Leserbriefe

"Demokratie ohne Fachkompetenz"

Das Stuttgarter Bahnhofsspektakel geht in die nächste Runde. Allmählich wird das eine regelrechte Farce - und zwar für alle Beteiligten, die Stuttgarter eingeschlossen, die nach dem Willen des künftigen grünen Ministerpräsidenten über etwas abstimmen sollen, was längst entschieden ist. Das wird noch mehr Geld kosten als bisher angenommen. Wenn ich es richtig verfolgt habe, sind die Vorteile von Stuttgart 21 äußerst gering, wieso wird dergleichen überhaupt geplant und der Öffentlichkeit mit offenbar schöngezeichneten Perspektiven untergejubelt? Demokratie ohne Fachkompetenz wird so in der Tat zur endlosen Nullnummer. Die Stuttgarter sollten sich dem Volksentscheid verweigern und nur noch Fahrrad fahren.

Rüdiger Lang, Lichtenberg

Die Bahn muss sich wohl an die Verursacher wenden. Das ist sie selbst, das sind die Bundespolitiker und die abgewählten Herrschaften in Baden Württemberg. Der Vorgang kann vielleicht das Problem der Haftbarkeit der Politik für unsinnige Entscheidungen ventilieren. Unter bestimmten Umständen sind auch Manager "schuldig", Politiker nie. Das ist ja das Schöne an den Flugrouten- und AKW-Entscheidungen.

Dr. Horst Groschopp, per E-Mail

Der Baustopp ist der erste Schritt zur Pleite der neuen Regierung. Mich hat schon lange gewundert, dass die Bahn so geduldig ist. Ich hätte gesagt: "Behaltet euren verschimmelten Bahnhof, wir gehen nach Ulm, bauen dort für einen Durchgangsbahnhof mit zwei Bahnsteigen und vier Gleisen für ein Hundertstel der Kosten in Stuttgart." Wer dann gerne ICE oder IC fahren möchte, sollte mit einem dieser hübschen, roten, doppelstöckigen Regionalexpresse nach Ulm fahren. Ist nicht weit, eine halbe Stunde die Geislinger Steige hoch, und schon ist man da.

Heinz G. Kandel, per E-Mail

Steif, unbeholfen und total enttäuschend

Zum Artikel: "Peinliche Pleite gegen Australien" vom 30. März

Da habe ich wirklich ein anderes Spiel gesehen als Herr Löw und die meisten Kommentatoren, die unsere bemüht agierenden jungen Spieler verteidigen, weil sie viel gelaufen seien. Da wird einem schwachen Schweinsteiger verziehen, weil er besser gewesen sein soll als im Spiel zuvor, und der Hintermannschaft wird bescheinigt, dass sie (bei unübersehbaren Abwehrlücken) kompakt gestanden habe. Was aber wirklich zu sehen war: eklatante Fehler schon bei der Ballannahme, unglaublich ungenaue und anfängerhafte Zuspiele, keine Idee, kein Witz, von jungendlicher Dynamik ganz zu schweigen. Das war steif, unbeholfen, total enttäuschend auch für eine B-Elf, deren Einzelspieler in der Bundesliga offenbar doch zu hoch gelobt werden.

Heinz-Günther Weinreich, Treptow

Wie wäre es mit einer Frauenquote bei der BSR?

Zum Artikel: "Widerstand gegen die Frauenquote" vom 31. März

Wenn ich es richtig verstanden habe, geht es bei der Frauenquote nur um Posten in Führungspositionen, was einige Fragen offenlässt. Warum nicht auch Quoten bei Bürgern mit Migrationshintergrund, bei Arbeitsplätzen in der Bundeswehr, in der Industrie oder in Handwerksbetrieben? Dienstleistungen gehören auch zu den Jobs, die nicht so prickelnd sind, wie zum Beispiel bei der BSR? Es soll niemand in seiner beruflichen Karriere diskriminiert werden, aber letztlich sollten allein die Fähigkeiten entscheidend sein.

Frank Künzel, Kladow

Busse dürfen Vorfahrt nicht erzwingen

Zum Artikel: "Neun Verletzte bei Vollbremsung eines BVG-Busses" vom 29. März

BVG-Busse haben beim Einfädeln von der Haltestelle in den fließenden Verkehr lediglich Vorrang, jedoch keine Vorfahrt. Beim Verlassen der Haltestelle kann der Busfahrer das Einfädeln nicht erzwingen. Trotzdem sollte es für jeden Kraftfahrer selbstverständlich sein, den großen Gelben gewähren zu lassen. Rücksicht hat Vorfahrt!

Michael Klages, Staaken

Es geht auch ohne die lieben Kleinen

Zum Artikel: "Wieso bekommen wir eigentlich Kinder" vom 17. März

Als Mutter hasse ich es, Rubriken über das Familienleben mit den "lieben Kleinen" zu lesen. Diese Augenzwinkerei - unerträglich. Der gnadenloseArtikel hat meine Seele dagegen erfrischt. Nüchterne Denke, kein Wort zu viel und das ganze unter einem wissenschaftlichen Themenansatz.

Claudia Hamboch, per E-Mail