Leserbriefe

"Gesunder Menschenverstand"

Was ist denn nur in der CDU los? Steht auch sie jetzt für Berlin-Posemuckel? Sie forderte einen internationalen Flughafen, und nun will sie mit einem extrem ausgeweiteten Nachtflugverbot den BBI zu einem Provinzflughafen degradieren. Schon Renate Künast (Grüne) hatte die Flughafenkonzeption infrage gestellt. Wird sie nun durch CDU-Provinzler in diesem Vorhaben unterstützt?

Jens Friedrich, Wilmersdorf

Endlich eine Partei, die gesunden Menschenverstand walten lässt. Der Beschluss, den Flughafen Schönefeld auszubauen, ist höchst zweifelhaft, denn schon das 1994 abgeschlossene Raumordnungsverfahren kam zu dem Schluss: "Der Flughafenstandort Schönefeld-Süd wird als nicht verträglich beurteilt." Brandenburgs Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD), die Berliner SPD und die Lufthansa favorisierten den Standort Sperenberg. Das Urteil im Raumordnungsverfahren lautete: "Die Menschen als Schutzgut der Umweltverträglichkeitsprüfung sind bei dem Standort Schönefeld unvertretbar hoch betroffen."

Lothar Meyer, per E-Mail

Vorsorglicher Schutz der Gebäude ist das sicherste Mittel

Zum Artikel: "Wer schützt vor Graffiti-Schäden?"

vom 2. März

Alle Bemühungen um eine konzertierte Aktion der Betroffenen (Politik, Polizei, Justiz, Unternehmen, Hausbesitzer und Initiativen) sind im Sande verlaufen. Meines Erachtens liegt der Schlüssel des Erfolgs bei der Graffitibekämpfung im vorsorglichen Schutz der Bauwerke, der eine schnelle Beseitigung der Schmierereien ermöglicht, ohne die Oberflächen zu beschädigen.

Wolfgang Schmidt, Gesundbrunnen

Ohne jegliche Deutschkenntnisse sogar bis in die 4. Klasse

Zum Artikel: "Sätze mit drei Worten" vom 3. März

Als Lesepatin einer 4. Klasse erlebe ich gerade mit, wie das dritte Kind in diesem Jahr ohne jegliche Deutschkenntnisse in diese Klasse kommt. Welche Chance hat dieses Kind? Es hat gerade noch zwei Jahre Zeit, bis es mit seinen bis dahin erworbenen Kenntnissen auf die Oberschule gehen muss. Es dürfte nicht erlaubt sein, Kinder ohne jegliche Kenntnisse in eine derart fortgeschrittene Klasse einzuschulen, zumal auch die Sonderkräfte fehlen, die der Bildungssenator immer wieder vollmundig verspricht.

Regina Kröning, Spandau

Geringe Wertschätzung von Senat und Parlament

Zum Artikel: "Unmut bei der Polizei über Personalentscheidungen" vom 1. März"

Gut, dass es jetzt öffentlich ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Postenmauschelei jetzt noch weiter Bestand hat. Fünf Jahre lang haben Polizisten keine Besoldungserhöhung erhalten. 2010/2011 Almosen in Höhe von 1,5 beziehungsweise 2,0 Prozent. Beförderungen werden immer schwieriger, insbesondere in den unteren Dienstgraden. Darüber hinaus weigert sich der Senat nach wie vor, mit dem DGB über Besoldungserhöhungen zu sprechen. Trotzdem sind meine Kollegen jeden Tag rund um die Uhr bereit, ihre Gesundheit und ihr Leben einzusetzen, um Menschen zu helfen und zu retten. Trotzdem wird ihnen von Senat und Parlament die Wertschätzung verweigert, die sie verdient hätten.

Rainer Schlipat, GdP Direktion 5

Unverständliche Rotation sorgt unnötig für Arbeitslose

Zum Artikel: "Behördenpanne wird zum Jobkiller", vom 2. März

Als frisch abgewickelter Arbeitsvermittler eines Jobcenters bin ich seit Februar arbeitslos. Auf neu ausgeschriebene Stellen, etwa der "Joboffensive", darf ich mich nicht bewerben, da nur "außerhalb der BA" stehende Kandidaten berücksichtigt werden sollen. Dadurch werde ich, Geisteswissenschaftler mit fast 50 und Ex-Arbeitsvermittler mit Leidenschaft, zum Auslaufmodell.

Peter Engels, per E-Mail