Leserbriefe

"Entsetzt über das Niveau"

In unserem Haus wohnen zwei befreundete junge Mädchen im Teenageralter, die es doch tatsächlich schaffen, andere Mitbewohner zu grüßen. Und da sie mir gerade wieder im Treppenhaus einen "Guten Morgen" gewünscht haben, habe ich sie gefragt, was sie von dieser Mobbing-Geschichte halten. Das sei einerseits natürlich hässlich, meinten sie. Andererseits fanden sie es stark, dass der später zusammengeschlagene Freund versucht hatte, seine im Internet übel beleidigte Freundin zu verteidigen. So viel Mut sei sonst nur noch im Kino zu bewundern, fanden die Mädchen. Nun will Senator Zöllner gegen die feigen Täter hart durchgreifen. Da darf man gespannt sein, denn viel mehr Möglichkeiten, als den moralischen Zeigefinger zu heben, wird er nicht haben. Es ist doch so: Der Schwache wird gehasst und die eigene Schwäche hinter Kraftmeierei versteckt. Nur ein Abbild dessen, was die Gesellschaft im Großen vorlebt.

Dr. Werner Albrecht, Reinickendorf

Die Nachricht zum Internet-Mobbing und zu dem zusammengeschlagenen Schüler endet mit dem Beispiel aus dem Schadow-Gymnasium, das zwei Tage schließen musste, weil es eine Amokdrohung im Netz gab. Die Drohung habe sich als harmlos entpuppt, hieß es in dem Artikel. Mit Blick auf die ausgelösten Ängste und die den Ängsten zugrunde liegenden Ereignisse erscheint mir "harmlos" der falsche Begriff zu sein. Die Drohung ist eine Straftat. Sie wurde zum Glück nicht verharmlost, sondern massiv verurteilt.

Thomas Mesche, per E-Mail

Seit einigen Tagen verfolge ich die Artikel über diese Internetseite interessiert und habe mir auch die Mühe gemacht, diese einmal zu lesen, denn ich bin selbst Mutter zweier Söhne. Ich bin schlichtweg nur entsetzt über das Niveau - sofern man dies überhaupt so bezeichnen kann -, das dort herrscht. Es muss doch rechtliche Mittel geben, so eine Seite zu schließen. Was muss noch passieren? Liebe Staatsanwaltschaft, bitte handeln Sie schnell, bevor noch Schlimmeres geschieht.

Angela Voigt, per E-Mail

Meister der Boulevard-Komödie war ein Perfektionist

Zum Artikel: "Abschied von Wolfgang Spier: Kondolenzbuch liegt aus" vom 21. März

Und wieder geht ein "Meister der Boulevardkomödie". Er war ein Perfektionist, Humorist und einzig in seiner Art, Menschen zum Lachen zu bringen. Ein wunderbarer Mensch obendrein. Ich habe ihn auf verschiedenen Bühnen bewundert. Zuletzt am 28. Mai 2010 in Essen. Es sollte seine letzte Rolle sein in dem Stück "Lustiger Witwer". Im Dezember schrieb er mir: "Bin leider im Krankenhaus. Bis zum nächsten Mal. That's life!" Aber bitte: Wo waren die TV-Sender mit einer Wolfgang-Spier-Komödie oder einem großen Porträt? Ist der ein oder andere nicht mehr präsent, so hat man ihn schnell vergessen. Ich sage: Danke, Wolfgang Spier. Er bleibt für mich unvergessen.

Jörg Gruda, Dortmund

Strategisches Konzept zum Gesamtlärm fehlt

Zum Artikel: "Bürgerinitiativen fordern Studie zur Auswirkung von Fluglärm" vom 18. März

Wir sind wieder einmal erstaunt, dass die Initiativen gegen Fluglärm immer nur von der Belastung durch den Flugverkehr ausgehen und Straßen-, Autobahn- und Bahnlärm keine Rolle spielen. Wir verlangen die Erarbeitung eines strategischen Konzeptes zum Gesamtlärm in Form einer strategischen Lärmkarte, damit der neu entstehende Lärmknoten um den BBI insgesamt analysiert wird. Das können die Länder Berlin und Brandenburg ganz sicher finanziell nicht allein leisten. Wir erwarten aber, dass sich der Bund als dritter Gesellschafter ebenfalls dieser Verantwortung stellt.

H. Klank-Neuendorf und Elke Herer, per E-Mail

Parallelgesellschaft wird gestärkt

Zum Artikel: "Komische Oper setzt türkische Untertitel ein" vom 22. März

Das ist ein weiterer, nur anscheinend kleiner Schritt zur weiteren Stärkung einer türkischen Parallelgesellschaft. Die oft ohnehin nur relativ schwache Bereitschaft der entsprechenden Bevölkerungsgruppen zum Erlernen der deutschen Sprache und zur Integration wird schwinden.

Uwe Marquardt, Mitte

Ich habe in Konzerten und in der Oper noch keine bildungshungrigen Türken wahrgenommen. Das wird sich jetzt wohl schlagartig ändern. Vielleicht sollte man aber vorher "Die Entführung aus dem Serail" absetzen, die Oper könnte dem türkischen Besucher nicht zuträglich sein.

Dr. Robert Wolfmayer, per E-Mail