Leserbriefe

"Demografische Schieflage"

Ein schlechter Tag für hart arbeitende Menschen, weil die sogenannten Wirtschaftsweisen wegen des erschreckenden demografischen Wandels in unserer Gesellschaft langfristig das Rentenalter erst bei 69 Jahren sehen. Unser Motto, immer mehr leisten bei immer größerem Arbeitsdruck, wird zwangsläufig dazu führen, dass der Tod am Arbeitsplatz nicht die Ausnahme bleibt. Dabei liegt der Grund für die drohende Vergreisung der Deutschen auf der Hand. Nicht allein das Älterwerden aufgrund des medizinischen Fortschritts, sondern die überaus stark gesunkenen Geburtenraten sind dafür hauptsächlich verantwortlich. Deshalb kann der Generationenvertrag in der gesetzlichen Rentenversicherung nicht mehr funktionieren. Daher brauchen wir unbedingt eine Demografiewende in Deutschland. Demzufolge müsste es zu Steuer- und Sozialabgabenerhöhungen für solche Ehepaare kommen, die keine Kinder wollen, obwohl sie theoretisch welche bekommen könnten. Wenn dann die Geburtenrate immer noch nicht steigen sollte, dann wäre wenigstens ein menschenwürdiges Renteneintrittsalter aufgrund voller Rentenkassen gewährleistet.

Roland Klose, per E-Mail

In anderen Ländern geht man auf die Straße, weil das Renteneintrittsalter auf 62 Jahre hochgesetzt wird. In Deutschland sollen nun Menschen bis 69 arbeiten. Besser wäre ja, sie so lange arbeiten zu lassen, bis sie tot umfallen - das spart Rentenzahlungen.

Oliver Laudahn, per E-Mail

Wertvolle Zeit mit sinnlosen Diskussionen verschwendet

Zum Artikel: "Gute Erfahrungen mit dem Alkoholverbot" vom 17. Mai

Die Politik versagt - mal wieder. Nicht, weil sie das Problem der U-Bahn-Kriminalität nicht von heute auf morgen in den Griff bekommt, sondern weil sie wertvolle Zeit verschwendet mit Diskussionen über Dinge, die längst geregelt sind. Seit ewigen Zeiten ist das Essen und Trinken in Bahnen generell verboten. Wenn Verbote nicht beachtet werden, braucht niemand über die Verbote zu diskutieren, sondern über Maßnahmen zu deren Durchsetzung. Noch unverständlicher ist mir die Meinung einiger Zeitgenossen, es wäre doch nicht so schlimm, wenn ein Arbeiter sein Bier nach der Arbeit mal in der U-Bahn trinkt. Verkehrsmittel sind für den Transport geschaffen worden, sie sind keine Restaurants. Ich finde es einfach ekelerregend, wenn mir in der U-Bahn Bier- oder Dönergeruch um die Nase weht. Aber das Verhalten passt zu unserer Gesellschaft, in der jeder ständig alles haben muss und Rücksichtnahme ein Fremdwort geworden ist.

Daniela Reil, per E-Mail

Elektromobile sind Stiefkinder im Autoland Deutschland

Zum Artikel: "In Tempelhof fahren die sauberen Autos der Zukunft" vom 19. Mai

Wenn derzeit gerade mal etwas mehr als 2000 Elektroautos auf unseren Straßen fahren, ist Deutschland noch sehr weit von einem europäischen Leitmarkt für diese Fahrzeuge entfernt. Die heutigen Elektroautos mit ihrer geringen Reichweite, den fast nicht vorhandenen Ladestationen, dem extrem hohen Kaufpreis sowie einem kaum bezahlbaren Preis für die Ersatzbatterien nach etwa 150 000 Kilometern sind längst nicht modernster Stand der Technik und Wissenschaft im Autoland Deutschland. Mit den gegenwärtigen Elektroautos ist kein Staat zu machen. Sie sind schon Auslaufmodelle, wenn sie neu auf den Markt kommen, und rechnen sich weder für die Käufer noch für die Umwelt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sollte lieber mit gutem Beispiel vorangehen und die spritschluckenden Acht-Zylinder-Luxuslimousinen aus dem Fuhrpark der schwarz-gelben Bundesregierung für immer verbannen, da diese immerhin deutlich mehr als 15 Liter pro 100 Kilometer Benzin verbrauchen. Dem Volk Elektroautos schmackhaft machen und selber mit 500-PS-Autoboliden als Regierungschefin durch Deutschland brausen, das passt nicht zusammen und ist höchst unglaubwürdig.

Albert Alten, per E-Mail

Journalistische Sternstunden und textliche Leckerbissen

Zum Leitartikel: "Der Schuldspruch vor dem Urteil" vom 19. Mai

Egal, ob Kommentar, Bericht, Glosse, Porträt oder sonstige Texte, die Arbeiten von Hajo Schumacher sind immer kleine journalistische Sternstunden und textliche Leckerbissen. So auch dieser Leitartikel vom 19. Mai wieder. Nur selten hat jemand den Themendreiklang Vorverurteilung, Volkes Denken und Verantwortung der Medien so pointiert dargestellt wie Hajo Schumacher. Dafür Chapeau!

Rainer Gottlieb, per E-Mail