Leserbriefe

"Zurück in die Zukunft"

Na bravo, wieder zurück in die Vorkriegszeit. Der Tauentzien und auch die Schloßstraße werden gerade für viel Geld und zum Vorteil der Fußgänger umgebaut. Jetzt wollen die Grünen alles für immense Kosten wieder aufreißen und für noch mehr Geld Straßenbahnen als modernstes Verkehrsmittel einführen. Mir ist allerdings nicht klar, wie große Einkäufe mit einer Menge von Tüten und Taschen darin bequem transportiert werden können. Von der Bequemlichkeit für Familien und Senioren gar nicht zu sprechen. Auch ist mir unklar, womit diese ganze riesige Investition bezahlt werden soll. Wenn Geld da ist, dann bitte für die Instandsetzung der Schulen, Kindergärten und sonstigen sozialen Einrichtungen ausgeben.

Lothar Otterstätter, Mariendorf

Ich spüre da nichts von wirklicher Dynamik in Berlin, wenn die Straßenbahn über die zurückgebaute Steglitzer Schloßstraße über den "Walk of Fame" am Potsdamer Platz nach Weißensee fahren soll. Bei den Distanzen war mal eine U-Bahn angedacht (Innsbrucker-Platz-Tunnel, Anschluss Steglitz), die ist nicht minder effizient. Und zwecks attraktiver Verbindungen gibt es auch noch den Metro-Bus. Dieses "Zurück in die Zukunft" bei erhöhtem Straßenverkehr und einer aktuellen Tendenz zum Straßenrückbau ist für mich ein Denken, das nicht dazu ermuntert, Berlins Dimension im Sinne von mehr Chance zu sehen.

Jürgen Spiegel, Neukölln

Wir Berliner im Westteil dieser Stadt brauchen dieses antiquierte und schienengebundene Verkehrsmittel nicht. In den Außenbezirken könnte die Straßenbahn vielleicht noch einen gewissen Sinn im Straßenverkehr machen. Doch in der Innenstadt hat eine weitere neue Tramlinie nichts zu suchen.

Wolfgang Heller, Westend

Christliche Religion wird bevorzugt

Zum Artikel: "Die Kreuze dürfen hängen bleiben" vom 19. März

Es ist ein Skandal, dass der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in der zweiten Instanz zu diesem Urteil gekommen ist. Denn nun wird die christliche Religion eindeutig bevorzugt, obwohl die Religionsfreiheit unmissverständlich beinhaltet, dass keine Religion bevorzugt werden darf. Menschenrechtskonform ist ein Urteil im Weltanschauungsbereich nur dann, wenn es exakt neutral ist. Das heißt, wenn keine der etwa 4000 religiösen und nicht religiösen Weltanschauungen bevorzugt oder benachteiligt wird.

Reinhard Moysich, per E-Mail

FDP kehrt zurück in die Belanglosigkeit

Zum Artikel: "CDU wünscht sich eine neue große Koalition" vom 21. März

Ein echter Lichtblick, die Wahl im Bundesland Sachsen-Anhalt: Die NPD will keiner mehr haben, und auch die Umfaller von der FDP kehren dahin zurück, wo sie hingehören - in die Belanglosigkeit. Vielleicht sollten Herr Westerwelle und seine Parteifreunde mal gründlich über ihre Position nachdenken.

Michael Hirdes, per E-Mail

Das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt überrascht überhaupt nicht. Nach diesem belanglosen Wischiwaschi-Wahlkampf mit nichtssagenden Parolen und dem Wunsch von CDU und SPD, alles möge so bleiben wie bisher unter dem Motto "Wahlen ändern sowieso nichts an der Misere", geht nun möglicherweise politisch alles wie seit der letzten Landtagswahl 2006 weiter. Wenn SPD und CDU in Sachsen-Anhalt in einer großen Koalition erneut regieren, bleibt diesem Bundesland die "rote Laterne" weiterhin erhalten. Denn im Ländervergleich sind die Abwanderung von Fachkräften, die Zunahme von Billiglöhnen unterhalb des Existenzminimums sowie die demografische Überalterung von Salzwedel im Norden des Landes bis hinunter nach Zeitz im Süden die seit Jahrzehnten scheinbar unlösbaren Probleme.

Albert Alten, Wernigerode (Sachsen-Anhalt)

In kleinen Städten hat es bereits funktioniert

Zum Artikel: "Tierschutzbündnis für Kastration aller streunenden Katzen" vom 18. März

Das Tierschutz-Bündnis hat einen sehr guten Vorschlag unterbreitet. Jetzt sollen mal die tierlieben Berliner Bürger zeigen, ob sie wirklich etwas für Tiere übrighaben. Es geht ja schließlich nicht immer nur um das eigene Tier. Kleine Städte in Westdeutschland haben gezeigt, dass es geht. Da hat allerdings auch die Politik mitgespielt. Ob wir da etwas von Senatorin Katrin Lompscher erwarten können? Wir werden sehen.

Edeltraud Jenner, per E-Mail