Leserbriefe

"Erneut auf Kosten der Fahrgäste"

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Seit Monaten fährt die S-Bahn nur mit einem Bruchteil der üblichen Züge. Was machen die überzähligen S-Bahn-Fahrer eigentlich während dieser Zeit? Ich finde den angekündigten Streik schlichtweg eine Unverschämtheit. Das hat nichts mehr mit dem Recht auf tarifliche Auseinandersetzung zu tun, sondern ist nur ein erneutes Machtspiel auf Kosten der Fahrgäste, die auf die S-Bahn angewiesen sind.

G. Hinz, per E-Mail

Gerade die Deutsche Bahn hat ja einen Branchentarifvertrag angeboten. Warum die Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL), die wieder mal unverschämte Maximalforderungen stellt, dann ausgerechnet die S-Bahn bestreiken will, ist mehr als fraglich und nur der machtpolitischen Selbstinszenierung dieser sogenannten Gewerkschafter geschuldet. Wobei: Ob die S-Bahn nun so wie jetzt oder streikbedingt nicht fährt, macht ja wohl kaum noch einen Unterschied.

Oliver Laudahn, per E-Mail

Na und, dann sollen sie doch streiken, die Lokführer der S-Bahn. Und wir als Kunden wären gut beraten, wenn wir die Streikenden in ihrem Arbeitskampf nach Kräften unterstützen würden, auch wenn wir dabei so manche Unannehmlichkeit und Verspätung hinnehmen müssen. Denn die gesamte Belegschaft der S-Bahn hat unter dem Sparkurs der Deutschen Bahn AG genauso zu leiden wie die Fahrgäste. Deshalb kann die Devise für die Zukunft nur lauten: Schluss mit dem Sparkurs und vernünftige Löhne für die Lokführer. Und schließlich profitieren wir gesamtgesellschaftlich gesehen alle von guten Lohnabschlüssen, wenn die Binnennachfrage endlich wieder steigt.

Thomas Henschke, Waidmannslust

Die Berliner sind hinsichtlich des Personennahverkehrs mehrfach belastet: ein Straßenbelag wie ein Schweizer Käse, eine unzuverlässige S-Bahn, die jetzt auch noch bestreikt werden soll und die sich, ebenso wie die BVG, durch Unpünktlichkeit und Ausfälle negativ hervorhebt. Schlimm ist, dass nicht erkennbar ist, dass Maßnahmen ergriffen werden, die unwürdigen Missstände kurzfristig abzustellen. Wie soll sich auch etwas ändern, wenn immer der andere die Schuld hat und sich niemand verantwortlich fühlt, das Problem tatkräftig aufzugreifen. Wenn die jetzigen Manager der S-Bahn es nicht schaffen, müssen sie durch fähigere ersetzt werden. Solange das Verkehrsnetz nicht vertragsgerecht bedient werden kann, sind die Preise zu senken und nicht mit einem "Freimonat" im November für Stammkunden abzugelten.

W. Behrens, Steglitz, per E-Mail

Mehr Demut und Dankbarkeit gegenüber der Natur

Zum Artikel: ",Es wird sehr, sehr beängstigend'" vom 3. Februar

Die Berichte über die großen und außergewöhnlichen Wetterphänomene auf den Kontinenten sollten jedem bewusst machen, welches Glück wir haben, in einem klimatisch bevorzugten Gebiet zu leben. Wir sollten der Natur mit mehr Demut und auch Dankbarkeit begegnen und nicht immer versuchen, sie überall zu beschädigen.

Lothar Otterstätter, Mariendorf

Integrative Philosophie fördert Zusammenhalt der Gesellschaft

Zum Artikel: ",Dieser Entwurf ist politisch ehrlich' - Renate Künast stellt das Wahlprogramm der Grünen vor ..." vom 3. Februar

Die Grünen folgen einem intelligenten Ansatz. Denn erstens ergänzen sich die Begriffe Bildung, Arbeit und Klima hervorragend, wenn es darum geht, ein modernes Wirtschaftswachstum zu schaffen, das nicht nur einer Minderheit in Form einer schnellen Kapitalrendite dient. Und zweitens beinhaltet die Überschrift "Eine Stadt für alle" eine integrative Philosophie, die den gerade in einer Krise so wichtigen Zusammenhalt der Gesellschaft statt neuer Spaltungstendenzen fördert. Weshalb von Berlin ein sehr positives Signal für den Rest der Republik ausgehen kann, da hier die Unterschiede zwischen Arm und Reich nicht nur von der räumlichen Distanz oft sehr nahe beieinander liegen und man deshalb nur jedem Politiker raten kann, den Sprung in die Realität abseits des Regierungsviertels zu wagen.

Rasmus Ph. Helt, per E-Mail