Leserbriefe

"Zu spät für Gerichtsverfahren"

Als ich vom Tod Bin Ladens hörte, dachte ich: "Na endlich!" Ich brach zwar nicht in Jubel aus, aber ich war auch nicht traurig. Dieser Mann und seine Bande mit Namen al-Qaida haben zahlreiche Anschläge zu verantworten, bei denen Tausende Menschen aus vielen Nationen ihr Leben lassen mussten. Ihnen war es egal, wer stirbt, es ging ihnen vor allem um eine große Zahl von Opfern. Sie liebten den Terror, die Gewalt. Osama Bin Laden hat am Ende seines Lebens das bekommen, was er sich erhoffte - einen gewaltsamen Tod. Alles andere war unmöglich. Es war dem Präsidenten der USA kaum zuzumuten, das Leben seiner Soldaten zu gefährden, aus dem Wunsch heraus, Bin Laden gefangen zu nehmen. Zudem hätte ein inhaftierter Bin Laden seine Gesinnungsgenossen zu gewalttätigen Befreiungsaktionen motiviert. Nein, die Erschießung war wohl die einzig richtige, mögliche Lösung. Es ist peinlich, wenn jetzt ausgerechnet deutsche Journalisten und deutsche Politiker die USA kritisieren. Merkels Äußerung ist völlig in Ordnung. Ich wünsche mir aber, dass sie nicht nur verbal Mut beweist, sondern auch in ihren Taten couragiert zum Bündnis mit den USA steht.

Gunnar Bluhm, per E-Mail

Ärger löst Merkels Äußerung vor allem bei all jenen Mitbürgern aus, die auch im letzten kriminellen Jugendlichen, der in der U-Bahn Menschen in Tötungsabsicht zusammenprügelt, das Gute im Menschen sehen. Ob der Terroristenführer eine Feuerwaffe in der Hand hatte oder verbal Widerstand leistete, ist völlig unerheblich. Er wusste, dass er vom FBI gesucht würde. Viele Jahre hatte er Zeit, sich einem Gerichtsverfahren in den USA oder Den Haag zu stellen. Als die Hubschrauber mit den Elitesoldaten landeten, war es für eine Lösung vor Gericht zu spät. Er hat ein verdientes Ende gefunden, den US-Soldaten gebührt unser aller Dank. Ob die Kanzlerin sich über die Höllenfahrt des Terrorfürsten freut oder über sein Ende froh ist, ist völlig unerheblich. Ich habe mich über den Militäreinsatz und sein gutes Ende gefreut.

Ralf Drescher, per E-Mail

Ich kann nicht verstehen, wie jetzt über das Wie der Tötung dieses Terroristen diskutiert wird. Dieser Mann hat so viel Leid über die Menschheit gebracht. Wurde das schon vergessen? In Deutschland scheint sich immer mehr zu verbreiten, dass Täter zu Opfern werden, sowohl in der Politik wie auch bei den Bürgern der Straße.

Die Vermutung über mögliche Racheakte mag stimmen, jedoch sind Anschläge auch ohne die Tötung dieses Massenmörders nicht auszuschließen, wie die Vergangenheit gezeigt hat.

Sylvia Otte, per E-Mail

Da wird ein Terrorist, der Tausende Menschen auf dem Gewissen hat, erschossen, und man diskutiert darüber, ob das legal war und ob man ihn nicht nach rechtsstaatlichen Mitteln hätte verhaften können, um ihn vor Gericht zu stellen. Was am 11. September 2001 geschah, war grauenhaft und menschenverachtend. Wenn jemand der Meinung ist, solchen Individuen sei mit rechtsstaatlichen Mitteln beizukommen, dann lebt der in einer rosaroten Seifenblase. Dem islamistischen Terrorismus ist mit Kuschelpolitik und netten Worten nicht beizukommen. Gewalttätigen Islamisten muss klargemacht werden: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.

Jana und Ralf Müller, per E-Mail

Personen sind zwar zu sehen, aber nicht zu erkennen

Zum Artikel: "Video zeigt Gewaltexzess auf U-Bahnhof" vom 4. Mai

Es wurden ja die Aufsichts- beziehungsweise Kontrollkräfte auf den U-Bahnhöfen aus Kostengründen abgeschafft. Nun sind die billigeren Kameras angebracht worden. Sicherheit ist nicht mehr da. Auf den gezeigten Fotos sind wohl Personen zu sehen, zu erkennen sind sie nicht. Also ist die Polizei auf Hinweise der Bevölkerung angewiesen. Ob nun endlich mal wieder Aufsichtspersonal eingestellt wird?

W. Dohrmann, Schleswig

Justiz lässt Helfer oft genug im Regen stehen

Zum Artikel: ",Die Justiz muss schnell und konsequent reagieren'" vom 28. April

Die Haftverschonung für den U-Bahn-Schläger ist einer der Gründe, warum Bürger immer öfter sich bei Konflikten nicht einmischen, da sie wissen, dass sie die Justiz im Regen stehen lässt. In diesem Fall sind es eben die Richter, die der Meinung sind, man müsse doch Verständnis auch für den Täter haben. Von der BVG kann man in puncto Sicherheit auch nicht viel erwarten. Seit die BVG die Zugabfertiger abgeschafft hat, ist es auch auf den Bahnhöfen gefährlicher geworden. Was bringt es, wenn es zwar Notrufsäulen gibt, aber das Opfer keine Möglichkeit hat, diese zu benutzen?

Klemens Romberg, per E-Mail