Leserbriefe

"Rücksichtslose Aufklärung nötig"

Die Aufregung und die Sympathiebekundungen verstehe ich nicht, die dem Bewerber für das Amt des Polizeipräsidenten, Klaus Keese, entgegengebracht werden. Offensichtlich hat er Anlass gegeben, dass ein strafrechtlicher Anfangsverdacht zur Dienstwagenaffäre besteht. Diesem muss nun nachgegangen werden, unabhängig davon, dass es sich dabei um einen anonym Anzeigenden handelt. Da kann auch auf ein laufendes Bewerbungsverfahren keine Rücksicht genommen werden. Jeder Polizeibeamter, der auf der Straße seinen Dienst versieht, sieht sich ständig mit möglichen Anschuldigungen konfrontiert. Und steht dieser gerade zu einer Beförderung an, so wird diese auch erst auf Eis gelegt, selbst wenn sich die Anschuldigungen als falsch herausstellen.

Peter Hirsch, Wilmersdorf

Ich habe Herrn Keese als Vorgesetzten kennengelernt und halte ihn für integer und in seiner Aussage, dass ein Missbrauch nicht in seinem Naturell liege, für glaubwürdig. Nach dem Anforderungsprofil für das Amt des Polizeipräsidenten kann es für mich als Insider der Berliner Polizeistrukturen keinen besseren, sondern höchstens einen gleichwertigen Kandidaten für dieses Amt geben. Für mich sieht dieser Vorwurf nach Intrige aus.

Michael Scheil, Polizeibeamter i.R.

Ein überaus tüchtiges Finanz-Eichhörnchen

Zum Artikel: "Kraftakt in Berlin und Düsseldorf" vom 27. Januar

Christoph Kolumbus suchte den Seeweg nach Indien und entdeckte Amerika. NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) entdeckte just in dem Moment 1,3 Milliarden Euro, als das Verfassungsgericht seinen Haushalt für verfassungswidrig erklärte. Was sollen wir davon halten? Entweder ist Walter-Borjans das überaus clevere Eichhörnchen, welches im harten Winter die im Herbst vergrabenen Nüsse Gott sei Dank wiederfindet, oder doch ein alternder Finanzjongleur. Rasche Aufklärung ist deshalb vonnöten!

Roland Klose, per E-Mail

Rechtmäßigkeit der Anwesenheit mit Fakten untermauern

Zum Artikel: "Klar, wir reden über die Nofretete ..." vom 26. Januar

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und Wächter der Nofretete sollte nicht nur sagen, ,,Nofretete bleibt in Berlin", sondern mit entsprechenden Unterlagen den rechtmäßigen Aufenthalt in Berlin untermauern. Der schwere Diebstahlsvorwurf muss ein für allemal vom Tisch, um die Beziehungen zu Ägypten nicht zu belasten. Wenn der Nachweis nicht geführt werden kann, muss die Rückführung nach Ägypten erfolgen, auch wenn dadurch ein Besuchsmagnet der gesamten Museumslandschaft verschwindet.

Klaus Okrafka, per E-Mail

Internet als Ablenkungsmanöver der Datenschützer

Zum Artikel: ",Den wenigsten ist klar, wie intensiv solche Daten ausgewertet werden'" vom 28. Januar

Gruselgeschichten von Facebook, Google und Co. sollen davon ablenken, dass wir längst vom Großen Bruder permanent ausgespäht werden. Säuglinge erhalten als Begrüßung die eindeutige, lebenslange Steuernummer, auch verknüpft mit der Krankenversicherung. Die Gesundheitskarte soll unsere intimsten Krankheiten dokumentieren, und "Elena", die zentrale Datenbank unserer gesamten Einkünfte, ist nur vorübergehend gestoppt. Die Volkszählung ist dagegen harmlos. Der Datenschutz schaut weg und befasst sich nur mit dem Internet.

Dr. Alois Lipka, per E-Mail

Eine wirklich beachtliche Leistung

Zum Artikel: "Ganz viel heiße Luft" v. 25. Januar

Der Bericht über das 33. Heißluftballon-Festival hat mich erstaunt, ich habe die beachtliche Leistung des "Breitling Orbiters" nachgerechnet. In 20 Tagen hatte der Heißluftballon 1999 die Erde umrundet. Am Äquator mit einer Länge von etwa 40 075 Kilometern ergibt sich für 20 Tage eine Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 84 Stundenkilometern. Am nördlichen Wendekreis mit einer Länge von etwa 36 771 Kilometern müsste die Geschwindigkeit für eine Erdumrundung in dieser Zeit noch 77 Stundenkilometer betragen. Laut Wikipedia hat Bertrand Piccard am 1. März 1999 für die Strecke von 45 755 Kilometern etwa 19 Tage und 22 Stunden benötigt, das ergibt eine Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 96 Stundenkilometern. Eine beachtliche Leistung!

Michael Budde, per E-Mail