Leserbriefe

"Unschönes Erscheinungsbild"

Das Erscheinungsbild der Parks ist seit Jahren an Wochenenden mit schönem Wetter und besonders an überlangen (Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten) schon am Sonnabend unerfreulich und abstoßend. Überquellende Behältnisse locken Krähen an. Die sorgen ebenso wie der Wind für eine Verteilung des Mülls über große Flächen. Sonntags kann dann von einer Aufenthalts- und Wohlfühlqualität nicht mehr gesprochen werden. Eine motivierende Wirkung, mit seinem Müll und den Überresten angemessen umzugehen, wird nicht ausgeübt. Entscheidende Besserung kann nur - neben größeren Containern - eintreten, wenn die Grünflächenämter anders funktionieren. Sie sorgen an den Werktagen bis Freitagmittag für eine gute Arbeit, aber an Wochenenden mit hohem Besucheraufkommen sind sie mehr als 60 Stunden nicht präsent. Wie die BSR müssen sie Wochenend-Sondereinsatztrupps organisieren oder die Arbeit an Privatfirmen delegieren (Beispiel Preußenpark/Wilmersdorf). Bewusstsein für eine saubere Umwelt und ein Wohnumfeld mit hoher Lebensqualität entwickelt sich nur, wenn Berlin endlich Strukturen ändert.

Jürgen Clausen, Wilmersdorf

Weder größere Müllcontainer noch Kontrollen werden das Problem lösen. Die Bezirke können die Grünanlagen mit Müllcontainern zupflastern, es wird sich trotzdem nichts ändern, außer dass weiter Grünflächen vernichtet werden. Auch die BSR darf die Reinigung der Parks nicht übernehmen, das veranlasst jeden Griller erst recht, seinen Müll auf Kosten aller liegen zu lassen. Alleine im Tiergarten kostet pro Wochenende die Müllentsorgung nach Angaben von Mittes Wirtschaftsstadtrat Carsten Spallek 8000 Euro, pro Jahr sind es rund 300 000 Euro. Eine Hemmschwelle, gewalttätig gegenüber der Polizei vorzugehen, ist schon nicht mehr gegeben. Darum darf man erst recht nicht wehrlose Ordnungsamtsmitarbeiter im Kampf gegen die Müllverursacher in Gefahr bringen. Es werden immer nur die Folgen abgearbeitet, statt die Ursachen anzugehen. Deshalb muss für einige Parks ein Grillverbot ausgesprochen werden. Die zuständige Politik muss den Mut haben, sich noch vor den Wahlen in dieser Frage zu positionieren.

Klaus Okrafka, per E-Mail

Warum können die Leute ihren Müll nicht einfach wieder mit nach Hause nehmen? Sie schaffen es doch auch, alles zum Grillplatz zu bringen, dann wäre es doch einfach, eine Extratüte für den Müll mitzubringen, um ihn dann wieder mitzunehmen und zu Hause zu entsorgen. In Japan läuft das prima, schon seit Jahren. Warum nicht auch hier? Warum soll die Allgemeinheit dafür bezahlen? Und warum soll der Parkspaziergänger darunter leiden, dass der Park so schmutzig ist? Es wäre doch mal eine Überlegung wert.

Marina Pretzer, per E-Mail

Warum lässt der Senat unsere schöne Stadt Berlin so verkommen? Wenn man durch viele Teile Berlins geht, hat man den Eindruck, dass Berlin nur aus schmutzigen Straßen, verkommenen Grünanlagen und Graffiti besteht. Man kann es kaum glauben, dass bei diesen Zuständen Herr Wowereit immer noch neue Parkanlagen (Tempelhof, Gleisdreieck) anlegen lassen will. Es ist eine Zumutung, auch für die vielen Touristen.

Hans-Joachim Ebert, Tempelhof

Es hat vor etlichen Jahren keinesfalls weniger Hunde gegeben. Nur hat die BSR ihren Reinigungsauftrag wahrgenommen, was ja aufgrund der Personalkürzungen nicht mehr möglich ist.

Man kann in Berlin stundenlang spazieren gehen, ohne ein einziges Mal die BSR im Einsatz zu sehen. Außerdem: Was sollen die angedrohten Bußgelder, wenn niemand kontrolliert?

Dieter Foerster, per E-Mail

Verhöhnt die Maueropfer und huldigt den DDR-Grenzern

Zum Artikel: "Neues Denkmal erinnert an die Maueropfer" vom 14. Juni

Als ich dieses Foto sah, war ich erschrocken. Diese Skulptur ist menschenverachtend. Dieses "Denkmal" verhöhnt die vielen Maueropfer und huldigt den DDR-Grenzern. Wie kann man eine Skulptur schaffen, die zeigt, wie der tote Peter Fechter, der nur frei leben wollte, von einem DDR-Grenzer, der - oder einer seiner schießwütigen "Grenzwächter-Genossen" - ihn erschossen hat, getragen wird. Hier wird der aufrecht stehende Grenzsoldat als vermeintlicher Retter dargestellt, wo er doch in Wirklichkeit der Todfeind des Flüchtenden war. Hätte der Grenzsoldat den schwer Verwundeten und im Sterben liegenden eine Stunde früher aus dem Grenzstreifen getragen, wäre er womöglich ein Retter gewesen. Ich empfehle, die Skulptur vor der Parteizentrale der Linkspartei in Mitte aufzustellen, damit die Genossen immer an ihre Mitschuld erinnert werden, die sie als unkritischer Rechtsnachfolger der staatstragenden SED haben.

Jörg-E. Wolkenstein, Zehlendorf