Leserbriefe

"Schlag ins Gesicht der Fahrgäste"

Ich begrüße die Entscheidung des Senats, die von der Bahn angebotenen Entschädigungen für die S-Bahn-Kunden abzulehnen. Es sollte mindestens die gleiche Entschädigungsregelung wie in der Vergangenheit angeboten werden. Als Anreiz für die S-Bahn, die bestehenden "Winter-Probleme" zügig zu beheben, könnten jährlich steigende Entschädigungsregelungen vereinbart werden. Dann wäre man als Kunde zumindest sicher, dass nicht in jedem Winter neue Ausreden ins Gespräch gebracht werden und kundenorientierter gehandelt wird.

Jürgen Preis, Frohnau

Das Angebot von einem Monat Freifahrt ist ein Schlag ins Gesicht aller S-Bahn-Abonnenten.

Früher gab es Kundenwerbungsprämien, die höher waren. Dank der Entschädigung sind diese abgeschafft worden. Dann soll die Entschädigung wieder im November sein? Also muss man vorher ein neues Abo abschließen. Es zeigt sich nach wie vor: Die S-Bahn (Deutsche Bahn) schert sich nicht um Kundeninteressen und führt sogar die Politik vor. Das ist keine Leistung, die das Wort Entschädigung verdient, eher eine Verhöhnung.

Hanns Albers, E-Mail

Als geborener Berliner bin ich traurig, wie die Deutsche Bahn unsere S-Bahn in weniger als einem halben Jahrzehnt von einem weltweit gelobten Verkehrsunternehmen zu einer kaum noch funktionierenden Chaos-Bahn heruntergewirtschaftet hat. Ich werde wütend, wenn ich verfolge, wie zwischen Bund, Senat, der S-Bahn Berlin und der Deutschen Bahn um die notwendigen neuen Züge gepokert wird.

René Langer, Oranienburg

Ein Monat Freifahrt als Entschädigung für das anhaltende S-Bahn-Chaos reicht in der Tat nicht aus. Deswegen will Klaus Wowereit noch mal mit der Bahn AG reden. Doch statt nur zu reden, könnte er auch handeln: Der einzige Profiteur des S-Bahn-Chaos ist der Berliner Landeshaushalt, weil der Senat wegen der nicht erbrachten Leistung Millionenzuschüsse an die S-Bahn einbehält. Der Senat sollte aus diesem Krisengewinn unbürokratisch einen weiteren Freifahrtmonat für die Kunden finanzieren, statt das Geld im maroden Landeshaushalt versickern zu lassen.

Ansgar Hollah, per E-Mail

Gesetzlich verordnete Ungerechtigkeit

Zum Artikel: "CDU fordert Frauenquote noch in diesem Jahr" vom 31. Januar

Alles, was zur Profilierung gegenüber dem Wahlvolk hilft, soll per Gesetz geregelt werden. Wir werden genug durch Gesetze reglementiert, und jetzt sollen unsere Frauen zu Quotenfrauen degradiert werden. Frau Manuela Schwesig, Vizechefin der SPD, macht es doch jetzt schon vor, indem sie Frau Ministerin Schröder abwertend als Quotenfrau beschimpft. Unsere Frauen, die jetzt schon in führenden Positionen sind, haben es ohne Quotierung geschafft. Und die tüchtigen Frauen, die es wollen, werden es auch ohne Quotierung schaffen, Wege in die Verantwortung zu finden. Weg mit diesen ewigen gesetzlichen Bevormundungen.

Christoph A. Weidlich, Lenzen-Elbe

Seit Jahren geistert nun schon das Gespenst der Frauenquote durch die politische Landschaft - nun wird es offenbar wieder mal ernst. Wer kann auf so eine abwegige Idee kommen, der Industrie, Behörden oder Betrieben vorschreiben zu wollen, wen sie einstellen. Es kann doch nicht sein, dass die Auswahlverfahren bei der Einstellung zunächst damit beginnen, dass die Kandidaten nach ihrem Geschlecht sortiert werden. Was für Quoten kommen denn noch? Die Migrantenquote ist bei unseren rot-roten und grünen Multikultiträumern schon länger im Gespräch. Wie wäre es auch noch mit einer Quote für gleichgeschlechtlich Liebende? Ich dachte immer, die Aufgabe des Gesetzgebers sei es, Diskriminierung zu verhindern und nicht sie zu fördern. Soweit mir bekannt ist, wurde erst vor wenigen Jahren ein Gleichstellungsgesetz verabschiedet, nach dem niemand benachteiligt werden darf. Nun soll das mit einem neuen Gesetz wieder erlaubt werden.

Jürgen Golombek, per E-Mail

Leider auch wieder nur architektonisches Mittelmaß

Zum Artikel: "Investor schließt Baulücke am Leipziger Platz"

Da ist wieder mal ein architektonischer Lichtblick ohne Durchblick gelungen, eine Fassade mit einfaltsloser Allerweltsgestaltung. Warum fehlt nur der Mut in Berlin, etwas Anspruchsvolles zu gestalten? Warum nur hatte man den farbig-fantasievollen Entwurf des verstorbenen italienischen Stararchitekten Aldo Rossi ad acta gelegt? Zurück bleibt architektonisches Einerlei. Man muss konstatieren, Berlin ist in architektonischer Hinsicht nur Mittelmaß.

Thomas Hansen, Reinickendorf