Leserbriefe

"Ein Duell mit wenig Polemik"

Angela Merkel hat vor den Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz eine schwierige Zeit. Nach dem umstrittenen Atomschwenk und der halbherzigen Außenpolitik gegen Gaddafi taucht jetzt auch noch Peer Steinbrück aus der Versenkung auf und nimmt ihre Euro-Krisenpolitik im Bundestag auseinander. In der Bankenkrise standen die Kanzlerin und ihr damaliger Finanzminister noch eng zusammen. Heute ist alles anders. Und so mancher wird sich denken, dass ein Peer Steinbrück in der aktuellen vielschichtigen Krisenlage der deutschen Politik sehr gut tun würde. Er ist im besten Alter. Also, warum sollte er nicht noch einmal was werden.

Evelyn Lützner, Schöneberg

Was für ein Bild geben unsere Politiker ab. Mobbing im Bundestag. Dabei ist es egal, ob ein Vertreter der Regierung oder der Opposition das Wort ergreift. Statt für die Bürger gemäß Eid eine optimale Politik zu betreiben, werden Kindergartenspielchen betrieben. Es wird taktiert und gelogen, siehe zum Beispiel die Informationspolitik zu Themen wie Stuttgart Hauptbahnhof, Atom-Endlager, Flughafen Schönefeld BBI. Für mich steht fest, das sind keine Volksvertreter. Da sowohl Regierung als auch Opposition ein gleich unrühmliches Bild abgeben, habe ich mich entschlossen, der Fraktion der Wahlverweigerer beizutreten.

Ralf Seebold, Mittenwalde

Welch ein Aufatmen muss das im Bundestag gewesen sein. Ein Duell mit wenig Polemik, dafür orientiert an Fakten. Peer Steinbrück tut dem Bundestag gut. Der von Wahlen getriebene Zickzackkurs der Regierung entspricht längst nicht mehr den Werten der liberal-konservativen Anhängerschaft. Das ist für einen vom Kaliber Steinbrück ein Elfmeter ohne Torwart. Angela Merkel muss nun registrieren, dass sie ziemlich alleine dasteht. Kein Roland Koch oder Friedrich Merz, die Herrn Steinbrück Paroli bieten könnten. Dabei ist wirtschaftliche Kompetenz - egal welcher politischer Couleur - momentan mehr als notwendig. Wenigstens scheint die Opposition sich darauf besonnen zu haben.

Kai Knipper, per E-Mail

Verkehr muss im Sinne aller weiterentwickelt werden

Zum Artikel: "Radstreifen sorgen für neue Konflikte" vom 24. März

Ich bin kein Mitglied im ADAC, trotzdem kann ich die Meinung des neuen Vorsitzenden Manfred Voit nur unterstützen. Der Berliner Senat hat in der Verkehrsplanung versagt. Natürlich muss alles weiterentwickelt werden, aber bitte immer im Sinn der Bedürfnisse aller Bürger. Gemalte Radfahrwege allein nutzen wenig ohne Einhaltung der Verkehrsregeln. Zusätzlich werden die Autofahrer immer gestresster auf den reduzierten Fahrstreifen. Die A100 muss aus wirtschaftlichen Gründen ausgebaut werden. Ich denke an die vergangene Aufregung wegen der Stadtautobahnerweiterungen. Was hätten wir heute ohne diese Straßen? Ein komplettes Verkehrschaos.

Lothar Otterstätter, Mariendorf

Die Konsequenzen sind noch nicht absehbar

Zum Artikel: "Bundeswehr schafft Wehrpflicht ab" vom 25. März

Jetzt ist es also nur noch eine kleine Meldung wert: Die Wehrpflicht endet am 1. Juli, so hat es der Bundestag jetzt beschlossen, gegen die Stimmen der SPD und der Linken. Wie einschneidend der Schnitt ist, werden wir allerdings bald erleben. Ich würde mich nicht wundern, wenn nach ein paar Jahren Experiment die Sache wieder in Reih und Glied zurückgepfiffen wird. Denn nichts ist geklärt, weder die Frage, wie die Zivis ersetzt werden sollen, noch die Tatsache, dass in allen Ausbildungsbereichen plötzlich viel mehr Jugendliche einen Platz suchen. Zum anderen zeigt sich, dass bislang die Zahl der interessierten Freiwilligen nicht ausreichen wird. Da fehlen in der Öffentlichkeit ganz offenbar wesentliche Informationen, die den kurzfristigen Job halbwegs attraktiv machen könnten. Ganz zu schweigen von den Einbußen der Kommunen, in denen die Kasernen geschlossen werden.

Richard Weißhaupt, Köpenick

Bewohner sollten Erhöhung der Miete nicht akzeptieren

Zum Artikel: "Die Angst vor den Neuen im Wrangelkiez" vom 23. März

In dem Artikel wird das Beispiel einer Mieterhöhung von 360 auf 560 Euro genannt. Wer so einer Mieterhöhung zustimmt, darf sich nicht darüber beschweren. Der Mietspiegel gibt so eine Mieterhöhung nicht her. Wer dennoch der Mieterhöhung zustimmt, ist selbst schuld.

Frank Nowak, per E-Mail