Leserbriefe

"Rasseliste sollte man abschaffen"

Es sind nicht die Hunde, die einfach einen Menschen oder einen anderen Hund durch Bisse verletzen. Es sind vielmehr ungeeignete Halter, die mit einer vernünftigen Erziehung des Tieres überfordert und somit der wahre Grund für Beißangriffe des Hundes sind. Nicht der Hund an sich ist böse und angriffslustig, sondern vielmehr sein überfordertes Herrchen oder Frauchen. Es bedarf wohl eher eines Wesenstests für den Halter als für den Hund.

Michael Hirdes, per E-Mail

Wieder eine Statistik, aus der überhaupt nichts hervorgeht. Zusammenfassend wird gesagt, dass Kampfhunde bei Bissen nur eine geringe Rolle spielen. Der Tosa Inu zum Beispiel rangiert auf den allerletzten Plätzen der Statistik. Interessant wäre jetzt, wie viele Vertreter dieser Hunderasse überhaupt in Berlin leben. Ebenso wenig verwunderlich ist es, dass die Mischlinge die Statistik anführen, denn es gibt so viele von ihnen. Leider wird auch nicht gesagt, wie diese Angriffe der Hunde zustande gekommen sind. Viele Menschen verhalten sich falsch gegenüber Hunden und deuten sein Verhalten dann als Angriff.

Julia Teichert, per E-Mail

Die Rasseliste sollte man abschaffen. Mehr wohnortnahe Auslaufgebiete in allen Bezirken in ansprechenden Größen - keine umzäunten Hundetoiletten - helfen, die Situation aufzubessern.

Andreas Großmann, per E-Mail

Ich habe den Eindruck, dass sich die Zahl der Hunde in Berlin jährlich verdoppelt. Das ist nicht ihre Schuld und wird bei Katzen nicht anders sein. Dass sie aber vermehrt den Menschen anfallen und beißen, zeigt uns, dass wir Zweibeiner ihnen lästig geworden sind. Vielleicht müssen wir zurückbeißen. Ich habe jedenfalls beim Joggen schon mal einem hinter mir herhechelnden und mich anspringenden Mischling mit dem Fuß ohne Vorwarnung ein Ding verpasst, das er nicht vergessen wird. Der Hundebesitzer hat wohlweislich nichts dazu gesagt und sein Tier an die Leine genommen. Ein Fall für Achim Achilles.

Jakob Gerlach, Zehlendorf

Leider wird der Rhodesian Ridgeback in dem Artikel als "lt. Gesetz gefährlicher Hund" betitelt. Das stimmt nicht. Der Rhodesian Ridgeback ist kein gefährlicher Hund, weder laut Gesetz noch laut Liste. Jeder Hund ist gefährlich, das ist Fakt. Es wird Zeit, dass man aufhört, Hunde ihrer Rasse nach zu beurteilen. Man kann aus jedem Hund ein böses Tier machen. Es sollte lieber den Führerschein für Hunde (bzw. für den Menschen) geben, damit Hunde nicht mehr gequält, misshandelt und falsch erzogen werden.

Rhodesian-Ridgeback-Gruppe, per E-Mail

Da ich in einem Ordnungsamt Berlins täglich mit Hundebissen zu tun habe, ist diese Statistik für mich nicht verwunderlich. Warum befinden sich die Listenhunde, Kampfhunde oder gefährlichen Hunde, wie man sie auch nennen will, am Ende der Statistik? Ganz einfach, weil diese Hunde laut dem vielfach zitierten Hundegesetz einen beißsicheren Maulkorb tragen müssen.

René Reimann, per E-Mail

Zuerst muss der öffentliche Verkehr besser werden

Zum Artikel: "Rot-Rot will den Autoverkehr weiter reduzieren" vom 30. März

Bisher zahlen Autofahrer die meisten Steuern für ihre Verkehrsbeteiligung, die könnten dann ja vielleicht gesenkt werden. Wie der öffentliche Verkehr gestärkt werden soll, das kann spannend werden. Denn wenn sich die bisherigen Autofahrer auf die Öffentlichen künftig verlassen sollen, wären sie dann nicht verlassen? Streiks und technische Ausfälle dürften dann nicht mehr vorkommen. Außerdem häufen sich die von mir registrierten Fälle, dass Radfahrer eben nicht die vorhandenen Radwege benutzen, sondern auf der Fahrbahn der Autos fahren. Wozu dann also noch mehr nicht benutzte Radwege zulasten der Kfz-Steuern, Benzinsteuer usw. bauen?

Wolfgang Fiebach, Spandau

Japan sollte seine Lage am Feuerring nutzen

Zum Artikel: "Erdwärme könnte Atomenergie ersetzen" vom 29. März

Der hochinteressante Artikel wirft die Frage auf, warum Japan diesen Pazifischen Feuerring nicht ebenso wie zum Beispiel San Francisco nutzt, da beide am Rande der Pazifischen Platte und damit am Feuerring liegen. Es ist unverantwortlich, dass gerade Japan bei seiner stark erdbebengefährdeten Lage Atomkraftwerke baut und nun keine Antwort auf diese Havarie infolge der Naturkatastrophe hat. Gerade in Erdbebenregionen müssten Atomkraftwerke verboten sein, zumal das schwer lösbare Problem der sicheren Endlagerung auch noch nicht geklärt ist.

Regina Werpuschinski, Frohnau