" vom 22. Juni

Einen besseren Nachfolger als Hape Kerkeling gibt es für die "Wetten, dass..?"-Show und Thomas Gottschalk meines Erachtens nicht. Dieser vielseitig talentierte Künstler würde mit Sicherheit märchenhafte Einschaltquoten erzielen.

Margret Claes, per E-Mail