Leserbriefe

"Unangemessene Verharmlosung"

Wer Menschen, die gezielt mit Steinen und Flaschen auf andere Menschen, auf fremdes Eigentum und auf Häuser werfen, als "gewaltbereite Demonstranten" bezeichnet, macht sich zum Mittäter. Diese zerstörungswütigen Randalierer sind nicht nur zur Gewalt bereit, sondern sie üben sie aktiv und zum Schaden anderer aus. Das muss auch genau so bezeichnet und beschrieben werden. Auch der Euphemismus "Schönheitsfehler", den der Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans Christian Ströbele für diese Vorgänge nutzt, ist absolut unangemessen. Eine "ausgestreckte Hand" verdient nur der, der in den eigenen Händen keine Wurfgeschosse hält.

Daniel Dicker, per E-Mail

Jetzt lassen die Grünen die Katze aus dem Sack. Der Bundestagsabgeordnete Ströbele bezeichnet die Flaschen- und Steinwürfe der Chaoten auf Polizisten als "Schönheitsfehler". Nun wissen wir, was im Falle eines Wahlsiegs der Grünen in Berlin auf die Bevölkerung zukommt. Unsere Bürger sollten sich bei der kommenden Wahl darüber im Klaren sein, dass die Stimme für die Grünen ein Schritt in die Richtung permanenter Unsicherheit für die Bevölkerung darstellt.

Lothar Pahlau, per E-Mail

Spargelernte bleibt weiterhin in der Hand der Polen

Die meines Erachtens oft einseitige aktuelle Debatte über die Gewährung der Arbeitnehmerfreizügigkeit für polnische Arbeitskräfte zum 1. Mai wird oft von Emotionen begleitet. Die Schlussfolgerung ist dementsprechend Panikmache und die Annahme einer Zuwanderungshysterie. Dabei werden wesentliche und ganz wichtige Aspekte außer Acht gelassen. In meiner Forschungsarbeit zur temporären Migration polnischer Saisonarbeiter im Spargelanbau, die ich an der Humboldt-Universität mit einer Promotion abgeschlossen habe, zeige ich, dass eine Migrationsentscheidung wesentlich von dem sozialen Netzwerk und den damit verbundenen Möglichkeiten der Saisonarbeiter abhängt und erst in zweiter und dritter Instanz eine Frage des Lohns und der formalen Regelung ist. Seit mehr als zehn Jahren schwanken die Saisonarbeiterzahlen zwischen 230 000 und 330 000 Arbeitern überwiegend polnischer Herkunft. Damit ist die saisonale Beschäftigung eine konstante Größe und ein weitgehend abgeschlossenes System. Die Sparegelernte bleibt damit in der Hand der Polen.

Carlotta von Bock und Polach, per E-Mail

Exekution ohne Gerichtsverfahren oder Urteil

Zum Artikel: "USA töten Bin Laden" vom 3. Mai

Vorweg: Ich habe mit Osama Bin Laden kein Mitleid. Ein Terrorist ist tot. Aber: Es scheint in westlichen Demokratien um sich zu greifen, missliebige Personen wie Massenmörder und Diktatoren zu erschießen - ohne ein Gerichtsverfahren, ohne ein Urteil. Stellen sich die westlichen Demokratien so nicht auf einer Stufe mit denen, die sie bekämpfen?

Oliver Laudahn, per E-Mail

Endlich Spitzenfußball ohne lange Werbeblöcke

Ich freue mich sehr darüber, dass das ZDF bald die Champions League überträgt. Dann kann ich endlich die Spiele ohne die quälend lange Werbung in den Halbzeitpausen und zu Beginn und Ende der Übertragung genießen. Das ist mir jeden Euro meiner Gebühren wert.

Brigitte Haunert, Zehlendorf

Service wird auch bei der Bahn kleingeschrieben

Zum Artikel: "Jeder dritte Fernzug in Berlin kommt zu spät" vom 29. April

Dass gerade in Berlin die Fernzüge der Deutschen Bahn besonders viel und längere Verspätungen haben, hat nichts mit dem Hauptbahnhof in Berlin zu tun. Der größte ist er im Vergleich mit Frankfurt/Main oder München ohnehin nicht. Die vielen Verspätungen liegen einfach daran, dass es im Vergleich zu früheren Zeiten feste Zuggarnituren sind, die auf den Strecken verkehren. In früheren Zeiten wurden bei Bedarf und zu bestimmten Zeiten Wagen an den Standardzug rangehängt. Dies gibt es heute nicht mehr. Es bleiben immer dieselben Züge mit vier oder fünf Wagen. Wenn dann aus verschiedenen Anlässen oder zu bestimmten Zeiten mehr Andrang auf den Bahnhöfen herrscht, dann dauert es natürlich länger, bis alle Fahrgäste in den Zug gestiegen sind. Dies führt logischerweise zu Verspätungen. Mehr Service wäre notwendig. Aber diesen wird die Bahn nicht liefern, wie überhaupt Service bei Verkehrsunternehmen in Deutschland ohnehin kleingeschrieben wird.

Wolfgang Reichelt, per E-Mail