Leserbriefe

"Dieses Schulsystem macht krank"

Danke und Respekt für diesen erschreckend offenen und schonungslosen Zustandsbericht über eine Berliner Sekundarschule. Jeder sogenannte Schulexperte der rot-roten Regierung sollte ihn lesen. Leider ist keine Besserung der Zustände zu erwarten. Denn die geplante Inklusion (Abschaffung der Sonderschulen) wird die Zustände nicht nur an den Sekundarschulen eher noch verschlimmern. Bleibt zu hoffen, dass die im Artikel genannten Kollegen nicht mit Sanktionen seitens der Schulverwaltung belegt werden.

Manfred Böhme, per E-Mail

Der geschilderte Zustand ist offenbar keine Ausnahme und überrascht jeden Verständigen nicht sonderlich. Versuchen doch die verantwortlichen Politiker offenkundig, unwillige Kinder und Jugendliche mit willigen Mitschülern unter dem Deckmantel von Chancengleichheit und unter Missachtung natürlicher Willens- und Begabungsunterschiede gewaltsam gleich zu machen.

Rolf H. Diederich, Reinickendorf

Dieses Schulsystem macht krank. Eltern, Schüler, Lehrer. Die eigentlich gute Grundidee, dass Kinder und Jugendliche erzogen und gebildet werden können, wenn ein Lehrer auf eine Klasse trifft, wird ad absurdum geführt. Ein lebendiger Prozess wird kanalisiert, eingeengt, zum Verwaltungsakt degradiert. Pädagogische Binsenweisheiten, wie zum Beispiel eine Klasse dort abzuholen, wo sie sich befindet und dann gemeinsam einen Weg zu erarbeiten, werden unmöglich gemacht, weil für eigenverantwortliches Handeln kein Platz mehr ist. Die Schuldigen sind aber auch die Lehrer, Schüler und Eltern, die sich dem pädagogischen Handeln verweigern, unfähig sind oder schlichtweg die Schule und Erziehung und Bildung sabotieren. Der Ausweg deutet sich schon an: Bildung wird bald nicht mehr zum Nulltarif für jeden zu jeder Zeit unter jeder Bedingung zur Verfügung stehen, sondern eine Mangelware werden, frei verhandelbar, ein Markt der Möglichkeiten, der viel bietet, aber nicht umsonst. Nicht ohne Engagement, nicht ohne Bezahlung, nicht ohne Willen.

Jakob Welm, per E-Mail

Leider schildert der Artikel im Wesentlichen den derzeitigen Schulalltag in vielen Berliner Sekundarschulen, besonders in den sogenannten Fusionsschulen. Von Schulverwaltung und oft auch vom Schulträger nur unzureichend, wenn überhaupt, unterstützt, versuchen Lehrer, Schüler und Eltern das Beste aus der momentanen Situation zu machen. Gesundheitlich vielfach auf Kosten der Beteiligten.

Silke Donath, per E-Mail

Der trostlose Zustand unserer Schulen wird in diesem Artikel eindringlich dargestellt und bedrückt in seiner Hoffnungslosigkeit. Die Diskussion hierzu kann gar nicht laut genug geführt werden. Bei allem Verständnis für die Lehrer, die täglich um Bildung für Schüler ringen, möchte ich jedoch diese intelligente Ebene in unserer Schulhierarchie herzlich bitten, die Bezeichnung "Bio-Deutsche" zu überdenken. Ich halte diesen Ausdruck in seiner Andeutung eines deutsch-biologischen Ursprungs (Kinder zweier deutscher Eltern) für äußerst irreführend. In welche Kategorie bitte, würde man heute dementsprechend denn einen Peter Alexander, David McAllister oder Philipp Rösler einordnen - wohl auch nicht in "Bio-Deutsche", oder?

Doris Hertlidschke, per E-Mail

Endlich mal ein realer Artikel zur Sekundarschule mit (leider) völlig realem Inhalt. Ich bin auch an einer Integrierten Sekundarschule tätig. 8,6 Prozent der Schüler sind nichtdeutscher Herkunft. Einziger Unterschied: Statt Füsun, Edin oder Faisal heißen die Schüler Vanessa, Patrizia oder Paul. 26 Schüler pro Klasse sind mit dieser Klientel schlichtweg nicht möglich, unabhängig von der Größe der Klassenräume.

Ralf Klingner, per E-Mail

Ausflug in den Zoo oder Tierpark ist zu teuer

Zum Artikel: "Zoo leidet unter sinkenden Besucherzahlen" vom 18. Juni

Es ist verwunderlich, dass in dem Artikel nicht der wichtigste Grund für die sinkenden Besucherzahlen genannt wird: die unverschämt hohen Eintrittspreise. Sie motivieren mich überhaupt nicht zum Besuch des Zoos oder Tierparks. Müsste man für die Tickets wesentlich weniger Geld zahlen, könnten sich beide Einrichtungen vor Besuchern wohl kaum retten. Und die Diskussionen und Jammergesänge um die nötigen Aufwendungen, die zu zahlen sind, hätten ein Ende.

Wilfried Baumann, per E-Mail

Bei den hohen Eintrittspreisen kann ich es mir nur einmal im Jahr leisten, in den Zoo zu gehen. Leider. Die Kinder lieben Tiere, und wir würden gern öfter einen Ausflug machen.

Edyta von Spreckelsen, per E-Mail