Leserbriefe

"Also Augen zu und weiter so"

Zum Artikel: "Private Gläubiger sollen Athen vor Staatspleite retten" vom 5. Juni

Sehr viel wird zurzeit über Griechenland berichtet. Das meiste ist nicht positiv und nicht sehr hilfreich. Der Staat ist verschuldet, sicher nicht ohne Gründe, aber wo sind die Menschen, welche die Bemühungen der jetzigen Regierung mit ihren persönlichen Möglichkeiten unterstützen, einen ausgeglichenen Haushalt aufzustellen. Sicher ist es nicht leicht, in einem traditionellen System etwas Grundsätzliches zu ändern. Und ein Erfolg entwickelt sich sehr langsam, auch braucht man dabei Geduld und die Hilfe von anderen Menschen.

Reinhard Jacob, per Mail

Zum Glück geht es uns ja so gut in Deutschland. Gute Straßenbeläge, Schulen und Universitäten und keine Kinder- und Rentnerarmut. Und Staatsschulden haben wir auch keine. Da können wir eigentlich für den Erhalt des Euro gleich weitere 100 Milliarden Euro ausgeben für Griechenland, Irland, Portugal, Spanien usw. Wir geben unser letztes Hemd für den Euro. Also Augen zu und weiter so.

Clemens Romberg, per Mail

Schulausbildung ist elementares Anliegen der Eltern

Zum Artikel: "Rot-Rot kämpft gegen Volksbegehren für Schulhorte" vom 30. Mai

Die in dieser Schlagzeile enthaltene Absurdität ist kaum zu übertreffen. Wann werden unsere gewählten Politiker endlich begreifen, dass eine gut organisierte Schulausbildung ein elementares Anliegen der Eltern darstellt? Die Forderung, dass Frauen gleichermaßen wie Männer an der Arbeitswelt teilnehmen können und gleiche Chancen haben sollen, muss endlich zu Ende gedacht werden. Ich schlage der Redaktion der Berliner Morgenpost vor, ergänzend zu der Rubrik "Willkommen" eine weitere ergänzende Rubrik einzuführen, in der an jedem Tag kurz von den Sorgen und Nöten, natürlich auch den positiven Erlebnissen einer Mutter mit einem oder mehreren schulpflichtigen Kindern berichtet wird.

Prof. Dipl.-Ing. H. Müller, Heiligensee

Buschkowsky ist selbst seit 20 Jahren in der Verantwortung

Zum Artikel: "Personalnotstand in Berliner Bezirken" vom 4. Juni

Auch zu diesem Thema weiß der omnipräsente Herr Buschkowsky wieder einmal, was Sache ist. Er vergisst vor lauter Populismus nur eines: Er selbst hat die Bezirksreform unterstützt, und nicht nur seine Partei ist seit 2001 an der Regierung, er selbst ist seit 20 Jahren in allen Dezernaten Neuköllns und seit über zehn Jahren als Bürgermeister in Verantwortung. Aber es sind ja bald Wahlen, und der Bürger vergisst schnell. Da kommen neunmalkluge Sprüche gut an.

Friedrich Sütterlin, Neukölln

Energiespar-Fenster kostet uns den Sommerurlaub

Zum Artikel "Länderchefs einig beim Atomausstieg" vom 4. Juni

Um den Atomausstieg zu schaffen, muss auch Energie eingespart werden, z. B. mit Energiesparmaßnahmen an Gebäuden. Das werden wir alle bezahlen. Wir haben gerade ein 23 Jahre altes Dachflächenfenster gegen ein modernes mit sehr guten Wärmedurchgangswerten ausgetauscht. Wir konnten es allein austauschen und haben deshalb nur 700 Euro ausgegeben. Das Zimmer mit einer Größe von 11 m² und reiner Südlage hatte bis jetzt einen anteiligen Verbrauch von ca. 120 m³ Gas im Jahr. Bei Kosten von ca. 70 Cent pro m³ haben wir bis jetzt 84 Euro im Jahr für das Beheizen dieses Zimmers ausgegeben. Zukünftig wird der Energieverbrauch ja wohl nicht bei null liegen. Gehen wir mal optimistisch von der Hälfte aus, sparen wir 60 m³ Gas im Jahr. Bei 70 Cent/m³ ergibt das einen Betrag von 42 Euro. Jetzt kann ja jeder ausrechnen, wann sich der Austausch für uns kostenmäßig amortisiert hat. Fest steht jedenfalls, dass der Sommerurlaub mit unseren vier Kindern dieses Jahr ausfällt, weil die 700 Euro fehlen. Mal sehen, wann das Volk zu maulen anfängt, unsere Kinder haben es schon getan.

Ute Pigeon, per Mail

Endlos lange Schlangen und drangvolle Enge

Zum Artikel: "Viele Sommerbäder sind noch geschlossen" vom 4. Juni

Dass das Prinzenbad mit 3500 Besuchern pro Tag ausgelastet ist, sieht nicht nach geringer Nachfrage aus. Ich hätte mich gefreut, einen Verantwortlichen der Bäderbetriebe im Prinzenbad zu sehen, angesichts der endlos langen Schlangen an der Kasse bzw. der drangvolle Enge im Wasser.

Uwe Siemund, per Mail