Leserbriefe

"Ständige Dienstplanänderungen"

Vielen Dank, dass Sie dieses Thema öffentlich machen. Als ein Betroffener des uns aufgezwungenen Dienstzeitenmodells kann ich die Auswirkungen bestätigen. Ich möchte aber anmerken, dass wir ja nicht einen Acht-Stunden-Dienst bekommen haben, sondern verschiedene Dienstlängen. Der Frühdienst ist acht Stunden lang, der Spätdienst 7,5 Stunden lang, der Nachtdienst zehn Stunden lang. Am Wochenende sind die Tages- und Nachtdienste jedoch 12,5 Stunden lang. Wie man sich an diese Unregelmäßigkeiten gewöhnen soll, ist mir bisher schleierhaft, ich habe es nicht geschafft.

Karsten Reincke, Müggelheim

Nicht nur der neu eingeführte Acht-Stunden-Dienst bei den Lagediensten, der Notrufzentrale und dem Bereitschaftsdienst der Kripo macht die Beamten krank. Auch bei den Beamten, die im sogenannten Berliner Modell bei den Polizeiabschnitten ihren Dienst versehen - die also mehr Zuständigkeiten als vorher haben -, ist der Krankenstand enorm hoch.

Thomas Dominick, per E-Mail

Das neue Arbeitszeitmodell wurde explizit nur für die Lagedienste, den VB1 (also die Beamten des Dezernats 1, die immer als Erste am Tatort sind) und für die Einsatzleitzentrale eingeführt und hat mit dem Arbeitszeitmodell für den Funkwageneinsatzdienst auf den Abschnitten nichts zu tun. Trotzdem sind beide Modelle so schlecht, dass der Krankenstand explosionsartig anstieg. Die verbliebenen Kollegen sehen sich wegen des hohen Krankenstandes ständigen Dienstplanänderungen gegenüber. Die Lage wird zusätzlich noch dadurch verschärft, dass man es in den vergangenen Jahren versäumt hat, Nachwuchs einzustellen. Auf meiner Dienststelle liegt der Altersdurchschnitt der Funkwagenbesatzungen bei 45 Jahren. Hier bleibt nur noch eine Lösung übrig: die Rückkehr zum Zwölf-Stunden-Dienst. Dieser stellte zwar auch eine Belastung dar, würde aber die Zufriedenheit der Polizeibeamten enorm steigern und nicht so personalintensiv sein wie die derzeitigen Arbeitszeitmodelle.

Christian Schirrmacher, Heiligensee

Was bringt denn Polizisten so gegen den Acht-Stunden-Dienst auf? Hat der Polizist beim Zwölf-Stunden-Dienst etwa mehr oder besser aufgeteilte Freizeit? Und wird er nun eher krank? Ein Acht-Stunden-Schichtdienst ist auch deswegen der übliche Dienst, weil man in dieser Zeit eine hoch qualifizierte Arbeit abliefern kann, etwa als Kranführer oder Bediener einer komplizierten Maschine. Warum ist ausgerechnet ein Polizist nach elf Stunden Arbeit noch in der Lage, auch in Stresssituationen noch korrekte Arbeit abzuliefern? Übrigens darf ein Lkw-Fahrer nur höchstens neun Stunden fahren. Es tut halt immer weh, wenn alte Zöpfe abgeschnitten werden.

Peter Muder, Lichtenrade

Hajo Schumacher hat den Punkt getroffen

Zum Artikel: "Westerwelles fatale Twitter-Politik" vom 1. April

Das ist ja ein wunderbarer Leitartikel! Leider stimmt es genau so.

Peter G.Kliem, Wannsee

Schulsysteme anderer Bundesländer sind besser

Zum Artikel: "Berlins Grundschulen fehlen Mathematik-Lehrer" vom 29. März

Auch in diesem Bereich zeigt sich einmal wieder, dass das Berliner System, die Kinder bis zur 6. Klasse in der Grundschule lernen zu lassen, nicht richtig ist. Da sind eben andere Bundesländer besser. Berliner Kinder hatten es schon immer schwer, sich bei einem Wegzug in ein anderes Bundesland in der neuen Schule einzugewöhnen, weil dort die Kinder besser und schon viel weiter waren. Wieso die Politik in Berlin dieses Berliner System als bewährt ansieht, ist höchst unklar. Aber dieses System soll ja nach Auskunft der Grünen nun auch in Baden-Württemberg eingeführt werden. Man kann nur hoffen, dass sich das die Bürger dort genauso wenig wie in Hamburg gefallen lassen.

Wolfgang Reichelt, per E-Mail

Monica Lierhaus könnte die Hälfte spenden

Zum Artikel: "Monica Lierhaus: 'Ich will zurück ins Leben'" vom 31. März

Für Monica Lierhaus steht das vereinbarte Honorar von jährlich 450 000 Euro nach eigener Aussage nicht im Mittelpunkt. In diesem Fall wäre es doch eine große Geste, wenn sie zum Beispiel die Hälfte ihres Honorars als Spende der Fernsehlotterie zukommen lassen würde. Der verbleibende Betrag wäre selbst für erhöhte Lebensansprüche immer noch völlig ausreichend.

Margret Claes, per E-Mail