Leserbriefe

"Neue Berliner Hirngespinste"

Endlich hat wieder ein Architektenwettbewerb dem rot-roten Senat die Lösung für den geschlossenen Flughafen Tempelhof gebracht. Offenbar hat dieses Projekt, einen 60 Meter hohen Kletterberg zu bauen, erste politische Priorität. Andere Probleme wie Jugendkriminalität, Kinderarmut, Schulschwierigkeiten, nicht abgeflossene Finanzmittel für Ausbildungsplätze und vieles mehr hat dieser Senat wohl nicht. Einfach genial dieser Bergvorschlag, nur sollte er komplettiert nach dem Vorbild des Corcovado in Rio de Janeiro und mit einem Sockel versehen werden. Auf diesem sollte eine Skulptur des Regierenden Bürgermeisters stehen. Damit hätte Berlin eine Pilgerstätte, an der die Bevölkerung ihre Ehrerbietung zeigen könnte. Nur darf der Kletterberg nicht auch noch Corcovado heißen, dies bedeutet "der Bucklige", und das passt nicht zu Wowereit und Berlin.

Gerd Niehoff, Mariendorf

Wie schön, dass über den Berg auf dem Tempelhofer Flughafen, der 60 Millionen Euro kosten soll, auf derselben Seite berichtet wird, wo auch zu lesen ist, dass Bezirke kein Geld mehr haben, die Papierkörbe in den Parks zu leeren. Frau Junge-Reyer und Frau Lüscher sollten sich erst einmal um den Bestand in der Stadt kümmern, bevor sie neue Hirngespinste in die Welt setzen.

Hans-Henning Romberg, Wilmersdorf

Insgesamt handelt es sich um ein Sammelsurium von verschiedenen Ideen, die teuer und altbacken herkommen - aber das ist ja bei diesem Senat auch nicht anders zu erwarten gewesen. Nach dem Wettbewerb kann 2013 endlich das Feld bebaut werden für schlappe 62 Millionen Euro. Später wird es garantiert doppelt so teuer. Freuen werden sich die anderen Bundesländer, die sich über den Länderfinanzausgleich an diesem fantasievollen Entwurf finanziell beteiligen dürfen.

Thomas Hansen, Reinickendorf

Einzigartige Sammlung von Geschichten und Geschichtchen

Zur Serie: "Die Straßen von Berlin"

Ich bin begeistert von der Serie zu Berlins besonderen Straßen. Jeden Tag freue ich mich darauf, die Berliner Morgenpost aus dem Briefkasten zu holen und zu sehen, welche Straße dran ist. Es gibt jede Menge Reiseführer zu und über Berlin. Aber diese Sammlung von Geschichten und Geschichtchen ist einzigartig. Ich hoffe und wünsche mir, dass die Berliner Morgenpost die Serie als kleinen Berlin-Reiseführer herausgibt und man dann diese Beiträge auch in ein paar Jahren mal wieder nachblättern kann, denn es ist etwas schwierig, die Zeitungsdoppelseiten aufzuheben und in die Tasche zu packen.

Stefan Martin, Prenzlauer Berg

Menschen waren nicht gewillt, am Sozialismus teilzunehmen

Zum Artikel: "Fluchttunnel nach 48 Jahren wiederentdeckt" vom 16. April

Was haben Menschen nicht alles auf sich genommen, um in die Freiheit zu gelangen. Geschichten wie die vom Fluchttunnel zeigen, dass das Versuchskaninchen Mensch nicht gewillt war, am Experiment Sozialismus teilzunehmen. Eine geschichtslose Landesregierung hat kein Interesse, Belege jener Zeit zu bewahren. Warum auch, sind doch die Erben der Erfinder von Mauer und Schießbefehl in der Landesregierung vertreten. Gut, dass die Berliner Morgenpost diese Geschichten veröffentlicht. Macht es uns doch auch im 50. Jahr des Mauerbaus deutlich, welche verbrecherische Weltanschauung des Marxismus damals wie heute für Abgrenzung, Klassenkampf, Mauerbau und Gleichmacherei verantwortlich ist.

Ralf Drescher, per E-Mail

Eine Bereicherung für die City-West

Zum Artikel: "Elefanten auf dem Hardenbergplatz" vom 15. April

Eine optische Öffnung des Zoos hin zum Hardenbergplatz kann man nur begrüßen. Wenn es tierhalterisch und auch sicherheitsbedingt möglich ist, die Zootiergehege auf den Bereich Hardenbergplatz auszudehnen, so wird auch die Zoo-Leitung diesen Vorstoß begrüßen. Aber auch das Umfeld des Hardenbergplatzes sollte vom Baustadtrat ins Visier genommen werden. Das Riesenrad ist tot, aber die Brache des dafür vorgesehenen Geländes ist ein unschöner Anblick. Eine Bebauung kommt für mich nicht infrage, vielmehr eine Rückgabe des Geländes an den Zoo. Auf dieser Freifläche könnte eine großräumige und naturnahe Erweiterung des Zoogeländes entstehen, etwa in Form eines Elefanten- oder Nashornparks. Gemeinsam mit den Ideen des Baustadtrates bezüglich der optischen Einbindung des Zoos in die Neugestaltung des Hardenbergplatzes und der neuen Nutzung des Riesenrad-Areals wäre ein gutes Gesamtpaket geschnürt, das eine Bereicherung für die City-West darstellen könnte.

Christian Heidt, Charlottenburg