Leserbriefe

"Umdenken erforderlich"

Ein Deutscher isst im Durchschnitt 165 Gramm Fleisch pro Tag, jährlich etwa 60 Kilogramm. Das sind etwa 4,8 Milliarden Kilogramm für die deutsche Bevölkerung. Eine solche Masse kann man aber nur bereitstellen, wenn man Tiere in Massen züchtet und im Akkord tötet. Diese Massentierhaltung ist nicht nur furchtbar für die Tiere, sie ist auch schlimm für unsere Umwelt, für das Klima und für die Gerechtigkeit auf der Welt. Es gibt viele gute Gründe, kein Fleisch zu essen. Aber eigentlich reicht schon einer. Ein Umdenken ist erforderlich.

Antonietta Tumminello, per E-Mail

Einmal abgesehen davon, dass die Preissenkungen der Discounter die Erzeuger oder Beschäftigten der gesamten Warenkette ausbaden müssen, wundert es mich doch, dass am selben Tag in Anzeigen von mehreren Discountern mit Preissenkungen völlig gleichartige Produkte mit auf den Cent gleichen reduzierten Preisen beworben werden. Wenn man sich vorstellt, dass Werbeanzeigen in jedem Unternehmen einzeln mit Werbeagenturen erstellt werden, ist es doch merkwürdig, dass alle bestimmten Erzeuger und Handelsketten zeitgleich auf die Idee kommen, die Preise am selben Tag auf die gleichen Summen zu senken. Ich kann nur vermuten, dass entweder Zauberei oder Preisabsprachen im Spiel sind.

Dieter Walther, Zehlendorf

Friedrichstraße: Vorzeigbarkeit endet an der Kochstraße

Zum Artikel: "Der Atlas der Armut in Berlin" vom 21. Januar

Als Anwohnerin des Mehringplatzes, der im Ranking von 447 Planungsräumen ernüchternde 431 Punkte erreichte, frage ich mich, wann endlich Versprechungen, diesen Zustand zu verbessern, umgesetzt werden. Wir ehrenamtlich tätigen Bewohner kämpfen an der Seite des Quartiermanagements seit Jahren um eine Verbesserung der Infrastruktur. Es wird jedoch verdrängt, dass bei uns die historische Friedrichstraße beginnt und auch endet. Man schmückt sich gern mit den Errungenschaften dieser Straße, betrachtet aber nicht, dass die Vorzeigbarkeit an der Kochstraße endet. Die obersten Verantwortlichen meiden es seit Langem, einen Blick hierher zu riskieren. Wo waren Herr Wowereit und Frau Junge-Reyer in den vergangenen Jahren bei ihren "Kiezbesuchen"? Der einzige politische Vertreter, der uns regelmäßig besucht, ist unser Bezirksbürgermeister, Herr Dr. Schulz. Die Verantwortung für die unverändert katastrophalen Zustände in unserem Kiez liegt aber beim Land Berlin, welches für Denkmalschutz und Wohnraumgestaltung zuständig ist. Was ist das Ergebnis der letzten Beschlüsse? Die Mittel für das Großprojekt "Soziale Stadt" wurden um mehr als ein Drittel gekürzt. Wir sind sehr frustriert - und das schon lange.

Ilona Weißmann, Kreuzberg

Andere Möglichkeiten als der Normalbürger

Zum Artikel: "Kristina Schröders private Familienpolitik" vom 20. Januar

Interessant in diesem Zusammenhang ist die Aussage der werdenden Mutter und zugleich Bundesfamilienministerin Kristina Schröder, dass man nun die gleichen Probleme wie andere berufstätige Mütter und Väter habe. Das ist ein Schlag ins Gesicht eines Normalbürgers. Die Schröders können sich locker Babysitter und Haushaltshilfe leisten - bei ihrem Ministergehalt und dem Einkommen ihres Mannes. Politiker sollten doch nicht immer so tun, als wären sie ein Teil des Volkes und würden den Normalbürger so gut verstehen.

Klaus Peters, Wilmersdorf

Wann schafft die Politik diese Ungerechtigkeit ab?

Zum Artikel: "AOK-Patienten sollen schön woanders hingehen" vom 16. Januar

Den Bericht über die Zweiklassenmedizin in Berlin musste ich erst einmal sacken lassen. Diese Mediziner lassen sich das Studium von den Steuerzahlern finanzieren und verweigern denen dann später die Behandlung. Die in Ihrem Artikel genannten Ärzte haben mit Sicherheit den falschen Beruf gewählt. Ich bin seit 55 Jahren aus Überzeugung gesetzlich versichert, da Privatkassen für mich unsozial sind. Und ich wurde von meinen Kassenärzten bislang immer hervorragend behandelt. Deshalb habe ich den Übertritt in eine solche Privatkasse immer abgelehnt, obwohl es finanziell für mich günstiger gewesen wäre. Wer gut verdient, der muss auch solidarisch sein und nicht nur an seinen Vorteil denken. Wann werden die Politiker wach und schaffen diese Ungerechtigkeit endlich ab. Ärzte, die nur privat behandeln, müssten die gesamten Kosten ihrer Ausbildung einschließlich Zinsung zurückzahlen. Dies wäre ein wenig Gerechtigkeit gegenüber den 90 Prozent gesetzlich Versicherten.

Klaus Süss, Buckow