Leserbriefe

"Höchste Zeit für Kompromisse"

Man kann es fast nicht mehr hören und lesen, was nahezu täglich zur derzeitigen Regelung zum Nachtflugverbot am künftigen BBI von Wirtschaft, Politik und Befürwortern des Flughafens vorgebracht wird. Den unmittelbar Betroffenen gönnt man nicht einmal das Schwarze unter dem Fingernagel. Wenigstens zwischen 22 und 6 Uhr sollten die Menschen ihre Ruhe finden, wenn schon die Flugzeuge am Tage im Zwei-Minuten-Takt über ihre Häuser und Grundstücke donnern. Es ist schon bezeichnend, dass die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes zu den Klagen zum ergänzenden Planfeststellungsbeschluss erst am 20. oder 21. September 2011 fallen wird. Zu diesem Zeitpunkt sind die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus (18. September) bekanntlich gelaufen, und Klaus Wowereit braucht sich über mögliche verlorene Wählerstimmen wegen eines eventuell für die Anwohner ungünstigen Urteils keine Sorgen zu machen. Dass selbst die Industrie- und Handelskammer Cottbus an die beiden Länder und das Bundesverwaltungsgericht appelliert, nicht an der jetzigen Nachtflugregelung zu rütteln, zeigt, wie die Wirtschaft versucht, auf die entscheidenden Gremien Einfluss zu nehmen.

N. Weiß, per E-Mail

Bei den nun schon fast wöchentlichen Demonstrationen gegen die Flugrouten und den Standort Schönefeld muss man sich doch an den Kopf fassen. Ist es denn keinem der betroffenen Anwohner schon vor zwölf Jahren bewusst gewesen, dass ein Flughafen grundsätzlich mit Lärmbelästigung verbunden ist? Wenn sich einige der Demonstranten in der näheren Umgebung vor drei Jahren ein Haus gekauft haben, dann muss ihnen doch das "Problem" mit dem Flughafen bereits bewusst gewesen sein. Anscheinend ist es unter vielen Deutschen zur Mode geworden, gegen jedweden Fortschritt zu demonstrieren, ob Stuttgart 21, Atomkraft oder Flughäfen. Aber alle wollen mit der Bahn fahren, alle wollen den günstigsten Strom, und jeder will mit dem Flieger so schnell wie möglich zum Urlaubsort.

Bernhard Adomeit, per E-Mail

Ich kann zwar die Proteste gegen den Flughafen verstehen, aber jetzt zu verlangen, dass der BBI weiterhin als regionaler Flughafen für Berlin und Brandenburg ohne interkontinentale Anbindungen und nicht als internationales Drehkreuz in Betrieb geht, finde ich ziemlich beunruhigend. Berlin wäre eine der wenigen Hauptstädte ohne internationales Drehkreuz. Über das Nachtflugverbot kann man verhandeln, von 0 bis 6 Uhr müsste da schon drin sein. Es ist höchste Zeit für Kompromisse, beide Seiten sollten aufeinander zugehen, Die Flughafengesellschaft sollte in den direkt von den Flugrouten betroffenen Gemeinden die Kosten für Schallschutzfenster übernehmen. Im Gegenzug sollten diese Gemeinden ihren Protest gegen den Flughafen aufgeben.

Pongtom Nakornsri, per E-Mail

Als ehemaliger Berliner nehme ich mit Erstaunen die Proteste gegen den BBI zur Kenntnis. Ich sehe hier durchaus Parallelen zu Stuttgart 21, nur dass dort die Bauarbeiten erst am Anfang stehen. Die Berliner haben sich früher weder in Tegel noch in Tempelhof über die damals noch wesentlich lauteren Flugzeuge beschwert, warum dann plötzlich jetzt beim BBI? Wenn das Nachtflugverbot Realität werden sollte, dann verbleibt nur noch ein rudimentärer Provinzflughafen.

Thomas Euler, per E-Mail

Recht auf Ausübung der Religion wird beschnitten

Zum Artikel: "Frauen demonstrieren mit Schleier gegen Burka-Verbot" vom 12. April

Ich teile die Meinung von US-Präsident Barack Obama, westliche Staaten sollten muslimischen Frauen nicht vorschreiben, was sie anzuziehen haben. Und ich möchte die Muslimas ermuntern, notfalls für ihr Recht auf Religionsfreiheit beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu klagen. Denn die Religionsfreiheit erlaubt jedem Menschen, seine Religion auszuüben, solange nicht die Religionsfreiheit anderer behindert wird. Der Islam hat - wie das Christentum - viele verschiedene Richtungen. Und wenn es zur Religion einer Muslima gehört etwa Burka zu tragen, so muss es ihr erlaubt werden. Aber falls eine Person eine Frau zwingt, etwa eine Burka zu tragen, sollte jene Person natürlich hart bestraft werden.

Reinhard Moysich, per E-Mail