Leserbriefe

"Geschönte Zahlen"

Scheinbar glaubt die Bundesagentur für Arbeit, die Bevölkerung denkt nicht mit. Wie kann sie behaupten, dass die Zahl der Arbeitslosen gesunken ist? In dieser Statistik werden Mindestlohnempfänger und 400-Euro-Kräfte nicht mehr erfasst. Mit solch einer Verfälschung der Statistik denkt diese Behörde, für gute Stimmung in der Bevölkerung zu sorgen.

A. Panske, per E-Mail

Wie schön mal wieder die Statistiken geschönt werden, denn nicht der Aufschwung, sondern angelaufene Projekte wie "Perspektive 50plus" senken die Zahlen, da man, wenn man dort beschäftigt ist, nicht mehr als arbeitslos geführt wird, sondern nur noch als Arbeit suchend.

Ingrid Staar, per E-Mail

Butterweiches, positionsloses Verhalten der SPD-Oberen

Zum Artikel: "Sarrazin bleibt - und keiner will es gewesen sein" vom 28. April

Man mag zu Sarrazin stehen, wie man will: Er war und ist ein Querdenker, in seinen Argumenten und Zusammenhängen aber nicht immer im richtigen Duktus. Da er ohnehin beratungsresistent ist, was wir aus dem Kommentar des Neuköllner Bürgermeisters wissen, war der Dauerkonflikt mit seiner Partei zu erwarten. Von Anbeginn gab es das Aufheulen der Gutmenschen, besonders taten sich da die SPD-Ortsvereine hervor. Absolut unverständlich aber ist das Verhalten der SPD-Oberen: butterweich, positionslos - in jeder Hinsicht. Der sonst so gesprächige Regierende Bürgermeister verharrt in beredter Stille, abgeduckt vor unangenehmen Wahrheiten. Ein passender neuer Titel für ein Buch zur gegenwärtigen Situation in der SPD könnte sein: "Die Sozialdemokratie schafft sich selbst ab."

Robert Nickel, per E-Mail

Kein gutes Aushängeschild für Deutschland

Zum Artikel: "Schweinsteiger verliert die Nerven" vom 29. April

Und welche Konsequenzen hat das unprofessionelle Verhalten für Herrn Schweinsteiger? Wer andere Menschen als "Lügner, Pisser, Arschlöcher" bezeichnet und das in der Öffentlichkeit, bekommt normalerweise eine Beleidigungsklage an den Hals. Ich frage mich auch, aus welcher Kinderstube Schweinsteiger stammt, wenn er solche Kraftausdrücke in der Öffentlichkeit benutzt. Es mag sein, dass Schweinsteiger ganz gut Fußball spielen kann. Für den Umgang mit Menschen und den Aufenthalt in der Öffentlichkeit sollte er jedoch einen Benimmkurs belegen. Mit seinem derzeitigen Jargon ist er kein gutes Aushängeschild für Deutschland.

Ralf Drescher, per E-Mail

Sind wir in der Gewaltfrage Vorbilder für unsere Kinder?

Zum Artikel: "Syrische Soldaten rücken mit Panzern in Hafenstadt ein" vom 29. April

Gewalt ist keine Lösung, predigen wir unseren Kindern. Wenn Jugendliche dennoch ursächlich verantwortlich für eine verrohende Gesellschaft zu sein scheinen, dann fordern wir nachhaltig für sie drastische Jugendstrafen und ein Anti-Aggressions-Training. Zu Recht? Sind wir in der Gewaltfrage wirklich Vorbilder für unsere Kinder? Der Libyen-Krieg beweist zumindest wieder einmal die Doppelmoral der Nato-Mitgliedsstaaten. Aus den Kriegen im Irak und in Afghanistan, den Kriegen um Öl und gegen al-Qaida, Saddam Hussein und den Taliban wurde nichts gelernt. Wie Saddam Hussein, so wurde in der Vergangenheit auch der selbst ernannte Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi jahrelang vom Westen hofiert und mit modernen Waffen ausgestattet. Müssen wir uns da wundern, wenn jetzt die Rebellen in Libyen gegen Gaddafi allein nichts ausrichten können? Doch allein mit Luftangriffen kann die Nato Gaddafi nicht besiegen. Dafür wären Bodentruppen erforderlich. Damit droht ein weiterer jahrelanger Krieg.

Roland Klose, per E-Mail

Berichterstattung hat mit Bildungsauftrag wenig zu tun

Zum Artikel: "Gebührenpflichtiger Hochzeitstraum" vom 28. April

Ich betrachte die zunehmende Boulevardisierung bei ARD und ZDF mit zunehmender Sorge. Denn es sollte nicht vergessen werden, dass gerade die Medien es sind, die das gesellschaftliche Leben in unserem Lande stark beeinflussen. Es ist ja jetzt schon oft ein Unding, auf intellektuellem Niveau zu kommunizieren, wenn man sich ständig für seine Bildung entschuldigen muss. Dauernde Doku-Soaps und Hochzeitsübertragungen sind nicht gerade förderlich für den Bildungsstand in unserer Gesellschaft.

Thomas Henschke, per E-Mail