Leserbriefe

"Endlich Farbe bekennen"

Das "offene" Geheimnis ist gelüftet, Frank Henkel wurde von den Christdemokraten als Spitzenkandidat für die Abgeordnetenhauswahl im September nominiert. Es wurde Zeit, denn Grüne und SPD duellieren sich bereits seit einigen Monaten. Klaus Wowereit hat viel zu lange gepennt und ist in Anbetracht der Tatsache, dass Renate Künast ihm den Wind aus den Segeln zu nehmen schien, erwacht. Viel Unbill in der Stadt hätte schon lange vom Tisch sein können. Wenn auch Berlin immer internationaler wird, so bleibt die Politik hingegen auf der Strecke. Frank Henkel will aufräumen, wobei er an den Kernthemen, die für die Stadt mehr als wichtig sind, festhalten will. Der CDU könnte mit Henkel ein Aufbruch gelingen.

Eleonore Klein, per E-Mail.

Frank Henkel muss endlich mal aus seiner profanen, blassen Stille heraustreten und Farbe bekennen, sonst hat er kaum eine Chance gegen Wowereit. Ein bisschen mehr Trommeln wäre angebracht. Konstruktive Kritik der CDU fehlt. Geeignete Themen gibt es Berlin ja genug.

Thomas Hansen, per E-Mail

Ob es mit Frank Henkel gelingen wird, die rot-rote Bastion in Berlin zu stürmen, darf bezweifelt werden. Der Christdemokrat, dessen hervorstechende Charaktereigenschaft seine Redlichkeit ist, versprüht nicht den Charme und die Überzeugung, die Berliner Wähler mitreißen kann. Vielleicht wäre bei der bekannt dünnen Personaldecke der CDU ein Griff in die Personal-Trickkiste eine richtige Entscheidung gewesen. Aus der hätte man vielleicht einen Kandidaten wie Joachim Gauck zaubern können.

Gerlinde Krüger, Konradshöhe

Berlins CDU-Generalsekretär Bernd hat recht, wenn er meint, der bei der CDU und den Wählern beliebte Frank Henkel ist der intellektuellste CDU-Kandidat für die Landtagswahlen im Herbst 2011 mit guten Chancen, Regierender Bürgermeister zu werden. Angesichts der politischen Ausstrahlung Krömers weiß man nicht so recht, ist es Häme oder ein untauglicher Versuch, öffentlich Mut zu machen, Frank Henkel zu wählen, auch wenn er für die negativsten Umfragewerte der Berliner Union seit ihrem Bestehen gesorgt hat. Also setzt man auf Illusionisten, die die Wähler noch überzeugen sollen, den Kandidaten zum Regierenden Bürgermeister zu wählen. Die Berliner werden am 18. September die richtige Wahl treffen.

Manfred Eisenhut, per E-Mail

Wer verhilft Wowereit zum "deutlichen Aufwärtstrend"?

Zum Artikel: "Umfrage: Wowereit hängt Künast ab" vom 11. Januar

Solche demoskopischen Sonntagsfragen geben nur ein aktuelles Stimmungsbild wieder, das sich schnell wieder ändern kann. Die Aussage, die Stimmung der Berliner sei eher verhalten, kann nicht verwundern. Was sollen zum Beispiel die älteren Menschen sagen, die ein Leben lang gearbeitet haben und jetzt von einer Mini-Rente leben müssen? Was sollen Behinderte sagen, die zu Hause hocken müssen angesichts des S-Bahn-Chaos? Die Liste ließe sich beliebig verlängern, Berlin braucht den Politikwechsel.

Christian Lukner, per E-Mail

Man hört die Botschaft, kann es kaum glauben und fragt sich, wie diese Umfrageergebnisse zustande kommen. Wer eigentlich wird da gefragt, wer verhilft Wowereit zum "deutlichen Aufwärtstrend" in den Umfragewerten? Wir haben viele Bekannte, nicht einer davon ist jemals gefragt worden, und es würde ihm keiner ein "sehr zufrieden" bescheinigen. Schon allein deshalb, weil er sich als Steigbügelhalter der Linken besonders peinlich hervorgetan hat.

Dirk Jungnickel, per E-Mail

Bildungseinrichtungen als außenpolitisches Werkzeug

Zum Artikel: "Mauerbau: Die Geschichte der Teilung auf 20 Plakaten" vom 12. Januar

Guido Westerwelle findet die richtige Formulierung. Denn Menschen, die die Geschichte ihres Landes gut kennen, sind weitaus weniger anfällig für Demagogen, die jene zum persönlichen Vorteil verdrehen beziehungsweise verkürzen möchten. Weswegen die Ausstellung über die Berliner Mauer nicht nur im Auswärtigen Amt, sondern auch in vielen Schulen gezeigt werden sollte, auch unter Einbeziehung der Goethe-Institute. Denn gerade ein Land wie Deutschland, das sich - wenn auch nicht immer ganz freiwillig - offensiv seiner Geschichte stellt, besitzt internationalen Vorbildcharakter, wenn es darum geht, verschiedene Volksgruppen einander anzunähern und Vorurteile abzubauen. Weswegen man die Bildungseinrichtungen als außenpolitisches Werkzeug nicht unterschätzen und in sie investieren sollte.

Rasmus Ph. Helt, per E-Mail