Leserbriefe

"Mehrheit will keine Atomkraft"

Wenn wir diesen traurigen Vorfall nicht nutzen, um uns schnellstens von der Atomkraft zu verabschieden, werden wir es vielleicht auch einmal bitter bereuen. Die Umfragen und Demos zeigen ganz deutlich, dass die große Mehrheit keine Atomkraft will. Nach der Ölkrise 1973 hat die damalige Bundesregierung überlegt, wie die Abhängigkeit vom Öl verringert werden kann. Es wurde über Solar, Wind und Atomenergie nachgedacht, aber trotz heftigen Widerstands aus der Bevölkerung entschied sich die damalige SPD-Bundesregierung für die Kernenergie. Es darf also nicht vergessen werden, dass die falsche Entscheidung, auf Atomenergie zu setzen, in diese Zeit fällt. Wir sind also fast 38 Jahre in die falsche Richtung gegangen und müssen nun schnellstens umkehren.

Klaus Okrafka, per E-Mail

Wieso muss erst so ein entsetzlicher GAU passieren, damit sich die Gehirne der Politiker einschalten? Dass veraltete Technik, überaltertes Material und mangelnde Überprüfung solch brisanter Technik nicht nur durch Erdbeben eine Gefährdung darstellen, ist doch kein Geheimnis. Auf einmal ist Aktionismus gefragt.

Ingeborg Collardin, per E-Mail

Durch dieses lächerliche Moratorium ist mir klar geworden, dass die Laufzeitverlängerung eine Regierungsentscheidung im Sinne der Atomkonzerne war. Es ging nicht um Sicherheit und Ängste und Bedenken der Bevölkerung, sondern nur um Gewinne. Plötzlich können sieben Atomkraftwerke abgeschaltet werden, um den Sicherheitsstand zu überprüfen. Keine Angaben, wie es nach der Abschaltfrist weitergeht.

Sabine Jürs, per E-Mail

Nach meinem Verständnis war es doch ohnehin so, dass mit der Laufzeitverlängerung auch für ältere Atomkraftwerke unter anderem eine Finanzierungshilfe für alternative Energiekonzepte durch die Kernkraftbetreiber ermöglicht beziehungsweise erleichtert werden sollte. Jetzt gibt es eine neue Situation. Warum sollten Politiker nicht auf diese einschneidenden Vorkommnisse reagieren? Es nicht zu tun wäre der wahre Skandal. Und: Der Ausstieg ist doch ohnehin beschlossene Sache. Insofern handelt es sich nicht um eine plötzliche Kehrtwende, sondern um eine Modifikation früherer Beschlüsse.

Carl-Friedrich Theill, per E-Mail

Es ist doch ein Witz, dass nach der Katastrophe in Tschernobyl und der jetzt ungleich größeren Katastrophe in Japan Frau Merkel sich hinstellt und erzählt, dass sie ein Moratorium verhängt. Man kann über die gegangene Regierung Rot-Grün denken, was man will, aber im Lichte Japans war der Atomausstieg eine weise Entscheidung, die auch die Wirtschaft mittragen konnte.

Torsten Hübler, Berlin-Schöneberg

Neue Flugrouten geben Grund zur Hoffnung

Zum Artikel: "Einigung über BBI-Flugrouten noch im März möglich" vom 15. März

Als Anwohnerin der Waldsiedlung Schmöckwitz hoffe ich, dass die scharfe 90-Grad-Kurve von der Südbahn Richtung Osten realisiert wird, da dann zumindest die startenden Flugzeuge nicht unmittelbar über uns hinwegfliegen würden. Eine geradlinige Flugroute für startende Flugzeuge hieße für uns tägliche Dauerbeschallung. Die landenden Flugzeuge überfliegen uns in jedem Fall, da nur ein geradliniger Landeanflug möglich ist und wir direkt in der Einflugschneise liegen. Das wird ohnehin die Mehrzahl der Flugbewegungen betreffen, da die vorherrschende Windrichtung hierzulande bekanntermaßen Westwinde sind. Um von geräusch- und emissionsarmen neuen Landemethoden zu profitieren, die von vielen Fluggesellschaften allein schon aus Effizienzaspekten umgesetzt werden, liegen unsere Grundstücke leider schon zu dicht am BBI.

Cornelia Petermann, per E-Mail

Klaus Wowereit hat die Auszeichnung verdient

Zum Artikel: "Anerkennung: Wowereit erhält das Bundesverdienstkreuz" vom 12. März

Klaus Wowereit tritt voll und ganz für Berlin ein, vertritt es mit Wissen, Charme und Witz nach außen, hat mit dafür gesorgt, dass wir als moderne und offene Stadt wahrgenommen werden. Und trotz Besuch vieler Veranstaltungen und Festivitäten ist er ein souveräner Regierender Bürgermeister.

Christel Hartwig, Schöneberg

Mit großer Überraschung habe ich die aufgeregten Leserzuschriften zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Herrn Wowereit gelesen.

Herrschaften, es ist doch davon auszugehen, dass Herr Wowereit sich nicht selbst vorgeschlagen hat.

Bernd Siegemund, Friedenau