Leserbriefe

"Dürftiger Wechsel"

| Lesedauer: 4 Minuten

Der Wechsel an der Spitze der FDP ist mehr als dürftig. Herr Rösler mag einen guten Vorsitzenden abgeben, aber es müssen wieder mehr die Inhalte und die liberale Politik hervorgehoben werden. Dies kann aber nur geschehen, wenn FDPler, bei denen dies nicht geschah, zurücktreten. Deshalb müssen Guido Westerwelle und Rainer Brüderle das Feld räumen. Unter ihrer Ägide begann der Abwärtstrend der FDP. Sollte Philipp Rösler der Schwenk nicht gelingen und ansonsten alles beim Alten bleiben, wird die FDP zur Bedeutungslosigkeit verkommen. Dies würde der politischen Mitte und dem bürgerlichen Lager in Deutschland schweren Schaden zufügen.

Wolfgang Reichelt, per E-Mail

Ein wahnsinniger Umbruch findet derzeit in der FDP statt mit dem Wechsel des Vorsitzenden und dem Verbleiben der traurigen Restbesatzung. Immerhin wird die FDP dadurch, arrogant und unsympathisch wie sie ist, weiterhin locker unter der Fünf-Prozent-Hürde vor sich hin dümpeln. Fast niemand in der Bevölkerung möchte Leute wie Brüderle, Armen-Beschimpfer wie Westerwelle oder Frauen ohne Charisma und Kompetenz wie Birgit Homburger in unseren Regierungsreihen.

Stephanie Goldbach, Charlottenburg

Bislang noch keine großen Meriten erworben

Zum Artikel: "Grüne stärkste Partei in Berlin" vom 7. April

Ich bin sehr verwundert über den Boom dieser Partei. Denn auf mich hat sie keine Anziehungskraft. Allein die Arroganz der Leute an der Spitze ist unerträglich. Die Angst beim Thema Atomkraft lässt die Deutschen in eine Partei flüchten, die sich absolut noch keine großen Meriten erworben hat. Allein die Tatsache, für den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie - auch die Grünen wissen, dass das nicht von heute auf morgen funktioniert - Massen zu bewegen, bedeutet noch lange nicht, regierungsfähig zu sein.

Eleonore Klein, per E-Mail

Die Deutschen sind mit der derzeitigen schwarz-gelben Koalition wahrlich nicht verwöhnt, aber man sieht, dass es schlimmer kommen könnte. Der Albtraum einer grün-roten Bundesregierung unter Führung des grünen Grusel-Trios Trittin, Roth und Özdemir könnte Wirklichkeit werden. Die pauschale Ablehnung der Atomenergie ohne detaillierte Nennung der Konsequenzen und ohne Blick in die Nachbarländer kann allein doch wohl kein Grund sein, diese Partei zu wählen, zumal sie etwa beim relevanten Thema Zuwanderung und Türkei-Beitritt zur EU keineswegs deutsche Interessen vertritt.

Uwe Marquardt, Kreuzberg

Deutsche sind Zahlmeister der hausgemachten Misere

Zum Artikel: "Portugal kapituliert vor den Märkten" vom 7. April

Europa befindet sich im Krieg Dollar versus Euro.

Gegenüber der US-Notenbank Federal Reserve kommt mir die Mafia wie die Elternvertretung der Wiener Sängerknaben vor. Zuerst kaufen diese "Bankster" die Infrastruktur von halb Europa auf, mit tatkräftiger Unterstützung ahnungsloser Kommunalpolitiker, die unterstützt wurden von noch ahnungsloseren Landesbankenchefs. Dann gelingt es ihnen, ihre Immobilienkrise durch den Zusammenbruch grade von Lehman Brothers nach Europa zu transferieren, da diese Bank die meisten Verstrickungen mit europäischen Banken hatte. Und jetzt tobt ein Stellungskrieg amerikanischer Ratingagenturen gegen Länder wie Griechenland, Irland und Portugal. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis auch Spanien und Italien ins Kreuzfeuer geraten. Alles nur, um von der Tatsache abzulenken, dass der Dollar doch schon lange nur noch grün bedrucktes Papier ist. Kein Mensch auf der Welt weiß noch, wie viele Billionen Dollar überhaupt auf den Märkten ihr Unwesen treiben. Zahlmeister der hausgemachten Misere ist, wie immer, Deutschland. Aber erst wenn die Altersrücklage endgültig futsch ist, wird der Katzenjammer grenzenlos sein.

Klaus Kemmler, per E-Mail

Humanitäre Einsätze nur schwer von Kriegseinsätzen zu trennen

Zum Artikel: "Neue Mission: Bundeswehr soll in Libyen helfen" vom 8. April

Es dürfte sehr schwer sein, humanitäre Einsätze von Kriegshandlungen zu trennen. Man denke nur an eine eventuelle Befreiungsaktion der von Gaddafi-Truppen eingekesselten Stadt Misrata. Ich meine, wir sollten uns aus einem neuen Krieg heraushalten, zumal die Bundeswehr drastisch verkleinert wird und sparen muss. Wir übernehmen uns.

Christian Lukner, per E-Mail