Leserbriefe

"Eine Demütigung für die Fans"

| Lesedauer: 5 Minuten

Die Niederlage gegen eine technisch limitierte Mannschaft aus Köpenick ist für alle Hertha-Fans eine Demütigung. Das Nichteingreifen von Trainer Markus Babbel in das Spielgeschehen, konkret das Nichteinwechseln von Marco Djuricin spätestens zur Halbzeit, erinnerte an die Lethargie von Vorgänger Friedhelm Funkel vor genau einem Jahr. Der Aufstieg gerät so in Gefahr. Michael Preetz ist gut beraten, sich nicht erneut von sturer Nibelungentreue leiten zu lassen. Hertha, gib acht!

Tim Troeder, per E-Mail

Hertha BSC sollte trotz aller Enttäuschung die Pleite verschmerzen können, da sich für den Verein daraus auch etwas Positives ableiten lässt. Denn gerade der unglückliche Charakter der Niederlage zwingt die Spieler dazu, wieder vermehrt darüber nachzudenken, dass der Aufstieg in die 1. Liga kein Selbstläufer wird, sondern dass man sich gegen jeden Gegner vor allem im kämpferischen und läuferischen Bereich stets neu beweisen muss. Weswegen der Tabellenführer gestärkt aus seiner Blamage herausgehen kann, wenn er die richtigen Lehren zieht. Schließlich basiert die Erfolgsmaxime eines Vereins wie Bayern München in den vergangenen drei Jahrzehnten nicht nur darin, dass er in der Regel die teuersten Spieler verpflichtet, sondern jenen ebenfalls das Sieger-Gen einpflanzt, nie satt zu sein und sich immer zu verausgaben.

Rasmus Ph. Helt, per E-Mail

In beiden Derbys zweimal geführt und fünf Punkte verloren - unglaublich diese Arroganz der Mannschaft. Ansehnliches Kurzpassspiel reicht eben nicht aus, und der Ball muss auch nicht ins Tor getragen werden, vielleicht sollte man es mal mit Flanken oder Schüssen versuchen. Mit einfachem Fußball kann man, ja muss man, gewinnen, so machte es der 1. FC Union vor. Hertha BSC hat und wird auch nicht begreifen, dass in jedem Spiel alles gegeben werden muss, um am Ende einen der Aufstiegsplätze zu erreichen. Hunderttausende von Fans sind maßlos enttäuscht. Wer aus den Spielen gegen Paderborn, Osnabrück und jetzt Union nur einen Punkt holt, hat nichts in der 1. Bundesliga zu suchen.

C-P Paege, Reinickendorf

Man sollte das Derby schnell vergessen und Union zu den unter Umständen rettenden Punkten gratulieren. Eine Hertha, die lediglich 20 Minuten lang das Spiel dominierte, sollte sich endlich besinnen und bei den nächsten Spielen auch in der 2. Halbzeit Dampf machen. Gegen vermeintlich schwache Gegner spielt Hertha schwach, bei stärkeren Gegnern hingegen trumpft die Mannschaft auf. Der mögliche Aufstieg sollte nicht vertändelt werden, Berlin gehört in die 1. Liga.

Thomas Hansen, Märkisches Viertel

Substanzielle Rentenkürzung ist alleiniges Ziel

Zum Artikel: "Westerwelle drängt EU-Ausland zu Rente mit 67" vom 3. Februar

Der Außenminister und ausgewiesene Sozialexperte seiner Partei redet einmal mehr von Dingen, von denen er nichts versteht. Jeder außer ihm weiß, dass niemand bis 67 wird arbeiten müssen. Einfach deshalb, weil keine Arbeit für alte Leute zur Verfügung steht. Jeder außer ihm weiß ferner, dass die Einführung der Rente mit 67 gar nicht das Ziel hatte, Älteren den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erhalten oder zu ermöglichen. Ziel war einzig und allein eine substanzielle Rentenkürzung bei denen, die mit 63 bis 65 in Rente gehen möchten, wie es in der Bundesrepublik in den Grenzen von 1989 üblich und möglich und vor allem finanzierbar war. Das hat mit dem oft fälschlich bemühten "demografischen Faktor" nichts zu tun. Irrwitzig und verlogen ist deshalb die Forderung Westerwelles an die EU, den steilen Sozialabbau in Deutschland nachzuvollziehen. Was können die Arbeitnehmer im übrigen Europa für die überstürzte Wiedervereinigung der Bundesrepublik und deren Folgen für die Rentenkassen?

Wolfgang Penneke, per E-Mail

Ruhiger und beschaulicher Ortsteil ist in Gefahr

Zum Artikel: "Lichtenrader wehren sich gegen Spezialgefängnis" vom 4. Februar

Der Artikel verweist zu Recht auf die zunehmenden Belastungen, die Lichtenrade treffen: der vierspurige Ausbau des Kirchhainer Dammes, der drohende Flughafenlärm und die geplante Ansiedlung der Drogenfachabteilung von Inhaftierten aus Plötzensee. Leider gibt es weitere Belastungen: Die Dresdner Bahn soll Lichtenrade zerschneiden, ein Einkaufszentrum am S-Bahnhof würde den Autoverkehr ansteigen und die Bahnhofsstraße mit ihren Geschäften veröden lassen. Die AWO will das Altenheim an der Augsburger Straße schließen und verkaufen. Ein Interessent will dort ein Asylantenheim einrichten. Das einst beschauliche Lichtenrade ist in Gefahr.

Alfred Sobel, Lichtenrade