Leserbriefe

"Unterstützung aus Brandenburg"

Es kommt ja öfter vor, dass die Medien über zu wenig Polizisten in Berlin schreiben und die Öffentlichkeit sagt, dass mehr eingestellt werden müssen. Ich war von 1987 bis 2006 bei der Berliner Polizei. Aus gesundheitlichen Gründen wurde ich 2006 zwangspensioniert. Die jährliche polizeiärztliche Untersuchung findet aus Kostengründen natürlich nicht jährlich statt. In den fünf Jahren meiner Pension war ich erst zwei Mal bei einer Untersuchung. Es gibt eine sehr große Anzahl von Kollegen, welche in jungen Jahren (ich bin 39 Jahre alt) in Pension geschickt wurden, aber wieder arbeiten gehen möchten. Es gibt eine interne Anweisung, mit der Wiederverwendung im Vollzugsdienst so lange wie möglich zu warten. Nun sitze ich, wie sehr viele andere Kollegen, auf Staatskosten zu Hause. Die Mindestpension beträgt 1200 Euro, manche kommen damit klar, viele nicht. Es ist doch dumm, für viel Geld neue Beamte auszubilden, wenn es schon fertige Polizisten gibt, die aber nicht arbeiten dürfen.

Dirk Rotluff, per E-Mail

Das Land Brandenburg streicht im Rahmen seiner Polizeireform etwa 2000 Stellen im Polizeidienst. Warum können davon nicht kurzfristig wenigstens 200 Beamte die Berliner Polizei unterstützen? Da auch viele Brandenburger unsere U- und S-Bahnen nutzen, wäre das doch eine willkommene Unterstützung.

Bernd Liskau, Siemensstadt

Eher ein unstrukturiertes Auswahlverfahren

Zum Artikel: "Neuer Polizeichef tritt sein Amt erst im Juli an" vom 24. Mai

PPP - Politik plant Polizeipräsident oder auch Pleiten, Pech und Pannen. Es ist ein unwürdiges Schauspiel der Macht, wie der rot-rote Senat zum wiederholten Mal Personalentscheidungen durchziehen will. In der im Amtsblatt von Berlin nachzulesenden Ausschreibung für diesen Posten ist von einem strukturierten Auswahlverfahren die Rede. Alles, was bisher hierzu öffentlich wurde, lässt dies nicht einmal im Ansatz erkennen, es sei denn, die Struktur besteht darin, dass ein Bewerber mit dem richtigen Parteibuch gesucht wird. Bei dieser Vorgehensweise, die wohl eher an Entscheidungsfindungen des Politbüros erinnert, nimmt es nicht wunder, wenn immer mehr Bürger an dieser Form von rechtsstaatlicher Demokratie nicht mehr teilnehmen wollen. Erschreckend, wie die herrschenden Parteien, die sich auch noch als Volksparteien verstehen wollen, sich immer mehr ohne Volk viel wohler zu fühlen scheinen. Es wird Zeit, dass die Gerichte diese Form des Machtmissbrauchs durch die Politik bremsen.

I.H. Korn, per E-Mail

Personaltableau ist spannend wie "eingeschlafene Füße"

Zum Artikel: "Gabriel will die SPD durchlüften" vom 26. Mai

"Yes, we can not!" - so könnte das Motto einer Vorwahl zur Bestimmung des Kanzlerkandidaten der SPD nach dem Vorbild der USA lauten. Toll, was sich Generalsekretärin Andrea Nahles und Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann im Rahmen einer SPD-Parteistrukturreform da ausgedacht haben. Statt sich darüber Gedanken zu machen, wie die alte Dame SPD wieder zukunftsfähig gemacht werden kann, wollen sie uns allen Ernstes zumuten, zwischen dem tapsigen Erzengel Sigmar Gabriel, dem langweiligen Frank-Walter Steinmeier und dem besserwisserischen Peer Steinbrück zu wählen. Das ist so spannend wie eingeschlafene Füße. Stattdessen sollte die SPD endlich wieder Visionen wie Willy Brandt entwickeln. Schließlich brauchen wir unbedingt Konzepte, wie wir der wachsenden Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, der zukunftsraubenden Staatsverschuldung und dem menschenfeindlichen demografischen Wandel in unserer Gesellschaft erfolgreich begegnen können. Gelingt dies nicht, dann wird die SPD bei der Bundestagswahl 2013 nur dritter Sieger hinter den Grünen werden.

Roland Klose, per E-Mail

Reichstes Land Europas blamiert sich mit Billigbau

Zum Artikel: "Schloss wird 44 Millionen Euro teurer" vom 26. Mai

44 Millionen Euro Mehrkosten für eine abgespeckte Schlossversion. Man liest die Nachricht und ahnt schon jetzt: Die Schlossattrappe wird ein schöner Mist werden. Das reichste Land Europas blamiert sich bis auf die Knochen, weil es im Herzen seiner Hauptstadt Berlin einen geschmacklosen Billigbau hinstellt, einen aufgepeppten Palast der Republik. Aber es stimmt, wir müssen sparen, denn Griechenland, Irland, Portugal und Spanien brauchen unser Geld viel dringender als wir selbst.

Werner Holzfuß, per E-Mail