Leserbriefe

"Japan hat für Wandel gesorgt"

Die Grünen jubeln, der Rest ist eher enttäuscht, und die FDP meint gar, dass sie verstanden habe. Und das wird als historisch empfunden. Wäre die Katastrophe in Japan nicht passiert, wäre ein spürbarer Wandel in der deutschen Parteienpolitik mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nicht eingetreten. Ich bezweifle außerdem, dass der enorme Stimmenzuwachs der Grünen vor allem in Baden-Württemberg tatsächlich etwas mit der Leistung der Ökopartei zu tun hat, die ja kurz vor schwarz-grünen Bündnissen stand und in greifbarer Nähe von Macht ihr kleinbürgerliches Gesicht schon mal deutlicher zeigte - sogar in der Atomfrage, was niemand vergessen sollte.

Heinrich Graefensteiner, Spandau

Die Schuld an der Wahlniederlage der CDU trägt allein Frau Merkel. Die Bürger haben ihren ständigen sinnlosen und rein taktisch motivierten Aktionismus satt. Sie hat durch den Glaubwürdigkeitsverlust beim Wähler nicht nur die CDU ruiniert, sondern vor allem durch die Initiierung des Euro-Rettungsschirms, des größten Irrsinns des Jahrhunderts, die wirtschaftliche Zerstörung Deutschlands eingeleitet. Die CDU braucht einen Neuanfang.

Herbert Gaiser, per E-Mail

Der Anfang vom Ende hat für Frau Merkel begonnen, als sie die jetzige Koalition auf Bundesebene einging; die Ergebnisse der Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sind die Auswirkungen aller politischen Fehler auf Bundesebene.

Lutz-Peter Schmitz, Mitte

Dass bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt nichts Überraschendes geschah, sondern erst jetzt nach dem Störfall in Fukushima bei den Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, zeigt doch, dass die Bundesbürger sehr realpolitisch und in Abhängigkeit greifbarer Tatsachen ticken und lediglich auf das wirkliche Geschehen nach den vorgegebenen Farbmustern reagieren. Geht es wirtschaftlich bergauf, darf sich vor allem die CDU freuen, zeigt sich, dass die Umwelt doch mehr leidet als für möglich gehalten, wird der Ruf nach den Grünen lauter, und drohen Massenentlassungen, wird man sich wieder stärker an die SPD erinnern. Mal sehen, was in Berlin das bestimmende Thema sein wird.

Jakob Panitz, Friedrichshain.

Zugabfertiger fehlen auf den Bahnhöfen

Zum Artikel: "Das war ein versuchtes Tötungsdelikt" vom 28. März

Es gab eine Zeit, da war auf jedem Bahnhof ein Zugabfertiger, und dieser konnte im Notfall eingreifen, wenn es Ärger gab. Dann hat sich die BVG aus Kostengründen einfallen lassen, die Züge von den Zugfahrern abfertigen zu lassen und die Zugabfertiger von den Bahnhöfen abzuziehen. Das Ergebnis ist mehr Graffiti und mehr Brutalität auf den Bahnhöfen. Aber die BVG ist ja der Meinung, das sei alles nicht so schlimm, denn es gibt ja Kameras auf den Bahnhöfen.

Klemens Romberg, per E-Mail

Tauben leben in Berlin gefährlich

Zum Artikel: "Eierdiebe im Senat" vom 27. März

Es ist sehr erfreulich, dass die Berliner Stadttauben nicht in die Schädlingsverordnung gekommen sind und verfolgt werden dürfen wie Wanderratten. Aber das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass unzählige Tauben in Berlin ganz massiv verfolgt werden. So werden im Bahnhof Zoo mehrmals die Woche Tauben durch Greifvögel von Falknern vertrieben, was dazu führt, dass die Tiere in Todesangst gegen Scheiben knallen und sich das Genick brechen. In Prenzlauer Berg wurde kürzlich ein U-Bahnhof gegen Tauben mit Abwehrnetzen vergittert, dabei wurden unzählige Tauben eingeschlossen und dem Verdursten ausgesetzt. Diese Beispiele sind nur die Spitze des Eisbergs. Der Senat ist gefordert, betreute Taubenschläge einzuführen, in denen Taubeneier gegen Gipseier getauscht werden.

Stefan Klippstein, Charlottenburg

Uhren sollten im Herbst nicht mehr zurückgestellt werden

Zum Artikel: "Sommerzeit: In der Nacht müssen die Uhren eine Stunde vorgestellt werden" vom 26. März

Russland stellt jetzt dauerhaft auf Sommerzeit um. Einen ähnlichen Schritt sollten wir in unseren europäischen Ländern ebenfalls anstreben. Der meiste Reiz für die Sommerzeit ist die lange Helligkeit am Abend. Daher ist die Frage zu stellen, ob es sinnvoll ist, im Herbst zurückzustellen. Denn die am Morgen herrschende längere Helligkeit ist nur von kurzer Dauer.

Michael Hübner, per E-Mail