Leserbriefe

"Wahltaktisches Manöver"

Es ist aus meiner Sicht richtig und wichtig, dass der Regierende Bürgermeister anlässlich der Namensgebung für den neuen Flughafen BER noch einmal klarstellt, dass hier ein internationales Drehkreuz entsteht mit so vielen Flugbewegungen wie nur irgend möglich. Denn Berlin, die zentrale Metropole Europas, will natürlich die Chancen, die eine Weltstadt bietet, der Welt demonstrieren. Ich hätte mir gewünscht, dass die jetzt Protestierenden sich schon 1996 so lautstark geäußert hätten, als die SPD für Sperenberg kämpfte, sich aber der Mehrheit von Diepgen und der CDU beugen musste. Und denjenigen, die erst nach 1996 in die Flughafennähe gezogen sind, sei gesagt: Ein Flughafen bringt immer Lärm mit sich, und wer das ignoriert hat, muss mit den Folgen leben. Die vielen Menschen, die bis 1975 den Flugbetrieb von Tempelhof und danach von Tegel weitgehend klaglos ertragen haben, haben ein bewundernswertes Bewusstsein für die Interessen Berlins bewiesen.

Werner Kleist, per E-Mail

Der Name BBI hatte was - von Berlin über Brandenburg in die Welt. BER sagt mir nichts. Sollen die Demonstranten damit beruhigt werden so kurz vor der Wahl?

Wolfgang Lehmann, per E-Mail

Ich schätze die Berliner Morgenpost sehr, aber was die Berichterstattung zum BBI - jetzt BER - angeht, bin ich enttäuscht. Den BBI als Pleiten-Pech-und-Pannen-Projekt zu bezeichnen ist absurd. Ist Ihnen klar, dass der Flughafen überhaupt erst seit 2006 gebaut wird? Innerhalb von sechs Jahren wird man den modernsten Airport Europas gebaut haben. In der kurzen Zeit wurde kein Flughafen in Europa errichtet. Das findet leider in den Medien keine Erwähnung. Die Sanierung der Staatsoper verzögert sich um ein Jahr, und bei einer Verzögerung von sieben Monaten beim drittgrößten Airport Deutschlands spricht man von Pleite? Und für die Rechtsstreitigkeiten im Vorfeld kann kein Politiker oder die Flughafengesellschaft etwas. Das liegt am Bürger, der zwar fliegen will, aber keinen Flughafen vor der Tür haben möchte.

Patrick Santer, per E-Mail

Was hat eigentlich die Verantwortlichen geritten, dass aus BBI jetzt BER wird. BBI war ein Begriff, allgemein verständlich und international. Insgesamt mal wieder ein unverständliches Trauerspiel. Was muss Berlin noch alles erleiden?

Thomas Hansen, Reinickendorf

Erst werden die Passagiere über die Airlines zur Kasse gebeten, da diese die erhöhten Flughafengebühren weitergeben. Und jetzt sollen die Passagiere auch noch für den Flughafen direkt bezahlen, den doch kaum einer braucht. Wir wurden ja auch nicht gefragt, ob wir ihn haben wollen. Wir haben doch zwei Flughäfen. Ein internationales Drehkreuz wird Berlin nie werden.

Marina Pretzer, per E-Mail

Auch der neue Name BER ändert nichts an dem Dilemma, dass eine falsche Standortentscheidung für den Großflughafen der Region Berlin-Brandenburg getroffen wurde.

Sebastian Grusch, Lichtenrade

Sämtliche ältere Immobilien von der Regelung betroffen

Zum Artikel: "Mieter im Altbau sollen mehr zah5len" vom 12. Juni

Eine Neuordnung der Grundsteuer mit einer gerechteren Verteilung der Steuerbelastung in der Stadt - das hört sich für die Wähler doch gut an. Aber was will der Finanzsenator wirklich? Den besagten Villenbesitzer am Wannsee wird es vermutlich nicht existenzbedrohend treffen. Eher schon die Altbaumieter in guten Wohnlagen, die nicht ausschließlich wohlhabende Leute sind und die durch die sowieso schon steigenden Mieten arg gebeutelt werden. Nun soll von rot-roter Senatsseite auch noch eifrig an der Schraube für die Betriebskosten gedreht werden. Somit könnte man so manchen Mieter zum Auszug zwingen und das Angebot an bekanntlich knappem Wohnraum in guten Wohnlagen unter anderem für die wartenden Investoren verbessern, um das eigene Versagen in der Wohnungsbaupolitik zu verschleiern. Die oft propagierte soziale Durchmischung ist offensichtlich gar nicht gewollt.

Uwe Blümel, per E-Mail

Sollte die Bemessungsgrundlage der Grundsteuer von den bisherigen Einheitswerten der Immobilien auf die Besteuerung nach den Verkehrswerten erhoben werden, sind nicht nur die Mieter von Altbauten betroffen, sondern sämtlicher Immobilienbesitz, ob Einfamilienhäuser, Eigentumswohnungen, Wohnungen, aber auch Gewerbebetriebe. Nein, es sind nicht nur die fiktiven Villenbesitzer in Dahlem, es betrifft auch die Rentner in ihrem kleinen Haus. Ich glaube, dass Politiker einen großen Teil ihrer Arbeitszeit damit verbringen, neue Steuerquellen zu erschließen.

Frank Künzel, Kladow