Leserbriefe

"Es geht um unsere Steuergelder"

Die Griechen streiken, die Spanier streiken, und es geht um unsere Steuergelder, um Einschnitte in unser Leben. Wer klärt uns nun endlich mal darüber auf, um was es da überhaupt geht? Wogegen und wofür da gestreikt wird? Die Griechen wollen nichts von ihrem auf Pump finanzierten Lebensstandard abgeben, streiken gegen die Einführung der 40-Stunden-Woche, die bei uns inzwischen Normalität ist, und gegen alles, was im Zuge des Wildwuchses der Selbstbedienung und fehlender staatlicher Ordnung im Finanzwesen sich als bequeme Normalität etabliert hat. Griechenland darf nicht pleitegehen, koste es, was es wolle! So tönt es jeden Tag. Wenn bei uns jemand über seine Verhältnisse lebt, so ist sein Schicksal besiegelt. Als Bürger fragt man sich, warum das Europäische Parlament nicht kontrollierend in die Wirtschaftspolitik einzelner Länder eingreift.

Horst Kunzelmann, per E-Mail

Zumindest Wolfgang Schäubles Ehrlichkeit verdient hier Respekt, denn als erster Spitzenpolitiker räumte der Finanzminister offen ein, dass das bisherige Konzept der Euro-Rettung im Fall Griechenland gescheitert ist. Das 110-Milliarden-Euro-Rettungspaket, mit dem Griechenland bis 2012 wieder auf eigene Füße gestellt werden sollte, daran haben sich nicht nur die Regierenden in Athen die Finger verbrannt, sondern auch die Strategen in Berlin, Paris und Brüssel. Diese Tatsache zeigt nicht nur, wie Athen gescheitert ist, sich aus dem Schuldensumpf zu ziehen. Die Notwenigkeit eines zweiten Rettungspaketes dokumentiert auch das Versagen der Euro-Länder.

Hanskarl Hindenberg, Nikolassee

Es muss bezweifelt werden, dass ein zweites Hilfspaket für Griechenland etwas nützt. In Griechenland stimmen die Strukturen nicht. Steuern werden nicht, wie nach dem Gesetz vorgeschrieben, bezahlt. Die Sozialleistungen sind viel zu hoch. Und nach allem, was man weiß, spielt auch Korruption eine Rolle. Dies zu ändern erfordert nicht nur Anstrengungen, sondern auch viel Zeit. Deshalb sollten unsere Politiker ehrlich sein. Griechenland muss aus der Euro-Zone aussteigen und wieder die eigene Währung einführen.

Wolfgang Reichelt, per E-Mail

Nachdem Portugal, Spanien und Irland mit ihren defizitären Staatshaushalten in die Schlagzeilen gerieten, verkündet nun das EU-Mitglied Griechenland, dass es ohne Hilfen der Europäischen Gemeinschaft im Juli pleite ist und die Volkswirtschaft quasi Insolvenz anmelden muss. Wieder einmal ist Deutschland mit knapp 250 Milliarden Euro der größte Gläubiger in der EU, obwohl die Europäische Zentralbank erneut dagegen ist, dass auch die privaten Banken sowie die Staatsbanken ins Boot geholt werden, um den endgültigen Staatsbankrott in Griechenland zu verhindern.

Albert Alten, Wernigerode

Es ist abzusehen, dass nicht nur Griechenland weitere Milliarden an Hilfe in Anspruch nehmen wird. In der EU wird schon an zukünftigen sozialen Plänen, die alle Mitgliedsstaaten betreffen, herumgebastelt. Absehbar ist, dass das Deutsche Renten- und Versicherungssystem an ärmere Mitgliedsstaaten angeglichen wird, sodass mit einer flächendeckenden Abwertung beziehungsweise weniger Geld in der Tasche für Otto Normalverbraucher in Deutschland zu rechnen ist.

Thomas Hansen, Reinickendorf

Frankreich und Deutschland bemühen sich, den Finanz-Rettungsschirm für Griechenland immer wieder neu aufzuspannen. Und das, obwohl Griechenland die von der EU geforderten Sparmaßnahmen nicht eingehalten hat. In Griechenland geht das Volk gegen die Maßnahmen mit aller Gewalt auf die Straße und wehrt sich gegen die Sparmaßnahmen. Den Griechen ist mit dem Euro nicht mehr zu helfen. Gebt ihnen die Drachme wieder. Die daraus folgende Euro-Finanzkrise ist in zwei Jahren wieder vorbei. Mit dem Euro in Griechenland kann es noch viele Jahrzehnte dauern, bis sie sparen gelernt haben.

Wolfgang Schwaneberg, Charlottenburg

Volksbegehren für eine sauberere Umwelt

Zum Artikel: "Berlin muss die ganze Hauptstadt sein" vom 17. Juni

Wie wäre es mit einem Volksbegehen aller Berliner? Vor dem 18. September frage ich die Bewerber der Grünen: "Bevor ich Sie wähle, Frau Künast, lassen Sie doch bitte ein Gutachten erstellen, wie viel Umweltverschmutzung seit dem Teilumzug durch die ständigen Hin- und Rückflüge in die Atmosphäre gepustet wurde. Der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern hat zwar recht, wenn er von Aufwand und Geldersparnis spricht. Jedoch die von allen Regierungen ständig verursachten Umweltschäden sind viel höher zu beurteilen. Lasst uns alle endlich gegen diese Umweltverschmutzungen etwas tun, beginnt vor dem 18. September.

Hans Langenstein, Lichterfelde