Leserbriefe

"Preisabsprachen weiter möglich"

Auf welch absonderliche Idee ist Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle denn diesmal gekommen? Er will Benzin von den Discountern anbieten lassen. Ist es überhaupt rechtens, sich als Wirtschaftsminister aktiv in die Sortimentsgestaltung von Discountern einzumischen? Und vor allem, was soll sich dadurch bei der Benzinpreisbildung am Markt wirklich ändern, wenn lediglich die Oligopole der Mineralölkonzerne durch die Oligopole der Discounter ergänzt werden? Nichts, denn Preisabsprachen sind weiterhin möglich und durchaus realistisch. Der eigentliche Preistreiber bei Benzin und Strom ist mit Abstand der Staat selbst. So sind derzeit etwa 60 Prozent des Benzinpreises und etwa 39 Prozent des Strompreises Steuern und Abgaben. Wenn die FDP um Brüderle den Bürger im wirtschaftlichen Aufschwung wirklich entlasten will, dann sollte sie konkret die Steuer- und Abgabenbelastung insbesondere auf Benzin und Strom spürbar senken.

Roland Klose, per E-Mail

Statt neue Tankstellen zu bauen, ist es einfacher, die Mineralölsteuer zu senken. Das geht ganz schnell, wenn die Politik es nur will. Gerade die FDP hat in der Opposition immer gegen die Steuererhöhungen bei Benzin und Diesel gewettert, nun hat sie die Möglichkeit, ihren Worten auch mal Taten folgen zu lassen.

Thomas Kramer, per E-Mail

Aus der Bibel kein Kuschelbuch machen

Zum Artikel: "Ex-EKD-Chef: Homo-Ehen sind 'bibelwidrig'" vom 14. Januar

Wenn der frühere Ratsvorsitzende Manfred Kock behauptet, eine homosexuelle Partnerschaft sei "nicht bibelwidrig", so sagt er damit wissentlich die Unwahrheit. Denn in der Bibel steht im 3. Buch Mose im 18. Kapitel, in dem Gott Verbote gab, im Vers 22: "Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Greuel." Ebenso schreibt Paulus im ersten Römerbrief im ersten Kapitel über "Die Gottlosigkeit der Heiden" im 27.Vers: "... desgleichen haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind in Begierde zueinander entbrannt und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den Lohn ihrer Verirrung, wie es ja sein musste, an sich selbst empfangen." Dass der Zeitgeist damit heute nichts mehr anfangen kann, muss und sollte in unserer Demokratie respektiert werden. Man darf jedoch aus der Bibel kein Kuschelbuch machen und aus politischer Opportunität leugnen, dass auch diese Gebote in ihr stehen - egal, ob sie einem passen oder nicht.

Bernd Körner, per E-Mail

Stressiger Beruf mit schlechtem sozialem Image

Zum Artikel: "So sind die Ärzte: Hormonell getrieben, stets am Golfen" vom 16. Januar

Im "Tatort" wurde kein Klischee ausgelassen: Gutaussehende Ärzte in einer modernen, spektakulär gelegenen Schönheitsklinik scheffeln Millionen und sind mehr auf dem Golfplatz als im OP. Sie dealen mit undichten Brustimplantaten und betrügen ihre Partner. Der Hausmeister wird wegen eines Kunstfehlers, verursacht an seiner Tochter, zum Mörder. Hätte der Anästhesist während der Narkose doch nur einmal auf Sex verzichtet ... Aber so sind sie eben, die Ärzte. Obwohl wir uns an den janusköpfigen deutschen Arzt gewöhnt haben, der entweder gottgleicher Alleskönner oder korrupter Pfuscher ist, erklärt doch so ein "Tatort" nicht, weshalb nur noch wenige junge Leute den stressigen Arztberuf ergreifen wollen. Oder wenn, dann nicht in Deutschland.

Andreas Halder, per E-Mail

Weit entfernt vom ursprünglichen Berufsethos

Zum Artikel: "AOK-Patienten sollen schön woanders hingehen" vom 16. Januar

Die Zweiklassenmedizin lebt. Auch dieser Arzt hatte sich mal in den Dienst aller Menschen gestellt, ohne Unterschiede nach Religion, Nationalität, Rasse oder sozialer Stellung zu machen.

Ich werde als Privatpatient dort nicht hingehen.

I. Treche, per E-Mail

Folgen von Liebeskummer werden unterschätzt

Zum Artikel: "Schade um die Tränen in der Nacht" vom 16. Januar

Wie schön, dass das Thema Liebeskummer immer ernster genommen wird. Vielen ist gar nicht klar, welche gesundheitlichen Konsequenzen bis hin zur Depression dies haben kann. Ich unterstütze seit Jahren Menschen in dieser Situation. Sehr wirksam sind Workshops, in denen sich die Teilnehmer gegenseitig helfen. Ein großes Netzwerk und gemeinsame Aktivitäten sind sehr wichtig.

Maria Richter, per E-Mail