Leserbriefe

Beliebter Politiker wird beschädigt

Leser zu den Vorwürfen, Verteidigungsminister zu Guttenberg habe Teile der Doktorarbeit abgeschrieben

Wenn man sich die Kommentare der Opposition zum Fall der angeblich nicht so korrekten Doktorarbeit von Herrn zu Guttenberg anschaut, gewinnt man schnell den Eindruck, dass die werten Herren glauben, dem Ansehen zu Guttenbergs in der Bevölkerung einen Dämpfer verpassen zu können. Man kann nur so denken, wenn man der Meinung ist, dass Doktortitel den Wert eines Menschen ausmachen. Je mehr zu Guttenberg Fehltritte oder Fehlentscheidungen vorgeworfen werden, umso sympathischer wird er. Zu Guttenberg ist in vielen Bevölkerungsschichten der Hoffnungsträger schlechthin. Ein Mann der authentisch, unbeirrbar und menschlich ist.

Susann Ventur, per E-Mail

Offenbar ist Guttenbergs Popularität gewissen Politkreisen ein Dorn im Auge. Deshalb gilt die Parole "runter vom Sockel" - egal wie und mit welchen Anwürfen. Dabei müssen sogar Ausgrabungen aus seiner Vergangenheit her.

Hemut Maier, Westend

Ich möchte nicht wissen, wie viele Doktoren ihren Titel durch Plagiate beziehungsweise Ghostwriter "ergaunert" haben. In Zukunft sollte der Minister vielleicht etwas zurückhaltender auftreten und etwas vorsichtiger agieren, sodass diese Schummelei schnell in Vergessenheit gerät.

Thomas Hansen, Märkisches Viertel

Jahrelang interessiert sich kein Mensch für die Doktorarbeit von zu Guttenberg. Erst jetzt, wo er beliebt ist fängt man an, in der Vergangenheit zu wühlen. Egal ob es stimmt oder nicht, alles wird an die Presse getragen. Sitte und Anstand sind in Deutschland abhanden gekommen.

B. Kammer, per E-Mail

Mit Political Correctness, einer verlogenen Vulgärideologie wird versucht, Karl Theodor zu Guttenberg zu verleumden und ihm Schaden zuzufügen. Es wird aber nicht gelingen, denn es gibt zurzeit in Deutschland keinen einzigen Politiker, der ihm im Hinblick auf Charakterstärke und Fähigkeiten auch nur annähernd gleichkommt.

Herbert Gaiser, per E-Mail

Zu Guttenberg wird die gegen ihn erhobenen Plagiatsvorwürfe wie sein Vorbild Ex-Bundeskanzler Kohl aussitzen und sich dann wieder an den Umfragen, in denen er zu Deutschlands beliebtestem Politiker hochstilisiert wird, erfreuen. Diesen Modus Vivendi hat er bisher auch bei den diversen Bundeswehrskandalen angewandt. Leider kann zu Guttenberg diesmal aufgrund der Fußnotenvorwürfe unter anderem denen in seiner Einleitung zu seiner Dissertation (Doktorarbeit) keinen seiner damaligen Professoren fristlos entlassen, wie er seine ihm missliebigen Bundeswehroffiziere und Generäle immer vor die Tür setzt.

Albert Alten, Wernigerode

Rein mathematische Machtspielereien

Zum Artikel: "Berlin-Trend: Schwarz-Grün könnte Wowereits Senat ablösen" vom 17. Februar

Der Trend zeigt eine gerade im Hinblick auf die Bundespolitik sehr interessante Konstellation, die aber mit großer Wahrscheinlichkeit kaum eintreten dürfte. Denn das Hamburger Negativbeispiel, wo die CDU ihre Wirtschaftskompetenz eingebüßt hat und die Grünen alle ihre großen Wahlversprechen gebrochen haben, lässt den eindeutigen Schluss zu, dass die Zeit noch nicht reif für eine Zusammenarbeit ist. Zumal es nur mathematisch, aber nicht vor dem Hintergrund einer echten Problemlösung möglich ist, Forderungen wie etwa nach einer Tempobeschleunigung beziehungsweise einer -reduzierung zusammenzuführen. Weswegen am Ende mehr für eine große Koalition von SPD und CDU spricht, da in einem derartigen Bündnis meistens mehr die konkreten Inhalte anstatt die stillstandsfördernden Gedanken nach dem eigenen Außenbild überwiegen.

Rasmus Ph. Helt, per E-Mail

Nun wird also wieder von Schwarz-Grün beziehungsweise Grün-Schwarz fabuliert und von einem möglichen politischen Wechsel in Berlin. Ist das realistisch? Die Grünen selbst betonen immer wieder, dass sie deutlich mehr Gemeinsamkeiten mit der SPD als mit der CDU sehen. Die CDU sollte sich nicht auf die Grünen verlassen. Die werden am Wahlabend lieber mit der SPD ins Koalitionsbett gehen. Und dann geht die linke Politik weiter, nur dass die Linken durch die Grünen ausgetauscht werden. Armes Berlin.

Samuel Beckmann, Friedrichsfelde