Leserbriefe

"Linksextremismus unterschätzt"

Der Angriff auf ein Polizeigebäude gibt Anlass, über die linksextreme Szene nachzudenken. Dies ist in Berlin jahrzehntelang vernachlässigt worden. Schlimmer noch: Das Bestehen des Linksextremismus wurde schlicht geleugnet. Und dass der Innensenator vor voreiligen Schlüssen warnt, passt in dieses Bild. Es gibt eben nicht nur Extremismus auf der rechten Seite. Beide Arten sind mit allen rechtsstaatlichen Mitteln zu bekämpfen - mit allen Konsequenzen. Hätte der rot-rote Senat von Anfang an die linken Gewalttäter bekämpft, wäre es vielleicht nie zu Ausschreitungen am 1. Mai gekommen. So muss man befürchten, dass es in diesem Jahr erneut zu Krawallen kommt.

Wolfgang Reichelt, per E-Mail

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Anschlag auf einen Polizeiabschnitt verübt wird. Doch diesmal wurde ein Menschleben gefährdet. Völlig richtig, dass die Mordkommission eingeschaltet ist, denn der Anschlag war heimtückisch und gezielt.

Wolfgang Pickert, E-Mail

Platz vor Kanzleramt oder Reichstag wäre besser

Zum Artikel: "Der Weg der Einheit" vom 14. April

Von der Riesenwippe als Einheitsdenkmal höre ich zum ersten Mal. Mein erster Gedanke: Hier handelt es sich um eine Volksverschaukelungswippe. Und die soll ausgerechnet auf den Schlossplatz, wo das Volk seit der Kaiserabdankung von 1918 bis heute schon so oft verschaukelt wurde. Der Schlossplatz ist das Herzstück Berlins. Dort hat sich für Berlin und die deutsche Geschichte so viel abgespielt. Als ehemalige DDR-Bürger wurden wir verschaukelt, weil man uns unsere deutsche Identität zu nehmen versuchte. Man sprengte das Stadtschloss, und der riesige Platz wurde für Paraden genutzt. Ein Scheinschloss wurde dazu gestellt, der Palast der Republik. Alles verlogen. Jetzt weht ein freier Wind über den leeren Schlossplatz. Und da soll jetzt eine Gaudi-Wippe hin? Zweiter Gedanke: Eine solche Riesenwippe gehört vor das Kanzleramt oder vor den Reichstag. Der Platz ist dort noch größer. Da könnte die Riesenwippe doppelt so groß sein. Und immer, wenn sich das Volk verschaukelt fühlt, sollte es wippen gehen und damit seinen Protest äußern.

Hans Schult, per E-Mail

City einer Großstadt ungeeignet für derartige Tagungen

Zum Artikel: "Berliner Staugeschichten" vom 15. April

Wer gibt eigentlich wem das Recht, mich in meiner Heimatstadt auszugrenzen, auszusperren und an meinem Fortkommen zu hindern? Die ach so wichtige Nato-Konferenz mit zweifelhaften Ergebnissen soll am besten auf irgendeiner Insel oder sonst wo stattfinden, da sind die Volksvertreter ganz unter sich und legen nicht eine ganze Stadt verkehrstechnisch lahm.

Klaus Wollschläger, Kladow

Wo nehmen diese Politikern das Recht her, die gesamte Berliner Innenstadt zu blockieren und den Berlinern die Freiheit zu nehmen, sich ungestört durch die Stadt zu bewegen? Was für ein Demokratieverständnis steht dahinter? Wie wäre es, wenn man den Flughafen Tegel nach der Eröffnung von Schönefeld zu einer leicht zu schützenden Begegnungsstätte entwickeln würde?

Dr. Klaus Pade, per E-Mail

Als Berufskraftfahrer ist man in Berlin ja einiges gewöhnt. Aber was sich anlässlich der Außenminister-Konferenz in der östlichen Innenstadt abgespielt hat, übertrifft bislang alles. Da wird die gesamte City Ost für zwei Tage komplett gesperrt. Zusätzlich sorgen diverse Fahrzeugkolonnen mit Polizeibegleitung für Verkehrsbehinderungen. Warum werden solche Konferenzen überhaupt in der City veranstaltet?

Olaf Bamberger, per E-Mail

Für ein Treffen der Außenminister gäbe es doch vernünftige Alternativen. Sinnvoll etwa wären Schwielowsee, das "Kongresshotel" am Templiner See oder das "Seehotel" Potsdam. Stattdessen quält und staut sich der Verkehr tagelang sinnlos und wirtschaftsfeindlich in der Innenstadt.

Thomas Hansen, Reinickendorf

Tempelhofer Flugfeld wäre gute Alternative gewesen

Zum Artikel: "Deutsch-Amerikanisches Volksfest an der Heidestraße" vom 11. April

Es ist nicht nachvollziehbar, warum das Deutsch-Amerikanische Volksfest nicht auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof stattfinden darf, der ja zu Mauerzeiten beim Tag der offenen Tür immer ein gut besuchtes Ausflugsziel war. Alles, was nötig ist, von der Verkehrsanbindung bis zur Infrastruktur, ist dort vorhanden.

H. Germer, per E-Mail