Leserbriefe

"Ernährungskunde in der Schule"

Die Ergebnisse dieser Gesundheitsstudie dürften kaum jemanden überraschen. Nun wissen wir, was wir jeden Tag in der U-Bahn oder vor einer amerikanischen Fast-Food-Kette kopfschüttelnd erleben: Jedes neunte Kind ist übergewichtig. Dass die Fettsüchtigen aus allen Schichten kommen, klingt sogar irgendwie beruhigend, während die Tatsache, dass Kinder mit gesundheitlichen Auffälligkeiten und mangelhafter geistiger Entwicklung eher aus sozial schwachen Elternhäusern der Innenstadtbezirke stammen, dann doch eher traurig stimmt. Bestätigen kann ich als Mutter einer fünfjährigen Tochter, dass sich der regelmäßige und frühzeitige Kitabesuch sehr positiv auf die Entwicklung der Kinder auswirkt. Das betrifft auch die Ernährung und das gesamte Lern- und Spielprogramm. Das kann man alleine zu Hause gar nicht leisten. Ganz abgesehen vom sozialen Kontakt, der allen guttut - auch sprachlich. Insofern bin ich froh, dass meine Tochter einen Kitaplatz bekommen hat. Es bleibt mir daher unverständlich, dass es noch immer nicht gelingt, ausreichend Kitaplätze in Berlin zur Verfügung zu stellen. Das wären wirklich mal Investitionen in die Zukunft.

Charlotte Beiersdorf, Moabit

Der Trend, dass es immer weniger Migrantenkinder gibt, die nicht richtig Deutsch sprechen können, ist erfreulich. Dass aber immerhin jedes neunte Kind in Berlin übergewichtig oder sogar fettsüchtig ist, sollte die Behörden alarmieren. Laut der Studie gehen die Probleme oft mit einem geringen Sozialstatus der Familie einher. Die Entscheidung zur Ganztagsschule war gerade also für die Problemkinder, die zu Hause wenig gefördert werden, richtig. Längst überfällig ist es aber auch, Ernährungskunde und Kochen als Schulthema einzuführen. Davon würden dann alle Kinder unabhängig vom sozialen Status profitieren.

Helmut Heinzgen, Lankwitz

Zum "fine-dining" mit dem deutsch-englischen Wörterbuch

Zum Artikel: "Bauernente und Schmorhaxe aus dem Steinbackofen" vom 26. März

Zu Bauernente und Schmorhaxe sollte niemand mehr ohne sein deutsch-englisches Wörterbuch gehen. Der Artikel spricht mir aus dem Herzen, da endlich mal die Verbindung von gutem Essen und weltläufiger Bildung hergestellt wird. Wer immer noch nicht weiß, was "fine dining" oder ein "BBQ-Event" bedeutet, für den wird es Zeit, dass er sich beim ebensolchen beflissentlich weiterbildet und das oben erwähnte Wörterbuch benutzt. Heimlich natürlich, an einem stillen Örtchen. "Mens sana in corpore sano." Chapeau bas!

Robert M. Diebold, per E-Mail

Nur drei Rampen sind mit Klinkern verkleidet

Zum Artikel: "Spandauer Damm: Brücke wird am Montag eröffnet" vom 26. März

Es ist geschafft, die Spandauer-Damm-Brücke kann endlich wieder befahren werden. Was jedoch den Bürger schlicht verwundert, ist die Verkleidung der Sichtflächen der Rampen. Warum, so fragt sich der normale Autofahrer, werden nur drei Rampen mit Klinkern verkleidet, und die dritte versprüht einen eher kargen Charme. Fehlen etwa die Mittel für die Sichtflächenverkleidung der vierten Rampe im Bereich der Abfahrt in Richtung Süden? Im Prinzip finde ich die Verkleidung mit Klinkern eine gute, geschmackvolle Idee, aber ohne die vierte Rampe ist es leider nur Stückwerk. An der Bezahlung dürfte es wohl kaum liegen, bezahlt doch der Bund die Hälfte, und die Kosten für das Land Berlin werden zum größten Teil durch EU-Mittel beglichen.

Thomas Hansen, Reinickendorf

Knut soll nicht präpariert im Museum enden

Zum Artikel: "Zoo bleibt dabei: Eisbär wird ausgestopft" vom 24. März

Die überwiegende Mehrheit der Knut-Freunde möchte den Eisbären nicht präpariert in einem Museum sehen. Er war nicht nur ein Tier, er war Familienmitglied und Freund. Wir haben an seiner Aufzucht teilgenommen, und gerade daraus ist eine starke Bindung entstanden. Ich bin sehr enttäuscht, dass die Zooleitung so rücksichtslos mit uns Fans umgeht. Sie behauptet, dass es viele wollen, dass Knut im Museum ausgestellt wird. Für mich ist das eine unwahre Behauptung. Man sollte mal hinterfragen, welche Leute das sind. Ich nehme an, das sind die Mitglieder der Aktiengesellschaft vom Zoo.

Maria Schindlbeck, per E-Mail

Die meisten Menschen wünschen sich, dass mit Knut würdevoll umgegangen wird. Ich empfehle nur einen Blick in das Online-Kondolenzbuch des Berliner Zoos. Fast in jedem Eintrag bitten die Menschen den Zoo, von dieser Idee Abstand zu nehmen.

Sandre Emig, per E-Mail