Leserbriefe

"Intellektueller Blackout"

Es ist schon traurig, dass die SPD als alte Arbeiterpartei und heute mit dem Ziel, zur neuen Mitte zu gehören, sich in Person des innenpolitischen Sprechers der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, schützend vor Stasi-Leute stellt. Stasi-Leute, die das eigene Volk bespitzelt haben - bis hinein in die eigene Familie. Stasi-Agenten, die Verleumdungen über Menschen verbreitet haben, die nicht auf der SED-Staatslinie waren, und damit berufliche und politische Karrieren kaputt gemacht haben - auch im Westen. Der lange Arm der SED-Staatspartei war die Stasi. Es kann uns aber nicht wundern, dass von führenden SPD-Funktionären eine Haltung zum Schutz der Stasi-Leute eingenommen wird. Denn auch in Berlin regiert die SPD seit Jahren friedfertig mit der Nachfolgepartei der SED zusammen.

Anita Gnielinski, per E-Mail

Herr Jahn soll weitermachen wie bisher, besonnen und konsequent. Herr Wiefelspütz schadet der SPD. Durch seine aggressive und unqualifizierte Wortwahl bringt er sie in Verdacht, etwas verbergen zu wollen.

Günter Klein, Pankow

Als jemand, der der SPD immer eher zugetan war, bin ich ziemlich entsetzt, was dort vor sich geht. Erst macht Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck die Stasi regierungsfähig, als ginge es bei der Vergangenheit dieser Leute um das Überfahren einer roten Ampel und nicht darum, dass Menschen durch Stasi-Leute ins Gefängnis gekommen sind, Familien zerrissen oder Kinder zwangsadoptiert wurden. Und nun hat auch Herr Wiefelspütz einen intellektuellen Blackout. Es ist keinem normal denkenden Menschen klarzumachen, wie Mitarbeiter der Stasi-Unterlagen-Behörde zur Aufarbeitung ihrer eventuell eigenen Verbrechen beitragen sollen. Dies ist ein Hohn für alle Stasi-Opfer und deren Angehörige. Was Herr Jahn vorhat, stasibelastete Mitarbeiter aus seiner Behörde zu entfernen, ist nur logisch und konsequent, und man muss sich fragen, warum nicht seine Vorgänger im Amt dies schon getan haben. Wiefelspütz hat sich mit seinen überaus dummen und überflüssigen Aussagen selbst ins Abseits gestellt, und insbesondere er muss sich dann nicht wundern, wenn die SPD eine Wählergruppe nach der anderen verprellt.

Ingo Schulz, Zehlendorf

Die Angewohnheit "reden, ohne zu denken" hat der SPD-Politiker Wiefelspütz bereits mehrmals öffentlich unter Beweis gestellt. So werden auch seine jüngsten Absonderungen ganz sicher der SPD keinen Stimmenzuwachs bescheren.

Jürgen Schultze, per E-Mail

Der linke Eiferer Wiefelspütz greift Roland Jahn giftig an, weil dieser eine längst nötige Personalpolitik in der Stasi-Unterlagen-Behörde betreibt. Wie hätte Wiefelspütz wohl reagiert, wenn in einer Behörde zur Aufarbeitung von Nazi-Unterlagen Rechtsextreme beschäftigt würden?

Dr. Peter Ollick, per E-Mail

Suche nach Regierung mit neuen Ideen

Zum Interview mit Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister vom 7. Mai

Politische Führungskräfte haben die Aufgabe, das Unternehmen Bundesrepublik zielgerichtet und nachhaltig zu führen. Erfolgreiche Unternehmenslenker zeichnen sich durch Visionen und das Aufzeigen von Perspektiven aus, wozu man auch eine ordentliche Portion Mut braucht. Die längst fällige Energiewende ist solch eine Vision und hat Perspektive. Sie hat das Potenzial einer echten Investition in die Zukunft. Und was tut McAllister: Mit Hinweis auf die Kosten erhebt er einfallslos den drohenden Zeigefinger. Und Mut fehlt ihm ebenfalls, hat er doch die Sorge, es sich mit der Industrie zu verscherzen. Das hat schon Züge von Verzweiflung und Ratlosigkeit, hervorragende Zutaten, um das Unternehmen Bundesrepublik und seine Mitarbeiter in die Insolvenz zu treiben. Offensichtlich wird es auch in Niedersachsen Zeit, dass der Wähler nach einer neuen Führungsmannschaft mit Ideen Ausschau hält.

Andreas Foidl, per E-Mail

Steuerzahler muss für Planungsfehler blechen

Zum Artikel: "Notstrom für den Reichstag" vom 8. Mai

Schön, dass Vattenfall davon ausgeht, dass statistisch mit einem vergleichbaren Stromausfall nur alle 50 Jahre zu rechnen sei. Aber wie das mit der Statistik so ist: Offensichtlich hat man vergessen, dass es einen vergleichbaren Störfall bereits vor etwa zehn Jahren schon einmal gab. Auch damals waren die Bundestagsanschlüsse bei Bauarbeiten beschädigt worden. Ärgerlich nur, dass für die eingestandenen Planungsfehler des Energieversorgers nun der Steuerzahler aufkommen muss.

Marc-Axel Jacobi, per E-Mail