Leserbriefe

"Neiddiskussionen wenig hilfreich"

| Lesedauer: 4 Minuten

Es ist erstaunlich, wie vielfältig und immer wieder neu das Thema "Beamte" ist. Da wird alles in einen Topf geworfen. Die Unterscheidung zwischen Bundes-, Landes- und Gemeindebeamten ist offenbar fremd. Auch über die Gehaltsstrukturen fehlen jegliche Kenntnisse. Dass die Grundgehälter der Beamten im Vergleich mit gleichrangigen Angestellten im aktiven Berufsleben niedriger ausfallen (es fehlen die Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung), ist offenbar nicht bekannt. Nach geltendem Beamtenrecht hat der Dienstherr eine Versorgungsrücklage für seine künftigen Ruheständler zu schaffen. Diese Rücklage ersetzt den Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung. Dies ist zumindest für die Beamten des Bundes über Jahrzehnte versäumt worden. Wenn ich dann von einem sogenannten Finanzexperten lesen muss "Wir brauchen keine Luxusbeamten", dann lässt diese Bemerkung nur den Schluss zu, dass dieser Herr nicht den geringsten Schimmer vom Beamtenrecht hat. Ein gewisser Unterschied zwischen den Gehältern/Ruhegehältern eines Staatssekretärs und eines Boten ist dem Experten offenbar fremd. Die Mehrzahl aller Beamten ist im einfachen und mittleren Dienst.

Werner Behrens, Hohen Neuendorf

Solange Beamte über Privilegien für Beamte entscheiden, wird sich nichts ändern.

M. Brett, per E-Mail

Unseren Finanzexperten ist die Aufmerksamkeit des Publikums immer gewiss, wenn sie Beamtenpensionen (Äpfel) mit Sozialrenten (Birnen) vergleichen und Betriebsrenten außen vor lassen. Für Pensionen und Sozialrenten ist kein hinreichendes Kapital zurückgestellt. Somit sind beide Versorgungssysteme von den gegenwärtigen Einnahmen des Staates abhängig, was bei den Ruheständlern bereits zu Kaufkraftverlusten geführt hat. Übersteigen künftige Altersversorgungsansprüche die Staatseinnahmen erheblich, muss die Politik einen Ausgleich durch Kreditaufnahme oder Kürzung der Altersbezüge vornehmen. Heutzutage Zukunftsangst durch Horrorzahlen und Neiddiskussionen zu entfachen ist nicht hilfreich.

Manfred Lietke, Schöneberg

Fakt ist doch, dass der mittlere Dienst schon jetzt bundesweit Lohneinbußen im zweistelligen Bereich verkraften muss. Noch dazu werden die Beamten des mittleren Dienstes nur noch verheizt. Ein Beispiel aus Berlin: Einem Kollegen vom Lebensmittelaufsichtsamt Mitte wurde eine runtergehauen, weil er einen Brezelverkäufer kontrollieren wollte. Heide Simonis hat das Beamtentum abschaffen wollen - wegen der zukünftigen Pensionslasten. Und was ist passiert?

Sie ist wieder umgekehrt. Warum? Weil die Beamten jetzt erst mal billig sind.

Christian Rampf, per E-Mail

Das Problem der Pensionslasten sollte man nicht nur vom Ergebnis her betrachten, sondern auch die Ursache beleuchten: Seit mehr als 40 Jahren ist der jetzige Pensionslastenberg absehbar gewesen. In diesen Jahrzehnten haben Bund und Länder Milliarden an Zuschüssen für den Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Altersversorgung gespart, die jeder Arbeitgeber für seine Angestellten entrichten muss. Beamte sind also bis zur Pensionierung wesentlich billiger als Angestellte. Dieses Geld hätte als Rücklage für die Menge der jetzt in Pension gehenden Beamten gespart werden müssen.

Jörg Weidlich, Lankwitz

Die angesprochene Pensionslawine ist nicht erst jetzt ins Rollen gekommen. Der Steuerzahlerbund legt den Finger in eine Wunde, die schon länger besteht. Die Übertragung des Nachhaltigkeitsfaktors und der Rente mit 67 können nur zwei folgerichtige Schritte sein. Zusätzlich muss noch eine Bestandsaufnahme erfolgen, welche Berufsgruppen unabdingbar zum Beamtentum gehören und welche nicht. Der Vorschlag des Beamtenbundes, die Staatsschulden auszulagern, ist hier nur ein Ablenkungsmanöver. Mit dem wiederholten Anstoß des Steuerzahlerbundes soll keine Neiddebatte entfacht werden, Ziel ist die Einforderung von Solidarität mit den gesetzlich Versicherten.

Rainer Szymanski, Grünheide

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