Leserbriefe

"Freilassung ist falsches Signal"

Die neuerliche brutale Prügelorgie auf einem U-Bahnhof ist von ihrem Ausmaß und ihrer Intensität erschreckend und abscheulich. Nur dank des mutigen und beherzten Einschreitens des jungen Mannes aus Bayern ist dem Opfer nicht noch Schlimmeres widerfahren. Das verlangt Dank und Respekt zugleich. Auf einem anderen Blatt steht dagegen das Verhalten der übrigen Passanten auf dem U-Bahnhof. Anstatt zu helfen oder zumindest Hilfe zu rufen, wendeten sie sich vom Geschehen ab. Sie haben sich ein Armutszeugnis ausgestellt.

Andreas Hehn, Spandau

Ich kann dem gepeinigten jungen Mann nur von Herzen alles Gute wünschen, insbesondere, dass seine Seele von dieser grauenhaften Attacke keinen Schaden nimmt. Er soll wissen, dass viele Menschen an ihn denken. Dass zwei potenzielle Mörder wieder auf freien Fuß gesetzt werden, ist einfach entsetzlich und absurd. Es ist im Grunde eine Verhöhnung von uns allen.

Alexander Untschi, per E-Mail

Hier helfen nur harte Strafen. Unsere Justiz sorgt sich um die Täter, die Opfer werden vergessen.

Eva Maria Kraus, per E-Mail

Es ist höchste Zeit, das Toleranzgeschwafel einzustellen. Die Justiz muss endlich hart reagieren und Höchststrafen aussprechen. Man stelle sich vor, ausländische Besucher kommen bei einem derartigen Übergriff zu Schaden. Das Ansehen Berlins würde schweren Schaden nehmen.

Manfred Lange, per E-Mail

Es ist unglaublich, dass der Täter nur wegen versuchten Totschlages unter Alkoholeinfluss (was sich natürlich strafmildernd auswirken wird) und nicht wegen versuchten Mordes angeklagt wird. Die Strafe wird sicher auch relativ gering ausfallen - man kann dem jungen Menschen ja nicht die Zukunft verbauen. Unser Strafrecht ist der Traum eines jeden Täters.

Katrin Bartsch, per E-Mail

Wo leben wir denn? Nachdem die beiden Schläger bei der Polizei ein umfangreiches Geständnis abgelegt haben, dürfen sie wieder gehen. Das kann doch wohl nicht wahr sein. Die gehören bis zur Gerichtsverhandlung weggesperrt.

Jörg Mittag, per E-Mail

Die Politik versagt bei der Gewaltprävention, die BVG spielt mit der Angst der Fahrgäste und fordert höhere Preise für mehr Sicherheit, obwohl sie schon heute für die Sicherheit verantwortlich ist.

Andreas Großmann, per E-Mail

Und wieder einmal glaubt der Bürger in Deutschland seinen Augen und Ohren nicht zu trauen. Da schlägt ein junger Mann einen anderen auf einem U-Bahnhof brutal zusammen. Das Opfer ist schwer verletzt und traumatisiert, die Täter bekommen Haftverschonung. Was muss in einem Richter vorgehen, der so urteilt?

Friedrich Sütterlin, Neukölln

Für mich stellt sich immer wieder die Frage, wie lässt sich so etwas verhindern? Vermutlich sind die Überwachungskameras keine Abschreckung, da so etwas immer wieder passiert. Ich empfehle einen Notknopf, mit dem im Falle eines Übergriffes ein Martinshorn über den Lautsprecher am Bahnsteig ausgelöst werden kann. Dadurch würden die Täter erschreckt und würden das Weite suchen.

Günter Klebes, per E-Mail

In was für einem Rechtsstaat leben wir eigentlich? Da wird ein junger Mann grundlos von zwei 18-Jährigen fast zu Tode geprügelt, und beide Täter werden nach polizeilicher Vernehmung auf richterliche Anordnung wieder freigelassen. Offenbar besteht kein Haftgrund. Wann dann? Sieht die Justiz denn nicht, dass der schwer misshandelte Geschädigte nur durch das beherzte Einschreiten eines couragierten Touristen nicht zu Tode kam? Die Schläger werden sich wie Helden vorkommen, Polizei und Justiz die Hilflosigkeit des Rechtsstaats vorgeführt zu haben.

Otto Dreksler, per E-Mail

Der Überfall war kein versuchter Totschlag, es war ein Mordversuch, heimtückisch und grausam, so wie es das Gesetz beschreibt. Wer aus reiner Lust jemanden fast totprügelt, gehört weggesperrt.

Martin Schulz, per E-Mail

Die Haftverschonung ist ein Skandal. Ich sehe diese Entscheidung als eklatantes, nicht nachvollziehbares Versagen der Justiz. So wird das Vermächtnis von Kirsten Heisig mit Füßen getreten.

Thomas Scholer, per E-Mail

Bei allem Verständnis für den Rechtsstaat und dessen Schwächen sowie den pädagogischen Ansatz der Justiz. Was aber spricht dagegen, die geständigen Täter sofort zu inhaftieren? So könnten sie umgehend über ihre Tat nachdenken.

Bernd Weber, per E-Mail