Leserbriefe

"Kreative Lösungen gefragt"

Die Strategie der BVG kann nicht überzeugen und sollte nicht zuletzt auch deshalb, weil viele Fahrgäste dann womöglich lieber auf andere Verkehrsmittel wie das Fahrrad oder das E-Bike umsteigen, noch einmal überprüft werden. Schließlich gibt es, wenn man sich in anderen europäischen Städten umschaut, genügend Alternativen, um besser zu wirtschaften, ohne dabei die eigene Kundschaft stärker zu belasten. Wie etwa dadurch, indem man nach Vorbild von London oder Paris in ein elektronisches Schrankensystem investiert, sodass man ohne gültige Fahrkarte den Bahnsteig nicht erreichen kann, womit man das Schwarzfahren erheblich eindämmen könnte und keine Kontrolleure mehr bräuchte. Zudem lassen sich die Einnahmen auch dadurch erhöhen, dass man wie in den 1920er-Jahren Snacks oder Zeitungen in den Zügen verkauft. Weswegen es nicht teurerer Tickets, sondern vielmehr kreativer Lösungen bedarf.

Rasmus Ph. Helt, per E-Mail

Der Tunnelblick der BVG im wahrsten Sinne des Wortes ist unerträglich geworden. Immer mehr Berliner steigen auf das Fahrrad um. Das ist sogar noch umweltfreundlicher, als die BVG je sein kann. Und wesentlich preiswerter ist es allemal. Außerdem hat die BVG dilettantisch Millionen verzockt, soll sie selbst zusehen, wie sie diese Verluste wettmacht.

Detlef Popiak, per E-Mail

Bleiben wir doch bei der Wahrheit: Die BVG hat im Jahr 2010 etwa 78 Millionen Euro Verlust gemacht, trotz 250 Millionen Euro Zuwendung vom Senat. Somit gab es eine Kostenunterdeckung von 328 Millionen Euro, was 30 Prozent vom Umsatz sind. Im Jahr 2020 will man 80 Millionen Euro Gewinn machen, also bleiben vor Subventionen 170 Millionen Kostenunterdeckung, unterstellt, die Subventionen bleiben so. Während Frau Nikutta vorsichtig für 2020 etwa 80 Millionen zusätzliche Passagiere für das gesamte Netz der BVG sieht, rechnet die Verkehrsexpertin Claudia Hämmerling (Grüne) für ein paar Busspuren, Taktverdichtung und eine neue Tramlinie mit 40 Millionen Mehrpassagieren. Beides ist schwer oder nicht erreichbar.

Hans-Henning Romberg, per E-Mail

Nicht nachvollziehbares Zaudern und Taktieren

Zum Artikel: "Streit über Umzug aller Ministerien in die Hauptstadt" vom 16. Juni

Wenn es zu diesem Thema doch nur einmal eine öffentliche Diskussion gäbe. Die ist überfällig, weil die Regierung bei diesem einzigen Gesetz stets die Änderbarkeit aus der Betrachtung herausgehalten hat und der Bundestag mit einfacher Mehrheit das Sagen in dieser Sache hat. Und was heißt "mehr Verständnis für Bonn"? Bonn hat den vollen Ausgleich und die volle Unterstützung des Bundes. Also, was soll ein "mehr" im Ergebnis bringen?

Jürgen Spiegel, per E-Mail

Maßlose Selbstüberschätzung der geleisteten Arbeit

Zum Artikel: ",Es gibt viele Gute, aber keinen wie mich'" vom 16. Juni

Das ist für Berlin äußerst bedenklich, wenn Klaus Wowereit so davon überzeugt ist, dass er in der Berliner SPD der Beste sei. Da kann man nur mit Schaudern an die Zukunft denken. Was hat er als bester SPD-Mann in Berlin in seiner zehnjährigen Regierungszeit als Chef mit Richtlinienkompetenz alles umgesetzt? Berlins Verschuldung ist in seiner Zeit von 39 auf 63 Milliarden Euro gestiegen. An den Schulen ist Unterrichtsausfall an der Tagesordnung, viele Schulgebäude sind in einem desolaten Zustand. Nicht zu vergessen die nicht hinnehmbare Kinderarmut und eine Arbeitslosenquote von durchschnittlich weit über zehn Prozent. Die Integration läuft nicht optimal, sie wird schlechter als besser. Gewaltexzesse in der Stadt sind mangels Polizeikräften kaum noch zu verhindern. Ja, die SPD hat zwar viele Gute, aber keinen wie Wowereit.

Klaus Okrafka, per E-Mail

Ohne Rolle rückwärts keine Chance im Polizeidienst

Zum Artikel: "Sicherheit mit den Agenten der Stasi" vom 17. Juni

Mein Sohn (Abiturjahrgang 2010/2011) hat sich im vergangenen Jahr in Oranienburg für den gehobenen Polizeidienst in Brandenburg beworben. Den psychologischen Test und das Diktat hat er problemlos bestanden. Bei der Rolle rückwärts (Sporttest) hingegen hatte er Probleme. Im Ergebnis hat er deshalb den Einstellungstest nicht bestanden. Das war der Grund, warum ein junger Mensch mit Abitur keine polizeiliche Ausbildung absolvieren darf. Die Anforderungen der Brandenburger Polizei, zumindest an die junge Generation, sind hoch.

Diana Kutscher, per E-Mail