Leserbriefe

"Beunruhigende Engpässe"

Es ist beunruhigend, dass es bei bislang einigen Hundert gemeldeten Erkrankten bei etwa 80 Millionen Bundesbürgern schon jetzt zu Versorgungsengpässen kommt. Was machen eigentlich die selbst ernannten Experten mit dem Geld, das wir in die Gesundheitsversorgung pumpen? Gar nicht auszudenken, wenn es mal richtig dick kommt.

Uwe Schmidt, per E-Mail

Dem Leitartikel kann man entnehmen, dass es auch im vorigen Jahr Tote wegen der EHEC-Krankheit gegeben hat. Gehört hat man davon allerdings nicht viel, und Ursachenforschung wurde sicher auch nicht betrieben. Der veröffentlichten Statistik zu EHEC-Erkrankungen ist zu entnehmen, dass in den Jahren 2001-2010 durchschnittlich etwa 1000 Erkrankungen aufgetreten sind. Im Jahr 2011 sind in vier Monaten 273 Fälle aufgetreten. Was ergibt sich denn da auf das gesamte Jahr gerechnet? Ich bin der Auffassung, dass viele Dinge, über die früher niemand berichtet hätte, aufgeblasen werden. Und das Bundesgesundheitsamt kann sich auch noch freuen, wieder zu zeigen, dass es noch existiert.

Peter-Klaus Schlafge, per E-Mail

Nun wissen wir es, die Gurken aus Spanien sind schuld, dass viele Menschen lebensgefährlich erkrankt sind. Der Erreger EHEC befindet sich in den Ausscheidungen von Wiederkäuern, also von Kühen, Rindern, Ziegen oder Schafen. Somit müsste die Gülle dieser Tiere an die Frucht kommen, damit Bakterien sich dort anhaften. Aber Salatgurken werden in Gewächshäusern gezogen, nicht nur in Deutschland, sondern überall. Es ist absurd zu glauben, dass Gemüsebauern mit der Gartenspritze die Gülle an die Frucht bringen. Selbst esse ich ganzjährig Salatgurken, nach der Herkunft frage ich nicht. Nur: Die Gurken schäle ich mit dem Spargelmesser. Auch ohne Schale schmecken sie gut. Tomaten gebe ich in ein Sieb und tauche dies kurz in kochend heißes Wasser. Von Freilandgemüse - außer Spargel - aus Deutschland würde ich derzeit abraten.

Jürgen Hempel, per E-Mail

Rettung des Vereins auch im Interesse der Landeshauptstadt

Zum Artikel: "Babelsberg: Keine Insolvenz, aber wohl auch keine Dritte Liga" vom 28. Mai

Die Potsdamer Stadtväter spielen den Ball in die richtige Richtung, aber nicht weit genug. Denn eine Rettung des SV Babelsberg 03 ergibt für die 3. Liga sowohl aus sportlicher als auch wirtschaftlicher Sicht einen größeren Sinn als eine Etage tiefer. Wobei noch der Verlust der bisherigen Fernsehpräsenz hinzukäme, deren Beibehalt aber eine wichtige Voraussetzung dafür ist, neben den bisherigen Sponsoren weitere Geldgeber zu finden. Weshalb zur Not auch die Landesregierung ihren Beitrag leisten und den angebotenen Zuschuss verdoppeln sollte, da sie in Form von Steuereinnahmen von einem Verbleib des Klubs im bezahlten Fußball profitiert.

Rasmus Ph. Helt, per E-Mail

Schuldzuweisungen sind unangebracht

Zum Artikel: "Zweites Elefantenmädchen im Zoo gestorben" vom 28. Mai

Die Tierrechtsorganisation Peta betreibt ein billiges Spiel, wenn sie sich mit unnötigen Stellungnahmen zum Tod des jungen Elefanten in die Diskussion einmengt. Weder ist der Zoo ein "Elefantenfriedhof", noch ist der Direktor für die Herpes-Infektion verantwortlich. Wer zoologische Gärten fundamental ablehnt und seit Jahren mit zum Teil höchst fragwürdiger Methodik gegen diese Institutionen agiert, dem kommen solche Todesfälle gelegen. Es ist ein trauriger Verlust für den Zoo, aber Schuldzuweisungen sind unangebracht. Völlig außer Acht lässt man in diesem Zusammenhang die vielen bedeutsamen Zuchterfolge, die der Zoo jährlich vermelden kann.

Christian Heidt, Charlottenburg

Experten warnen vor Kollaps der Stromnetze

Zum Artikel: "Nächtliches Ringen im Kanzleramt um den Ausstieg" vom 30. Mai

Egal, was beschlossen wird, Hochspannungstechniker warnen bereits heute vor einem großflächigen Zusammenbruch der Netze, der bei Abschaltung der Atomkraftwerke zum Problem werden könnte. Die Netze sind nicht für den Transport größerer Mengen von Strom aus erneuerbaren Energiequellen ausgelegt, weder aus dem Norden von den Offshore-Windkraftanlagen noch aus dem Süden für Strom, der in den sonnenreichen Gebieten Europas oder Nordafrikas produziert wird. Blackouts könnten somit sehr bald zum bundesdeutschen Alltag gehören. Erst vor wenigen Tagen hat die Bundesnetzagentur vor Problemen in diesem Bereich gewarnt.

Christian Lukner, per E-Mail