Leserbriefe

"Kasinos prägen das Straßenbild"

Da zeigt sich einmal wieder die Hilflosigkeit und Schwäche unserer Kommunalpolitik: Erst als die wie Pilze aus dem Boden sprießenden Spielkasinos in einigen Stadtvierteln das Straßenbild zu prägen begannen, erhob sich das große Jammern. Jetzt sind sie da, und es wird schwer werden, dagegen etwas zu unternehmen. Die Steuern für die dubiosen Läden wurde erhöht - aber das wird den Besitzern ein müdes Lächeln abringen. Und bevor es irgendein Gesetz gibt, das den Bau neuer Spielhallen regelt, sind längst genug auf dem Markt. Warum kann es nicht so laufen wie bei der (fragwürdigen) Reduzierung der Lotto-Annahmegeschäfte? Jetzt sollen juristische Tricks her.

Simon Weise, Wedding

Die Spielhallenschwemme ist wirklich ein Problem. Da die Nachfrage nach solchen Treffpunkten gerade bei Jugendlichen steigt, wird eine gesetzliche Eindämmung nicht viel ausrichten. Es sei denn, man verbietet diese Spielstätten generell. Die Verteuerung der Spielsucht durch eine nochmalige Erhöhung der Vergnügungssteuer für Spielhallen, erscheint mir das wirkungsvollste Mittel zu sein. Von der FDP-Idee, die Spielsalons auf bestimmte Standorte zu begrenzen, halte ich nicht viel. Eine solche Konzentration würde neue soziale Brennpunkte erzeugen.

Wolfgang Gebauer, per E-Mail

Echte Waffen und Attrappen sind schwer zu unterscheiden

Zum Artikel: "Im Straßentheater sind Gewehr-Attrappen erlaubt" vom 18. März

Bei Demos gilt zwar das Vermummungsverbot, und wir müssen immer wieder friedliche Demonstranten dazu auffordern, Gewaltbereiten wie dem "Schwarzen Block" keinen Unterschlupf zu gewähren. Aber nun hat der Hessische Verwaltungsgerichtshof entschieden, dass es zulässig ist, bei einer Demo "im Rahmen künstlerischer Aktionen" mit Sturmgewehr-Attrappen herumzufuchteln. Ordner und Polizisten müssen ab jetzt fein unterscheiden zwischen echten Waffen, deren Mitführen immer noch verboten ist, und Attrappen. Vermutlich gibt es bald auch Pflasterstein-Attrappen und Brandsatz-Attrappen, die mitgeführt werden dürfen. Vielleicht schicken wir dann eine Polizei-Attrappe vor, damit nicht echte Polizisten aus einer Gewehr-Attrappe, die nur so tut, als sei sie eine Attrappe, beschossen werden.

Friedrich F. Zuther, Lichterfelde

Lokale ohne Smiley sollten nicht mehr besucht werden

Zum Artikel: "Pankow stoppt Ekelliste, wenn der Smiley kommt" vom 17. März

Ist doch ganz einfach: Wenn die Politiker wieder einmal umfallen und auf Freiwilligkeit setzen wollen, haben wir die Macht. In Lokalen, welche den Smiley nicht haben, sollten wir nicht mehr essen. Dennoch sollten wir hineingehen und den Mitarbeitern sagen, warum man nicht kommt.

Andre Werner, per E-Mail

Startgeld bei den Olympischen Winterspielen

Zum Artikel: "München fehlen sieben Millionen Euro im Budget" vom 17. März

Wenn heute schon 6,9 Millionen Euro im Etat fehlen, wie viele Millionen sind es dann bei der Fertigstellung der Anlagen? Warum soll dann der Steuerzahler für die Fehlplanung aufkommen und nicht die Befürworter der Winterspiele? Der Steuerzahler wird schon indirekt genug dafür geschröpft, z.B. für teure Übertragungsrechte, Zuschläge für Briefmarken und Münzen. Allein die Briefmarkensammler haben zum Beispiel für die Olympiade 1972 in München über 16 Millionen Euro an Zuschlägen gespendet. Mein Vorschlag zur Schonung der Steuerzahler: Jeder Teilnehmer und Offizielle zahlt einen bestimmten Betrag als Startgeld, sodass die Kosten gedeckt werden.

Jochen Gasch, Prenzlauer Berg

Auch Beamte können Rücklagen bilden

Zum Artikel: "Pensionslasten der Beamten überfordern Berlin" vom 17. März

Wenn die Verfassung es verlangt, dass Staatsdiener Pensionen erhalten wie kein anderer Angestellter oder Arbeiter, dann sollte man vielleicht die Verfassung ändern. Überall wird gepredigt, dass wir selbst vorsorgen sollen, weil die staatliche Rente hinten und vorne nicht reicht, warum können das Beamte nicht? Da sind dann sicherlich die Bezüge zu gering, wird man sagen. Da kann ich nur lachen. Dann also wieder ran an die Steuergelder. Wenn der Staatsdiener vom Diener des Staates zum Verdiener des Staates wird, sollte einfach mal die Bremse gezogen werden, ansonsten geht das alles so weiter und Berlin geht die Luft aus.

Hartmut Deckert, Wedding