Leserbriefe

"Unnötige Angstmacherei"

Medizinisch bin ich ein Laie, aber es macht mich nachdenklich, dass die Bauern behaupten, dass es nicht sein kann, dass ihre Produkte EHEC verbreiten. Offensichtlich verbreitet sich EHEC aber regional. Ich vertraue der regionalen Bauernschaft und frage mich, ob es sich vielleicht um eine Art Anschlag handeln könnte und die Bakterien in die Nahrungsmittelindustrie eingeschleust wurden.

Janine Picard, per E-Mail

Nach meiner Einschätzung liegt das Grundübel darin, dass die Bauern ihre Gülle jederzeit auf die Felder ausbringen dürfen. Für menschliche Fäkalien ist das aus gutem Grund schon lange untersagt. Grundsätzlich sollte das auch für das Vieh gelten. Was früher noch halbwegs tolerabel war, ist heute in Anbetracht der Massentierhaltung falsch. Es ist ekelerregend, wenn Bauern, jederzeit sobald es regnet, ihre Gülle ausbringen, damit sie im Boden in Richtung Grundwasser versickert. Nach meiner Kenntnis gibt es schon lange Technologien, auf genossenschaftlicher Basis die Gülle und den Stallmist zu verbrennen und damit sogar noch Energie zu gewinnen. Was dann verbleibt, kann ohne Schaden für die Umwelt auf die Felder gebracht werden und leistet dort die gleichen guten Dienste.

Hans Gärtner, per E-Mail

Ist eigentlich schon mal einer der Forscher und Politiker auf die Idee gekommen, dass irgendwer den Erreger erzeugt hat und damit einen Anschlag verübt? Vielleicht sollte man bei der Suche nach dem Verursacher gewohnte Wege verlassen. Ich habe Mitleid mit den Bauern und Erzeugern von Obst und Gemüse, die jetzt große Verluste erleiden und vielleicht sogar geächtet werden.

Konrad Bühler, per E-Mail

Wieder herrscht in Deutschland apokalyptische Weltuntergangsstimmung. Der EHEC-Erreger scheint die deutsche Bevölkerung wie einst Pest oder Cholera zu bedrohen. Doch im Gegensatz zum Mittelalter dürften wir heute dank moderner Medizin, Forschung und Pharmaindustrie in der Lage sein, eine derartige Bedrohungssituation zu meistern. Deshalb sollte - trotz aller tragischen Erkrankungsfälle - Ruhe bewahrt und weiter geforscht und gesucht werden.

Ruben Seidler, per E-Mail

Da basteln und werkeln seit Wochen Hunderte Wissenschaftler an der Entschlüsselung des EHEC-Keims. Und was kommt raus? Nennt sich das moderne Wissenschaft und Labortätigkeit? Täglich mehr Erkrankungen, und Deutschland ist nicht in der Lage, die Ursachen zu finden. Man sollte sich schämen. Nun sind es doch nicht die spanischen Gurken. Oder doch? Aber der Keim ist ein bisschen anders. Oder macht Deutschland nur einen Kniefall vor den Drohungen Spaniens, weil wir die Gurken nicht essen wollen?

Rita Alliger, Schildow

Welch Überraschung: Die bösen Killergurken und -tomaten sind nicht schuld an den EHEC-Erkrankten. Aber Hauptsache, erst mal Panik geschürt und in Zeiten ohnehin schon riesiger Nahrungsmittelverschwendung noch mal ein paar Tonnen komplett unbedenklicher Rohkost auf den Müll gekippt und die Gemüsebauern immens geschädigt, während auf der Erde eine Milliarde Menschen Hunger leidet. Wenn es nicht so tragisch wäre, könnte man drüber lachen. Dabei sagte einem jeglicher gesunder Menschenverstand von Anfang an, dass nicht allein die stets gesunde Rohkost an diesem Erreger schuld sein kann. Man hätte lieber mal die Intensivtierhaltung in Augenschein nehmen sollen.

Stephanie Johanna Goldbach, Charlottenburg

Wie mit der ganzen Atomdebatte werden die Leute auch beim Thema EHEC ziemlich verrückt gemacht. Nicht wenige haben schon Angst, etwas zu essen, meiden Kauf und Verzehr von Obst und Gemüse. Dabei sollte eigentlich bei strenger Beachtung der allgemein üblichen Hygienevorschriften nichts passieren. Jedenfalls nicht zu Hause, wo man das Gemüse selbst waschen kann. Also Gurken, Tomaten und den Salat (jedes einzelne Blatt) gründlich abspülen, Gurken und Tomaten abschälen. Anschließend noch mal spülen und nach der Prozedur natürlich die Hände mit Seife oder Lotion abwaschen. In Restaurants oder Hotels, die man nicht wirklich gut kennt, sollte man allerdings auf den Verzehr fragwürdiger Rohkost verzichten.

Christian Lukner, per E-Mail