Leserbriefe

"Unzureichende Abschreckung"

Ein Warnschuss-Arrest, wie er jetzt gefordert wird, reicht für ein derartiges brutales Verhalten dieses 18-jährigen Schlägers nicht aus. Die Bevölkerung muss es den Politikern wert sein, sie vor derartigen Jugendlichen zu schützen; und das heißt: unverzügliche U-Haft und anschließend ein Urteil ohne Bewährung. Nur so können derartige Übergriffe gestoppt werden.

Bernhard Adomeit, per E-Mail

Da gräbt die Justizministerin einen uralten Hut aus. Ältere unter uns werden sich sicher noch an die 50er-Jahre erinnern, als es diese Arreste bereits gab. Bei vielen kleinen bis mittleren Straftaten wurden unverzüglich Arreste an den Wochenenden verhängt, die im sogenannten Café Schönstedt in Neukölln zu verbringen waren.

Klaus Roeske, per E-Mail

Dass der zuständige Richter die beiden Täter umgehend freigelassen hat, kann man nicht nachvollziehen. Dass gewaltbereite Jugendliche keine Angst mehr vor den Folgen ihrer Taten haben, ist bei so einer Behandlung kein Wunder. Und dass Zeugen der Gewalttaten kaum eingreifen, ist auch die Folge davon, wie sanft mit Tätern umgegangen wird. Der zuständige Richter sollte das Buch von Kirsten Heisig einmal lesen, dann wird er hoffentlich in Zukunft anders entscheiden.

Klaus Okrafka, per E-Mail

Es ist erschreckend, wie die öffentliche Gewalt in unserer Gesellschaft zunimmt, insbesondere von schweren Straftaten, die von Jugendlichen verursacht werden. Noch erschreckender ist es, wie die Justiz mit diesen Fällen umgeht. Es kann doch nicht sein, dass die Täter des Überfalls auf dem Bahnhof Friedrichstraße nach dem Geständnis wieder freigelassen werden bis zur Verhandlung, die irgendwann einmal stattfindet. Diese Täter gehören bis zur Hauptverhandlung in Untersuchungshaft, damit sie sofort Sanktionen zu spüren bekommen. Nur wenn auch für Jugendliche Gefängnisstrafen verhängt werden, wirkt dies für potenzielle Täter abschreckend.

Bert Semmler, per E-Mail

Wenn man das Video vom brutalen Angriff auf ein zufällig gewähltes Opfer sieht, kann man sich nur über die Entscheidung des Haftrichters wundern. Dass sich die Justizsenatorin hinter diese Entscheidung stellt, wirft ein schlechtes Licht auf unser Rechtssystem.

Rolf Eckstein, per E-Mail

Immer wieder werden die Bilder der Schlägerei gezeigt, was auch nicht verwunderlich ist, denn diese Brutalität ist unfassbar. Unfassbar ist auch die Entscheidung des Richters, den Täter nicht in Untersuchungshaft zu nehmen. Die Begründung, der Täter lebt in geordneten Verhältnissen, kann wohl nicht ganz stimmen, denn sonst ließe er sich wohl nicht zu einer solchen Tat hinreißen.

A. Panske, per E-Mail

Solarpark für Tempelhof bislang beste Idee für eine Nachnutzung

Zum Artikel: "Tempelhof - ein Park für Großstadtcowboys" vom 17. April

Mit der Anregung im Leserbrief vom 23. April, aus dem Flughafen Tempelhof einen Solarpark zu machen, kommt endlich mal ein vernünftiger Vorschlag für die Nachnutzung des Tempelhofer Feldes. Aus Politikerkreisen kam trotzt der langen Zeit, in der feststand, dass der Flughafen geschlossen wird, keine wirklich bahnbrechende Idee. Es wäre schön gewesen, wenn so ein Vorschlag für einen Solarpark schon früher zur Diskussion gestanden hätte. Für ein derartiges Konzept für einen Park der alternativen Energien könnte man die Stromkonzerne in die Pflicht nehmen oder Anteilscheine auflegen, um die Finanzierung der Windanlagen und Fotovoltaikanlagen zu sichern. Dieses Gelände ist auch eine Klimaschneise für die Stadt, und es gibt keinen Grund, sich ohne Not davon zu verabschieden. Berlin hat wahrlich Besseres verdient, als irgendeine zweitklassige Lösung zu akzeptieren. Jede Möglichkeit grüner Stromgewinnung sollte absoluten Vorrang haben vor nur Kosten verursachenden Alternativen.

Joachim Rüstig, per E-Mail

Höhere Löhne machen alte Bundesländer attraktiver

Zum Artikel: "Deutschland braucht Fachkräfte aus dem Osten" vom 26. April

Es wird teilweise Angst geschürt, wenn von der kommenden Arbeitnehmerfreizügigkeit gesprochen wird. Sicher freuen sich Arbeiter östlich der Oder darüber. Jedoch glaube ich, diese Arbeitnehmer werden die neuen Bundesländer verschonen, weil sie nicht für den niedrigen "Ostlohn" arbeiten werden. Sie werden überwiegend in die alten Bundesländer gehen. Die Politik ist verlogen, wenn es mehr als 20 Jahre nach der Wende nicht endlich zur Angleichung der Löhne kommt.

Johannes Kollenda, Erkner