Leserbriefe

"Senat hat einen Bildungsauftrag"

Unsere Bildungsverwaltung hat ihre Hausaufgaben immer noch nicht gemacht. Durch eine Kleine Anfrage eines CDU-Abgeordneten kommt ans Licht, was eigentlich von den Betroffenen schon längst hätte thematisiert werden müssen. Man hat den Eindruck, die Politiker im verantwortlichen Bildungsbereich halten seit Jahren ihren Winterschlaf, und die betroffenen Schüler, Eltern und deren Vertreter haben resigniert. Festzustellen ist jedoch, dass der Berliner Senat einen gesetzlichen Bildungsauftrag zu erfüllen hat und die Verantwortung für fachlich geschultes Personal in ausreichender Quantität trägt. Wird dieser Auftrag nicht erfüllt, ist dieser politische Verantwortungsbereich personell schnellstmöglich auszutauschen.

Michael Klages, Staaken

Da doktert dieser Senat seit Jahren an den Schulen herum, schafft einen Laborversuch nach dem anderen, ist aber nicht in der Lage, dafür zu sorgen, dass die Grundlagen zunächst einmal vorhanden sind. Eine Schule ohne fachausgebildete Lehrer kann ihrem Auftrag nicht gerecht werden. Da nutzt es auch nichts, wenn die Lehrer versuchen, die Versäumnisse der politisch Verantwortlichen durch Engagement zu mindern. Den Lehrerberuf attraktiv zu machen, ist eine Aufgabe, bei der dieser Senat gegenüber anderen Landesregierungen kläglich versagt hat.

I. H. Korn, per E-Mail

Der Spaß am Matheunterricht hielt sich auch in meiner Schulzeit in Grenzen. Mathe-Lehrermangel aber kannte man damals in den 70er-Jahren meines Erachtens noch nicht. Es zeigt sich, dass sich da jetzt ein eng zusammenhängendes Gemisch aus einzelnen bildungspolitischen Versäumnissen und Fehlern bemerkbar macht: ungleiche Gehälter, mangelnde Berufsorientierung und Lenkung der Lehramtsstudenten, zu wenig Beachtung der Naturwissenschaften an den Schulen. So ist mir unverständlich, dass man Mathematik, Physik und Chemie überhaupt abwählen kann. Fächer, die die Grundlagen für Beruf und Alltag bilden - Deutsch, Mathematik, Physik und Chemie - sollten zu Pflichtfächern deklariert werden.

Heike Sömmering, Moabit

Es ist ein uralter Hut, dass Mathematik von fachfremden Lehrern erteilt wird. Ich trat 1965 mit dem Fach Mathematik in den Grundschuldienst. Jeder fachfremde Lehrer erteilte Mathe, und dies blieb bis zu meiner Pensionierung so, wobei ich in anderen Fächern eingesetzt wurde. Ein Umdenken wäre ratsam und effektiver für die Schüler - vor allem in Klasse 1 bis 4, wo die Grundlagen für das Fach gelegt werden. Dieses Umdenken muss in der Lehrerausbildung anfangen.

Helma Grimm, Spandau

Sozialstunden sind keine Abschreckung

Zum Artikel: "Wieder zwei Männer ausgeraubt und zusammengeschlagen" vom 29. März

Mir wird angst und bange um unsere Stadt. Menschen werden zusammengeschlagen, und wir schauen zu. Warum sind keine Mitarbeiter mehr auf den Bahnhöfen, die die Abfahrt und Ankunft der Züge überwachen und dadurch ein wenig mehr Sicherheit gewährleisten? Das, was in Lichtenberg geschah, hätte dann vielleicht verhindert werden können. Doch man muss auch fragen, wie junge Menschen zu so einer Haltung kommen. Dafür gibt es wohl mehrere Gründe: Es fehlen Freizeiteinrichtungen. Und im Kino und Fernsehen wird die pure Gewalt gezeigt, ja fast verherrlicht. Dazu kommt ein zu geringes Strafmaß. Sozialstunden - wen soll das denn abschrecken? Ich habe nur noch Angst.

Rüdiger Berens, per E-Mail

Knut bleibt im Museum in schöner Erinnerung

Zum Artikel: "Knut-Fans wollen ihn nicht als Museumsstück" vom 28. März

Ich verstehe die Unruhe der Knut-Fans nicht. Eigentlich sollten die Fans der Präparation zustimmen, denn durch das Aufstellen von Knut im Naturkundemuseum hätten wir eine weitere Erinnerung an den einzigartigen Eisbären. Außerdem wurde ein wichtiger Punkt angesprochen: Der Zoo hat mit Knut Millionen verdient. Durch die Präsentation Knuts im Naturkundemuseum könnte nun das Museum verdienen.

Sara Akil, Wedding

Es mutet für mich schon merkwürdig an, wenn für ein Tier - genau das war Knut, ein Wildtier - ein Kondolenzbuch ausgelegt wird. Es wäre doch schade, wenn ein Tier, das in freier Wildbahn vom Aussterben bedroht ist, einfach so weggeworfen wird. Im Naturkundemuseum ausgestellt wird die unermüdliche Arbeit von Knuts Pflegern wenigstens noch honoriert. So können sich auch noch viele Jahre später die Menschen an dem Anblick eines Handaufzuchts-Eisbären erfreuen.

Sabine Schmidt, per E-Mail