Leserbriefe

"Das Land hatte 40 Jahre Zeit"

Die normale Dienstzeit eines Beamten beträgt etwa 40 Jahre. Das Land Berlin hatte also bei jedem einzelnen Beamten 40 Jahre lang Zeit, an die zukünftigen Pensionen zu denken und hierfür vorzusorgen. Geschehen ist hier, egal unter welchen politischen Verhältnissen regiert wurde, nichts. Jetzt wieder einmal der große Aufschrei. Erwähnt wird jedoch wieder einmal mit keinem Wort, dass auch der Beamte während seiner gesamten Dienstzeit für seine Versorgung mit monatlich etwa sieben Prozent des Bruttogehaltes zur Kasse gebeten wird. Hätte man dieses einbehaltene Geld nicht immer zur Finanzierung der laufenden Haushalte genutzt, hätte man dieses Problem heute nicht.

Frank Liedke, per E-Mail

Natürlich steht jedem Beamten ein Altersruhegeld zu. Warum musste ich als Angestellter vom ersten Arbeitstag an für meine Rente selbst zahlen? Die Rückstellung wurde durch gute Anlage dieser Gelder und den Generationenvertrag gesichert, und damit wird der Steuerzahler nicht zusätzlich belastet. Warum wird dieses Problem erst jetzt öffentlich? Die demografische Entwicklung der in Ruhestand gehenden Beamten kann sich nicht plötzlich und unerwartet verändert haben. Aber sicher wird die fehlende Summe durch unsinnige Einsparungen und Belastungen der Steuerzahler aufgebracht.

Lothar Otterstätter, Mariendorf

Für alle Bundesbeamten und Pensionäre werden seit 1999 bei jeder Besoldungserhöhung 0,2 Prozent zugunsten des Aufbaus einer kapitalgedeckten Rücklage für die Altersversorgung einbehalten. Das Land Schleswig-Holstein hat diese Regelung bereits 1974 getroffen. Berlin hat dabei selig geschlafen, und nun ist das Jammern groß, aber für entsprechende Maßnahmen ist es noch nicht zu spät.

Dieter Müller, per E-Mail

Große Anteilnahme nach Neuköllner Brandkatastrophe

Zum Artikel: "Tödlicher Brand in Neukölln: Polizei ermittelt wegen Mordes" vom 14. März

Mein Sohn ist betroffen von dem Brandunglück in Neukölln. Er wohnt im Quergebäude, und seine Wohnung ist völlig ausgebrannt. So furchtbar das Unglück für ihn ist, so erfreut war er dennoch über die große Anteilnahme und Hilfe von Feuerwehr, Polizei und Hausverwaltung. Mein Sohn wohnt jetzt in einer kleinen Wohnung, die ihm Freunde besorgt haben, und hofft, bald in seinen Kiez zurückkehren zu können.

Ruth Klatt, Lichterfelde

Miete steigt nach der Dämmung des Dachs

Zum Artikel: "Hausbesitzer müssen Dächer dämmen" vom 16. März

Diese Verordnung wird auch für Mieter teure Nebenwirkungen haben, da die Dächer von Mietshäusern gedämmt werden müssen. Dies ist eine Modernisierungsmaßnahme, deren Kosten auf die Miete umgelegt werden dürfen. Wird das Dach eines Mietshauses gedämmt, dann haben die Mieter unterm Dach geringere Heizkosten, die Miete steigt aber für alle Mieter des Hauses.

Alexander Köbe, Britz

Radiosender spielen zu wenig deutsche Musik

Zum Artikel : "Radio 1 stürzt in der Hörergunst ab" vom 10. März

Warum müssen wir Menschen der älteren Generation noch Rundfunk- und Fernsehgebühren zahlen? Halten Sie doch mal eine Umfrage bei Senioren, wer heute noch groß sein Gerät einschaltet. Das ewige englische Gedudel und Geschrei will keiner hören. Es gibt ja wirklich keinen Sender mehr, in dem deutsch gesungen wird, ich habe darum schon oft auf Radio Moskau geschaltet, da wird deutsch gesprochen, und es gibt viel Klassik.

Marga Arndt, Tegel

Die Inflationsrate ist weitaus höher

Zum Artikel: "Merkels heimliche Euro-Kapitulation in Brüssel" vom 14. März

Das war es dann wohl - der Weg in die Transferunion scheint unumkehrbar beschritten worden zu sein. Wir werden also in Zukunft die Schulden anderer Staaten aufkaufen müssen, gleichzeitig wird versucht, uns weiszumachen, dass die Inflationsrate gerade einmal bei 2,1 Prozent läge. Frau Merkel, waren Sie in letzter Zeit einmal einkaufen? Die tatsächliche Quote ist doch weitaus höher. In Abwandlung eines alten römischen Sprichwortes (Varus, gib mir meine Legionen wieder!) heißt es dann, Merkel - gib mir meine D-Mark wieder! Der europäische Laden wird uns sonst um die Ohren fliegen!

Klaus Kemmler, per E-Mail