Leserbriefe

"Verständnis und Rücksichtnahme"

Ich kann die Reaktionen der Bewohner verstehen. Ich lebe an der Hauptstraße, mit etlichen Hotels im Umkreis, an einer Bushaltestelle. Die Unterhaltung der Touristen oder auch der Messebesucher kann man bis in die 5. Etage verstehen. Da wird gekichert und gegackert. Ruhezeiten scheint es im Rest der Republik nicht zu geben. Manchmal hat man das Gefühl, alle sind schwerhörig. Auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Ich habe es dann schon vorgezogen, den Wagen zu wechseln.

E. Kretschmer, Charlottenburg

Ich bin Kreuzberger und freue mich über jeden Touristen, der die kleinkarierte Welt dieser Fremdenhasser bereichert. Ich werde als Tourist anderswo unglaublich herzlich empfangen, und es ist so beschämend, wie wir mit Gästen umgehen.

Michael Benedikt, per E-Mail

Es gilt Artikel 2 des Grundgesetzes: "Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt ..." Berlins Polizisten wissen, diesen Paragrafen kennt leider nicht jeder. Man müsste mit einem gewaltfreien, witzigen Comic Bürgern und Touristen erklären, wieso dieser Artikel des Grundgesetzes gut und wichtig für das friedliche Zusammenleben ist. Es ist eine große Herausforderung, nächtliches Beisammensein und Ruhe für die Anwohner in Einklang zu bringen.

Dirk Hüttner, per E-Mail

Entlastende Verkehrslösung dringend erforderlich

Zum Artikel: "Endlich wieder mit dem Zug zum Ostseestrand" vom 9. Mai

Wer die Verkehrssituation auf Fischland und Darß am Osterwochenende erlebt hat, sehnt eine solche Verbindung herbei. So voll waren die Orte auf der Insel nach einhelliger Meinung auch der Einheimischen wohl noch nie. Die Staus, gerade wenn man die Insel verlassen möchte, sorgten und sorgen ständig für Frust, Unfälle und extrem verlängerte Reisezeiten. Normal ist die Strecke Berlin - Fischland in 2 Stunden 20 Minuten zu schaffen. An solchen Wochenenden wie Ostern sind schnell auch sechs Stunden möglich. Gerade Erstbesucher reden dann schnell davon, dass sie sich so etwas nicht so schnell wieder antun werden. Es muss also etwas geschehen. Doch das, was jetzt geplant und realisiert werden soll, löst die beschriebenen Probleme nicht. Ich bin der festen Überzeugung, dass es vielen Urlaubern einen etwas über den üblichen Spritkosten liegenden Aufwand wert wäre, den Darß und das Fischland entspannt mit einem Autozug zu erreichen und wieder zu verlassen.

Frank Westphal, per E-Mail

Traum vom Großflughafen endgültig geplatzt

Zum Artikel: "Jetzt ist die Flugsicherung am Zug" vom 11. Mai

Nun ist es also amtlich, dass die Lufthansa in Schönefeld kein Drehkreuz einrichten wird. Damit ist der Traum vom Großflughafen endgültig geplatzt. Jetzt tritt immer mehr zutage, dass sich die katastrophale Standort-Fehlentscheidung, die wir in erster Linie dem damaligen Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen zu verdanken haben, bitter rächt. Jeder Flughafen innerhalb des Berliner Ringes ist zwangsläufig jetzt schon (zumindest nach einer Seite hin) ein innerstädtischer Flughafen und wird mit der Ausdehnung Berlins im Laufe der Zeit zum vollwertigen Innenstadtflughafen werden. Es gibt nur eine einzige Möglichkeit, aus diesem Dilemma herauszukommen: Sofortiger Baustopp in Schönefeld und umgehender Neubeginn in Sperenberg. Wenn alle am gleichen Strang ziehen, müsste dies möglich sein. Zumal man gerüchteweise hört, dass der Eröffnungstermin für Schönefeld intern bereits auf das Jahr 2015 verschoben werden musste, weil sich der Tower und die Startbahnen unzulässig weit abgesenkt haben. Verkündet werden soll das aber erst im Spätherbst, um die Wiederwahl von Klaus Wowereit nicht unnötig zu gefährden.

Rolf Pilgram, Schöneberg

Aufregung und Verzweiflung bei Alten und Gebrechlichen

Zum Artikel: "Wie Senioren von den Krankenkassen abgewimmelt werden" vom 13. Mai

Seit Tagen verfolge ich das Drama um den Konkurs der City BKK. Tausende alte und gebrechliche Menschen stehen seit Tagen ohne Versicherungsschutz da. Die Aufregung und die Verzweiflung dieser Menschen kann jeder nachempfinden, der ein Herz hat. Aber hat ein Land noch ein Herz für seine Bürger, das Milliarden Euro an fremde Völker zur Rettung des Euro verschenkt? Das arme Griechenland zahlt seinen Rentnern 14 Monatsrenten, das reiche Deutschland erhöht die Renten hingegen gerade mal um ein Prozent.

Rita Alliger, Schildow