Leserbriefe

"Tempolimit ist die bessere Lösung"

Es wurde höchste Zeit, dass Frau Merkel die Pläne für die Pkw-Vignette - sozusagen in letzter Minute - gestoppt hat. Denn die Abzocke der Autofahrer kennt kein Ende. Parkgebühren, steigende Spritpreise vor Ostern und jetzt auch noch die Pkw-Maut. Wenn das Geld wenigstens für eine sinnvolle Sache verwendet würde wie etwa zum Ausbau der Infrastruktur. Leider wird viel Geld der Steuerzahler zweckentfremdet verwendet.

Christian Lukner, per E-Mail

Ich habe noch das Getöse unserer Politiker im Ohr, als die Lkw-Maut auf Autobahnen eingeführt wurde. An eine Pkw-Maut sei nicht gedacht. Nun also sagt Herr Ramsauer, dass es keine Denkverbote geben kann. Was denn nun? Staus auf deutschen Autobahnen (die durch eine Maut übrigens nur auf die Bundesstraßen verlagert würden) kann man anders beseitigen: Tempolimits - wie in anderen europäischen Staaten bereits jahrelang bewährt - bewirken Stauminderung, Reduzierung der Unfallgefahren und Senkung des Schadstoffausstoßes. Die Bundesregierung müsste die Autoindustrie nur zwingen, endlich verbrauchsarme Motoren zu entwickeln und zu verkaufen. Das schont bei den Benzinpreisen übrigens auch den Geldbeutel des Autofahrers. Aber es ist wahrscheinlich immer einfacher abzukassieren, als Sparmöglichkeiten ernsthaft zu prüfen.

Oliver Laudahn, per E-Mail

Gute Gelegenheit, Bausünden rückgängig zu machen

Zum Artikel: "Jagdschloss Glienicke: CDU-Politiker schaltet sich ein" vom 17. April

Was denkt sich bloß so ein Landeskonservator? Als das Jagdschloss damals durch Max Taut so grausam verstümmelt werden durfte, hat das kein Landeskonservator verhindert. Jetzt, wo sich die einmalige Gelegenheit ergibt, diese Barbarei auch noch kostengünstig rückgängig zu machen, ist er dagegen. Das Argument, diese schon für sich banale Glasfront - und dann auch noch als Kopie - als Beitrag zur Nachkriegszeit und Antwort Tauts auf die Grenzziehung des Kalten Krieges erhalten zu wollen, ist angesichts der in Berlin reichlich vorhandenen anderen Zeugnisse dieser Art so dürftig, dass man sich veräppelt fühlt. Es ist leider bezeichnend für Berlin, dass sich Lehmann-Brauns nun Hilfe bei der Uno holen muss.

Jörg Görn, Moabit

Politische Bildung steckt in einem Dilemma

Zum Artikel: "Berliner Schüler fordern Politik als Schulfach" vom 18. April

Es ist erfreulich, dass sich Berliner Schüler starkmachen für ein eigenständiges Fach Politik schon in der Sekundarstufe I. Erschreckend ist, dass diese Schüler nicht wussten, dass es Politik als Fach im Verbund mit Geschichte als Sozialkunde bereits gibt. Die Lehrer der betroffenen Schule scheinen nicht einmal im Ansatz Sozialkunde zu unterrichten. Und warum haben die Schüler dies nicht früher gefordert, obwohl das Doppelfach Geschichte/Sozialkunde auch auf dem Zeugnis steht? Der Bericht zeigt das Dilemma, in dem die politische Bildung - gerade in Berlin - steckt: Um ernst genommen zu werden, wäre es wichtig, dass Sozialkunde losgelöst von Geschichte ein eigenständiges Fach auch in der Mittelstufe wird. Dies ist im Gegensatz zu Berlin in vielen Bundesländern der Fall. Es ist löblich, dass die Gruppe "Politik als Schulfach" für dieses Ziel kämpft. Zudem müsste darüber nachgedacht werden, das Fach umzubenennen, da viele mit dem Begriff "Sozialkunde" nichts anfangen können. Die Gesellschaft für Politikdidaktik, politische Jugend- und Erwachsenenbildung (GPJE) hat bereits 2003 gefordert, das Fach in Sekundarstufe I/II einheitlich "Politische Bildung" zu nennen.

Samuel Beckmann, Friedrichsfelde

Schon jetzt größere Belastung durch Schönefeld

Zum Artikel: "Tausende protestieren gegen BBI-Flugrouten" vom 11. April

Wir sind vor acht Jahren an den Stadtrand nach Lichtenrade gezogen, um aus der Einflugschneise Tempelhofs zu entfliehen. Was wir nicht mitbekommen haben, ist, dass schon jetzt vermehrt Flugzeuge des Schönefelder Flughafens an unserem Haus vorbeifliegen und die Ruhe stören. Vor einem Jahr war das hier noch nicht der Fall, jetzt donnern die Flugzeuge einige Kilometer entfernt permanent an uns vorbei. Davon sind Tausende betroffen, die den Lärm am Tage und in der Nacht ertragen müssen. Berlin hat für die Reparatur der Straßen und Schulen, für die Bildung unserer Kinder und die Leerung der Tempelhofer Abfalleimer kein Geld mehr zur Verfügung, aber bekommt einen riesigen Flughafen, den man eigentlich überhaupt nicht benötigt.

Carsten Langen, per E-Mail