Leserbriefe

"Kern des Unglücks getroffen"

Die umfangreiche Berichterstattung in der Morgenpost über das grauenvolle Geschehen in Japan hat mich beeindruckt. Sie ist überaus informativ, umfassend recherchiert und eben lesenswert. Kein Sensationsgedröhn. Da wird der Kern des Unglücks getroffen: Es geht um Menschenleben. Die scheinheiligen politischen Reaktionen und schon gar nicht die Reaktionen der Weltwirtschaft sprechen eine andere Sprache. Da werden an den Börsen umgehend auf dem Rücken des vor einer unfassbaren Katastrophe stehenden Landes Geschäfte gemacht, anstatt zu überlegen, genau diesen schrecklichen Kreislauf zu überwinden. Es wird höchste Zeit, etwas infrage zu stellen, auf das auch Frau Merkel ihr politisches Wirken begründet: den Fortschritt. Was ist das, wenn er Leben kostet?

Irmgard Schuster, Reinickendorf

Wie sollen Eltern ihren Kindern eine Kernschmelze erklären, wenn die allermeisten es selbst nicht wissen? Gut, dass die Morgenpost darüber aufgeklärt hat. Nicht jede Mutter oder jeder Vater ist Ingenieur oder Kernphysiker! Vielmehr müssten sich die Schulen mehr mit dem Thema Kerntechnologie auseinandersetzen, um die Informationen altersgerecht aufarbeiten zu können. Im naturwissenschaftlichen Unterricht sollten Hintergründe erklärt und das nötige Wissen zum Verständnis der Abläufe in einem Kernreaktor herausgearbeitet werden.

Christian Lukner, per E-Mail

Anlässlich der Berichterstattung über die gegenwärtige Situation in Japan neigen viele Medien dazu, das Thema zu sehr zu emotionalisieren. Ich hoffe, dass die Berliner Morgenpost der Versuchung zur "Boulevardisierung" widerstehen kann. Bitte setzen Sie Ihre ausgewogene und objektive Berichterstattung fort.

Michael Christen, Lankwitz

Arbeitsstress in Amtsstuben wird noch erhöht

Zum Artikel: "Mehr Geld im öffentlichen Dienst" vom 11. März

Ob nun der Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst der Länder nur die Inflation, Teuerungsraten und Gehaltsrückstände aus der Vergangenheit abfängt oder gar auch noch reale Einkommensverbesserungen beinhaltet, sei dahingestellt. Für die Beschäftigten des Landes Berlin wird erneut bitter deutlich, dass sie weiterhin bis 2017 einkommensmäßig gewaltig hinterherhinken und dafür noch vom Senat keinerlei Fürsorge erwarten dürfen. Ganz im Gegenteil, wie Finanzsenator Ulrich Nußbaum erst kürzlich angekündigt hat, soll der Arbeitsstress in den Berliner Amtsstuben durch weitere einschneidende, pauschale Stellenstreichungen noch erhöht werden.

Jean Wandkowski, Frohnau

Freiwilliger Einsatz zum Wohl der Gemeinschaft

Zum Artikel: "FDP gegen Wiedereinführung des DDR-,Subbotnik' im Bezirk" vom 15. März

Erstaunlich, was Vertreter der politischen Opposition in einem Stadtbezirk alles so beschäftigt. Die Freiwilligkeit für eine umweltfreundliche Gestaltung der Wohnkultur in den Wohnbereichen war früher überzeugender als das heutige populistische Reden vom bürgerschaftlichen Engagement. Subbotnik als DDR-Staatstheorie zu bezeichnen ist totaler Quatsch. Unter dieser Bezeichnung wurde die Freiwilligkeit angespornt, damit etwas für die Gemeinschaft getan wurde. Und bei der Bezeichnung Subbotnik (Sonnabend-Einsatz) denkt heute bestimmt keiner mehr an Lenin.

Gerd Eckert, per E-Mail

Vereinsvorstand sollte lieber seinen Hut nehmen

Zum Artikel: "Ralf Rangnick soll Felix Magath auf Schalke ablösen" vom 16. März

Das ist ja eine Nachricht wie eine Blume in der Wüste, Jogi Löw bleibt Trainer der Nationalelf, sogar Bierhoff bleibt. Welch Wunder, wo doch beide noch vor gar nicht so langer Zeit ein total eigenes und vom DFB vollkommen abgekoppeltes Supervermarktungssystem im Kopf hatten. Da wird wohl der Verband ein nettes Angebot unterbreitet haben. Erfolg lohnt sich halt, wie man wieder mal sieht. Was Trainer der Bundesliga nicht unbedingt behaupten können, die straucheln reihenweise, im Falle von Felix Magath sogar dann, wenn sie gar nicht so erfolglos sind. Aber auch da spielt offenbar Geld die herausragende Bedeutung. Ihm wird vorgeworfen, zu viel für Transfers ausgegeben zu haben. Wenn aber der Vorstand eines Vereins keinen Überblick über sein eigenes Vermögen hat, sollte der vielleicht lieber den Hut nehmen, nicht aber der Trainer und Manager, der seinen Club immerhin ins Viertelfinale der Champions League geführt und ihm damit zu heftigen Einnahmen verholfen hat.

Holger Elmers, Charlottenburg